KI verändert den Schweizer Arbeitsmarkt schnell. Einige Berufe stehen mehr unter Druck, andere profitieren von neuen Chancen. Hier sehen Sie, welche Jobs in der Schweiz 2026 besonders betroffen sein könnten und wie Firmen darauf reagieren.

Aktueller Stand der KI und Arbeitsmarkt in der Schweiz

In der Schweiz wird KI immer mehr in verschiedenen Branchen eingesetzt. Während globale Studien wie jene von Goldman Sachs nahelegen, dass besonders Verwaltungs- und Kundenservice-Jobs bedroht sind, ist die Situation in der Schweiz differenzierter. Das Land zeichnet sich durch einen hohen Grad an Spezialisierung und eine starke Dienstleistungsorientierung aus, was die Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt komplexer macht.

Die Schweizer Wirtschaft ist geprägt von spezialisierten Sektoren wie dem Finanzplatz, der Pharmaindustrie und der Uhrenbranche, in denen KI zunehmend eingesetzt wird, jedoch oft ergänzend und nicht ausschließlich ersetzend. Laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) arbeiteten im Jahr 2023 rund 3,6 Millionen Menschen in der Schweiz. Davon sind etwa 20 Prozent in Bereichen tätig, die potenziell stark von Automatisierung betroffen sind, wie Verwaltung, Produktion und einfache Dienstleistungen.

Der Fachkräftemangel in der Schweiz treibt die Einführung von KI voran. Besonders in den Bereichen IT, Ingenieurwesen und Gesundheit fehlen qualifizierte Mitarbeitende. Dieser Mangel zwingt Unternehmen dazu, KI als Unterstützung und Effizienzsteigerung zu nutzen, anstatt Personal abzubauen. KI hilft, Routineaufgaben zu automatisieren und Mitarbeitende zu entlasten, was insbesondere im Gesundheitssektor oder in der Pflege relevant ist. Beispielsweise setzt das Universitätsspital Zürich KI-gestützte Systeme ein, um administrative Prozesse zu beschleunigen und Pflegepersonal zu entlasten.

So kann KI die Arbeitsqualität steigern und den Personalmangel etwas ausgleichen.

Die Schweizer Regierung unterstützt KI-Projekte und arbeitet an ethischen Standards. Mit einem Budget von CHF 50 Millionen bis 2026 unterstützt der Bund Forschungsprojekte zur KI-Integration in Wirtschaft und Gesellschaft. Dabei steht die Balance zwischen Innovation und Arbeitsplatzsicherung im Fokus.

Wesentliche Entwicklungen und Branchenbeispiele

Im Finanzplatz Schweiz, mit Grossbanken wie UBS und Credit Suisse, setzt KI vor allem in der Kundenbetreuung, Analyse und Risikobewertung ein. UBS berichtet über den verstärkten Einsatz von KI-Technologien zur Automatisierung von Routineprozessen an Schaltern und in der Buchhaltung. So wurden seit 2022 etwa 15 Prozent der einfachen Buchhaltungs- und Kundendienstaufgaben automatisiert. Dadurch sind Sachbearbeiter im Kundendienst und an Bankschaltern besonders gefährdet, vor allem in kleineren Filialen mit geringerem Kundenaufkommen.

Die Nutzung von KI im Finanzsektor geht jedoch über einfache Automatisierung hinaus. Algorithmen analysieren grosse Datenmengen, um Markttrends vorherzusagen oder Kreditrisiken zu bewerten. In der Credit Suisse beispielsweise werden seit 2023 KI-Modelle eingesetzt, um Betrugsversuche frühzeitig zu erkennen. Dies schafft neue Arbeitsfelder für Data Scientists und KI-Spezialisten, während traditionelle Aufgaben in der Analyse zurückgehen.

Die Pharmaindustrie, angeführt von Novartis und Roche, nutzt KI vor allem in der Forschung und Entwicklung neuer Medikamente. Hier übernimmt KI Aufgaben wie Datenanalyse und Mustererkennung, die zuvor viel manuelle Arbeit erforderten. Novartis investierte 2023 rund CHF 400 Millionen in KI-basierte Forschung, um Wirkstoffe schneller zu identifizieren. Die Rolle der Mitarbeitenden verschiebt sich dabei vom reinen Ausführen hin zur Steuerung und Interpretation der KI-Ergebnisse. Dies führt zu einer höheren Nachfrage nach Fachkräften mit interdisziplinärem Wissen in Biologie, Informatik und Statistik.

In der klinischen Forschung verwendet Roche KI, um Patientendaten auszuwerten und personalisierte Therapien zu entwickeln. Dabei werden grosse Datensätze aus Genomik und Bildgebung analysiert, was ohne KI kaum möglich wäre. Solche Anwendungen verbessern die Effizienz und Qualität der Forschung, verändern aber auch die Arbeitsanforderungen an die Mitarbeitenden.

Die Schweizer Uhrenindustrie bleibt ein Sonderfall. Trotz der hohen Automatisierung in der Produktion sind Uhrmacher und Handwerker vergleichsweise sicher. Die Kombination aus traditionellem Handwerk und moderner Innovation schützt diese Berufe vor einer vollständigen Automatisierung. Beispielsweise setzt Swatch Group zwar Roboter für Präzisionsarbeiten ein, doch die Endmontage und Qualitätskontrolle erfordern weiterhin menschliches Können. Die Bedeutung von Marke und Handarbeit in der Luxusuhrenherstellung führt dazu, dass Automatisierung vor allem unterstützend wirkt, etwa bei der Materialprüfung oder Logistik.

Auch im Maschinenbau und der Industrie ist KI auf dem Vormarsch. Unternehmen wie ABB aus Zürich integrieren KI-Systeme in ihre Produktionsanlagen, um Wartungsarbeiten vorauszusagen und Ausfälle zu minimieren. Das schont Ressourcen und reduziert Kosten, verändert aber auch die Aufgabenprofile der Mitarbeitenden, die nun mehr Kontrolle und Analyse übernehmen.

Auswirkungen auf verschiedene Branchen und Berufsbilder

KI wirkt sich in der Schweiz unterschiedlich auf verschiedene Jobs aus. Während einfache, repetitive Tätigkeiten zunehmend automatisiert werden, entstehen in anspruchsvolleren Berufsfeldern neue Chancen. Im Detailhandel beispielsweise setzt Migros KI zur Lageroptimierung und Kundenanalyse ein. Kassiererinnen und Kassierer sehen sich durch Selbstbedienungskassen und automatisierte Abläufe unter Druck, doch gleichzeitig entstehen Jobs im Bereich Datenanalyse und Digitalmarketing.

Im Gesundheitswesen hilft KI, Diagnosen schneller und präziser zu stellen. Radiologen und Pathologen nutzen KI-gestützte Bildauswertung als Unterstützung, was zu effizienteren Abläufen führt. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Fachpersonal, das KI-Systeme bedienen und interpretieren kann. Laut einer Studie des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) wird die Zahl der Pflegekräfte trotz Automatisierung bis 2030 um 10 Prozent wachsen, bedingt durch den demografischen Wandel.

Die Landwirtschaft profitiert ebenfalls von KI, etwa durch Präzisionslandwirtschaft. Dort werden Drohnen und Sensoren eingesetzt, um Felder besser zu überwachen und den Einsatz von Düngemitteln zu optimieren. Dies steigert die Effizienz, ohne dass die Zahl der Landwirte stark sinkt. Die Rolle der Landwirte wandelt sich hin zu datengetriebener Entscheidungsfindung.

Expertenmeinungen und gesellschaftliche Diskussion

Experten weisen darauf hin, dass KI in der Schweiz eher als Ergänzung denn als Ersatz für menschliche Arbeit dient. Prof. Dr. Andreas Keller von der ETH Zürich betont, dass "KI vor allem repetitive Aufgaben übernimmt, während kreative und soziale Kompetenzen an Bedeutung gewinnen". Er warnt jedoch vor der Gefahr, dass weniger qualifizierte Arbeitskräfte abgehängt werden könnten.

Der Ökonom Dr. Simone Müller von der Universität St. Gallen sieht Chancen in der Umstrukturierung des Arbeitsmarktes: "KI schafft neue Arbeitsplätze in der Entwicklung, Wartung und Überwachung von Systemen. Wichtig ist, dass die Aus- und Weiterbildung darauf ausgerichtet wird." Die Schweizer Regierung plant deshalb ab 2024 verstärkte Förderprogramme für digitale Kompetenzen, mit einem Budget von CHF 100 Millionen über fünf Jahre.

Gewerkschaften wie Travail.Suisse fordern hingegen stärkere Schutzmechanismen für Berufsgruppen mit hohem Automatisierungsrisiko. Sie weisen auf die Notwendigkeit hin, soziale Sicherungssysteme und Umschulungen auszubauen, um negative Folgen für Beschäftigte zu mildern.

Ausblick: Was bringt die Zukunft für den Schweizer Arbeitsmarkt?

Bis 2026 wird erwartet, dass KI in der Schweiz weiter an Bedeutung gewinnt, jedoch mit einem Fokus auf Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine. Laut einer Prognose des Swiss AI Lab (IDSIA) könnten bis dahin rund 25 Prozent der heutigen Tätigkeiten durch KI zumindest teilweise automatisiert sein. Dies bedeutet nicht zwangsläufig einen massiven Arbeitsplatzabbau, sondern eine Veränderung der Arbeitsinhalte.

Die Herausforderung wird sein, die Arbeitskräfte fit zu machen für neue Anforderungen. Weiterbildung und lebenslanges Lernen sind zentrale Themen.

Unternehmen investieren vermehrt in Trainingsprogramme, um Mitarbeitende auf den Umgang mit KI vorzubereiten. So bieten Firmen wie Swisscom seit 2023 spezielle Kurse zur KI-Nutzung an.

Die Politik beobachtet diese Entwicklungen aufmerksam: Das Bundesamt für Wirtschaft (SECO) hat 2023 einen Bericht veröffentlicht, der mögliche Szenarien für den Arbeitsmarkt skizziert und Empfehlungen für eine nachhaltige Gestaltung gibt. Dabei wird betont, dass der soziale Dialog zwischen Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Staat entscheidend ist, um die Chancen von KI zu nutzen und Risiken zu begrenzen.

Die Analyse zeigt, dass in der Schweiz vor allem Jobs mit repetitiven Aufgaben durch KI bedroht sind, während Berufe mit komplexen sozialen und handwerklichen Anforderungen bestehen bleiben. Der Fachkräftemangel und die Schweizer Wirtschaftsstruktur führen dazu, dass KI vor allem als Unterstützung und Effizienzsteigerung eingesetzt wird. Die Herausforderung bleibt, Aus- und Weiterbildung sowie soziale Sicherungssysteme den neuen Anforderungen anzupassen, damit die Chancen der KI für den Arbeitsmarkt best genutzt werden können.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.