Kurz nach Börsenschluss in New York atmete der Markt sichtbar auf, als Microsoft seine Zahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 präsentierte. Die Aktie zog nach Veröffentlichung bis zu 9 Prozent an, nachdem der Konzern einen Quartalsumsatz von 90,0 Milliarden US-Dollar meldete, 18 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Operativer Gewinn und Nettogewinn legten ebenfalls deutlich zu, wobei Microsoft einen Sonderertrag von 3,2 Milliarden US-Dollar aus einer Beteiligung an Anthropic nannte. Die Ergebnisse untermauern das Cloud-Wachstum, werfen aber zugleich Fragen zum Rückgang des freien Cashflows auf.
Kurz nach dem Handelsschluss in New York veränderte sich die Stimmung von Unsicherheit zu Erleichterung. Händler und Anleger reagierten auf die Kombination aus starken Umsatzzahlen und dem Hinweis des Managements, dass Investitionen in KI-Infrastruktur bereits erste Erlöse bringen.
Zahlen im Detail
Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 meldete Microsoft einen Umsatz von 90,0 Milliarden US-Dollar, ein Wachstum von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der operative Gewinn stieg im Quartal auf 40,6 Milliarden US-Dollar, ebenfalls ein Plus von 18 Prozent. Der Nettogewinn wuchs noch kräftiger, auf 35,9 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 31 Prozent entspricht. Microsoft führte einen Sonderertrag von 3,2 Milliarden US-Dollar aus einer Beteiligung an dem KI-Labor Anthropic als positiven Faktor an.
Als zentralen Wachstumstreiber nannte das Management die Cloud. Die Erlöse von Azure und anderen Cloud-Diensten wuchsen währungsbereinigt um 43 Prozent. Die Microsoft-Cloud insgesamt legte im Jahresvergleich um 27 Prozent auf 59,3 Milliarden US-Dollar zu. Microsoft berichtete ausserdem, dass Azure im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals mehr als 100 Milliarden US-Dollar an Jahresumsatz erzielt habe. Die Sparte Produktivität und Geschäftsprozesse, zu der Microsoft 365, LinkedIn und Dynamics 365 gehören, wuchs moderater um 14 Prozent auf 37,8 Milliarden US-Dollar.
Nicht alle Bereiche trugen zum Wachstum bei. Der PC-Bereich verzeichnete einen Rückgang von 4 Prozent, die Umsätze sanken auf 12,9 Milliarden US-Dollar. Windows-Lizenz- und Geräteerlöse fielen um 7 Prozent, die Einnahmen aus Xbox-Inhalten und -Diensten gaben um 10 Prozent nach. Die Einnahmen aus Suchmaschinenwerbung stiegen hingegen um rund 10 Prozent. Microsoft meldete ausserdem, dass mehr als 30 Millionen zahlende Nutzer Microsoft 365 Copilot verwenden, ein Indikator für die Monetarisierung von KI-Diensten.
Trotz des Umsatz- und Gewinnwachstums sank der freie Cashflow deutlich. Microsoft erklärte diesen Rückgang mit massiv gestiegenen Investitionen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur.
Externe Analysten ordnen den Cashflow-Einbruch als unmittelbare Folge der Expansionsstrategie in KI-Rechenzentren ein.
Investoren hatten zuvor Bedenken geäussert, ob das operative Wachstum die hohen Kapitalausgaben dauerhaft kompensieren kann. Branchenkommentare heben hervor, dass Ratingagenturen und der Bondmarkt die Lage aufmerksam verfolgen, weil kapitalintensive Cloud-Anbieter potenziell eine grössere Risikoprämie tragen müssen. Kurzfristig entspannte das starke Cloud-Wachstum die Margenbefürchtungen, längerfristig bleibt die Frage offen, wie stabil die Free-Cashflow-Margen unter hoher Capex-Last sind.
Für Kundenseite und Geschäftsanwender ist die Verbreitung von Copilot relevant, weil zahlende Nutzer wiederkehrende, margenstarke Erlöse versprechen. Für Endkunden könnten die rückläufigen PC- und Xbox-Umsätze auf eine Absatzschwäche in diesen Bereichen hindeuten, die Microsoft nur bedingt durch Cloud- und Abonnementerlöse wettmachen kann.
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Microsoft meldete, dass Azure im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals mehr als 100 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz erzielt hat. Ursprünglich berichtet von heise.de.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.