2:59. So lange dauerte die elfte Runde im Schwergewichts-Titelkampf vor den Pyramiden von Gizeh, bis Schiedsrichter Mark Lyson den Kampf abbrach. Oleksandr Usyk verteidigte damit seinen WBC-Gürtel durch technischen Knockout gegen Rico Verhoeven am 23. Mai 2026, doch der Abbruch löste breite Proteste aus. Die WBC hat inzwischen eine Pflichtherausforderung gegen den Sieger angeordnet, Herausforderer ist Agit Kabayel.
Der Kampfabbruch kam nach einem rechten Uppercut von Usyk kurz vor Ende der elften Runde. Verhoeven ging zu Boden, stand jedoch wieder auf. Usyk drängte ihn in die Seile und setzte weitere Schläge, woraufhin Schiedsrichter Mark Lyson den Kampf bei 2:59 der Runde stoppte. Viele Beobachter und Verhoevens Team protestierten gegen die Entscheidung, unter anderem weil nur noch Sekunden bis zum Pausengong verblieben gewesen seien.
Schwieriges Crossover-Duell und strittiger Abbruch
Das Duell war als ungewöhnliches Crossover-Match angekündigt worden. Verhoeven, einst Kickboxer und bislang mit nur einem Profi-Boxkampf in seiner Bilanz, brachte eine ungewohnte Körperarbeit und Beweglichkeit in den Ring, die Usyk über weite Strecken beschäftigten. Der Niederländer arbeitete hart am Körper und setzte konstanten Vorwärtsdrang entgegen, was Usyk sichtbar forderte.
Usyk hatte in Runde 4 selbst einen Uppercut gelandet, der Verhoeven kurz überraschte, doch der Herausforderer erholte sich und setzte seine Strategie fort. In der elften Runde führte dann der rechte Uppercut von Usyk zum Niederschlag, und die folgenden Minuten entschieden. Die Wertungen lagen eng; Kommentatoren auf der DAZN-Übertragung sowie Nutzer in sozialen Netzwerken kritisierten die Entscheidung des Ringrichters scharf.
Reaktionen, nächste Schritte, Verhandlungen
Rico Verhoeven selbst gab eine knappe Reaktion nach dem Abbruch: "Ich fand, es war ein frühes Ende, aber am Ende ist das nicht meine Entscheidung", sagte er. Die Worte fassen die Stimmung im Lager des Herausforderers zusammen. Beobachter verwiesen darauf, dass Verhoeven zwar angeschlagen wirkte, nach dem Aufstehen aber noch aktiv in der Verteidigung war, weshalb die Frage nach einem zu frühen Stopp vielfach geäußert wurde.
Nach dem offiziellen Abbruch nutzte Agit Kabayel die Gelegenheit und trat in den Ring, um den Sieger herauszufordern. Die WBC-Anordnung ist klar: WBC-Präsident Mauricio Sulaimán hat verfügt, dass der Sieger gegen Kabayel antreten solle. Kabayels Team hat jüngst Unterstützung erhalten.
Aus Quellen, die mit den Planungen vertraut sind, heißt es, Teil der Überlegungen sei offenbar ein WM-Kampf im Herbst.
Konkrete Termine oder Austragungsorte wurden bislang nicht angekündigt. Die WBC-Anordnung legt den Rahmen für Verhandlungen und mögliche Austragungsorte fest, doch die Details müssen zwischen den Teams ausgehandelt werden. Bis diese Verhandlungen abgeschlossen sind, bleibt unklar, wie die Proteste gegen den Abbruch und die juristischen Möglichkeiten von Verhoevens Lager die Planung beeinflussen könnten.
Sportlich bleibt das Resultat verbindlich: Usyk verteidigt den WBC-Gürtel. Inhaltlich jedoch war der Kampf ein Test für beide Seiten.
Usyk musste sich gegen einen Gegner behaupten, der mit Kickbox-Techniken und einem Gewichtsvorteil einen Stil brachte, der im Profi-Boxen selten ist. Verhoeven wiederum zeigte, dass seine Körperarbeit und sein Vorwärtsdrang in Teilen des Kampfes funktionieren, und dass sein Übergang in den Profibereich mehr als ein medialer Gag sein kann.
Die Szene vor den Pyramiden von Gizeh verlieh dem Abend eine starke visuelle Komponente, und das ungewöhnliche Setting trug zur Aufmerksamkeit bei. Bei aller Dramatik bleibt die Frage, wie Proteste und organisatorische Entscheidungen den weiteren Verlauf der Titelplanung beeinflussen.
Related Articles
- Canadiens gewinnen 6:2 gegen Hurricanes in Game 1
- WM-Kader Deutschland: Neuer zurück, 26 Spieler
- Schweiz schlägt Deutschland 6:1 in Zürich
Die WBC hat Agit Kabayel als Pflichtherausforderer bestimmt; ein Termin steht noch nicht, Quellen nennen den Herbst als wahrscheinlichen Zeitraum für einen WM-Kampf. Ursprünglich berichtet von sueddeutsche.de.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.