In Hamburg haben fünf Halbleiterunternehmen und mehrere Forschungseinrichtungen das Northern Chip Network gegründet, um die Entwicklung und Produktion von Leistungshalbleitern, Analog‑ICs und MEMS in Norddeutschland enger zu verzahnen.

Wer gehört zum Northern Chip Network?

Das neue Bündnis firmiert unter dem Namen Northern Chip Network und hat seinen Sitz in Hamburg. Gründungsmitglieder sind die Firmen Nexperia, NXP Semiconductors, Semikron Danfoss, Vishay und X‑Fab. Zusätzlich sind mehrere Forschungseinrichtungen beteiligt, darunter das Deutsche Elektronen‑Synchrotron (DESY) und das Fraunhofer‑Institut für Siliziumtechnologie (ISIT), ebenso wie verschiedene Hochschulen aus der Region.

Die beteiligten Industriepartner decken unterschiedliche Teile der Wertschöpfungskette ab. Nexperia ist in Hamburg präsent und geht auf Niederlassungen zurück, die früher zu NXP beziehungsweise Philips Semiconductors gehörten. Seit 2016 gehört Nexperia einem chinesischen Konsortium. Vishay betreibt in Norddeutschland Fertigungsanlagen für MOSFET‑Leistungshalbleiter. NXP entwickelt unter anderem Fahrzeugprozessoren wie die S32N7‑Serie mit 5‑Nanometer‑Technik; diese werden in Kooperation mit dem taiwanischen Auftragsfertiger TSMC realisiert. Semikron Danfoss und X‑Fab bringen weitere Fertigungs‑ und Komponentenexpertise in das Netzwerk ein.

Technische Schwerpunkte der Zusammenarbeit

Nach Angaben des Netzwerks liegt der Fokus vor allem auf Leistungshalbleitern, Analog‑ und Mixed‑Signal‑Schaltungen sowie mikroelektromechanischen Systemen (MEMS). Diese Bereiche sind für Anwendungen in der Leistungselektronik, in der Automobilindustrie und in der industriellen Automation wichtig.

Leistungshalbleiter und MOSFETs sind etwa zentral für elektrische Antriebe und Energiemanagementsysteme. Analog‑ und Mixed‑Signal‑Schaltungen übersetzen Signale aus der realen Welt in digitale Informationen. MEMS‑Bauteile liefern Sensorik‑ und Aktorfunktionen, die in zahlreichen Produkten eingesetzt werden – von Fahrzeugen bis zu Messgeräten. Die Bündelung von Herstellern und Forschungseinrichtungen soll helfen, Entwicklungen anwendungsnah zu treiben und Prototypen schneller in Produktion zu überführen.

Rolle der Forschungspartner

DESY und das Fraunhofer‑Institut für Siliziumtechnologie bringen starke Infrastruktur und wissenschaftliche Expertise in das Projekt ein. DESY ist vor allem für seine großen Beschleuniger‑ und Strahlungsanlagen bekannt und betreibt bestehende Labore und Messplätze, die für die Mikroelektronikforschung nutzbar sind.

Das Fraunhofer‑ISIT verfügt über Erfahrung in der Entwicklung und Validierung von Silizium‑basierten Bauelementen.

Die Hochschulen liefern Personal, Nachwuchsforschung und Ausbildungskapazitäten. Für Unternehmen ist die Nähe zu Forschung und Lehre ein Vorteil: Nachwuchskräfte können früh eingebunden werden, akademische Erkenntnisse finden schneller den Weg in industrielle Anwendungen, und gemeinsame Projekte lassen sich für Drittmittelanträge bündeln.

Fördermittel und der European Chips Act

Ein erklärtes Ziel des Vereins hinter dem Northern Chip Network ist es, Fördermittel einfacher zu erschliessen. Insbesondere der European Chips Act bietet nationale und europäische Programme, mit denen sich Fertigungskapazitäten, Forschung und Entwicklungsprojekte unterstützen lassen. Der Verein will dabei als zentrale Anlaufstelle dienen, um Anträge zu koordinieren, gemeinsame Projekte zu strukturieren und die Antragstellung zu professionalisieren.

Related Articles

„Norddeutschland hat enormes Potenzial im Bereich Mikroelektronik“, sagte Beate Heinemann, Vorsitzende des DESY‑Direktoriums. Für die Partner soll das Netzwerk das Entwicklungstempo erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit der Region stärken.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.