Die Rendite dreimonatiger Geldmarkt-Buchforderungen fiel auf minus 1,38 Prozent, ein historisches Tief, und die Nachfrage überstieg das Angebot deutlich. Die Finanzverwaltung gab 514 Mio. Franken aus, bei einer Nachfrage von rund 2,8 Mrd. Franken, wobei ausländische Investoren aus dem Dollar-Raum besonders stark zeichneten. Betroffen sind institutionelle und Kurzfristanleger, und die Entwicklung beeinflusst die Liquiditätssteuerung von Banken und Marktteilnehmern, die kurzfristige, sichere Schweizer Staatspapiere suchen. EFV und SNB haben zugleich den Emissionskalender 2026 veröffentlicht und damit Volumen, Termine und Verfahrensänderungen konkretisiert.
Die jüngste Auktion der Eidgenossenschaft für dreimonatige Geldmarkt-Buchforderungen (GMBF) lieferte eine knappe, aber klare Botschaft: Anleger zahlen wieder für sichere, kurzfristige Schweizer Papiere. Die Rendite von minus 1,38 Prozent markiert ein historisches Tief. Aber die Finanzverwaltung meldet, dass bei der Auktion 514 Mio. Franken ausgegeben wurden, während sich Nominalgesuche in der Höhe von rund 2,8 Mrd. Franken summierten.
Was die Zahlen sagen
Die schlichte Relation zwischen Angebot und Nachfrage ist die wichtigste Lesart. Die Nachfrage lag deutlich über dem Ausgabebetrag, und die Finanzverwaltung berichtet, dass insbesondere Anleger aus dem Ausland, namentlich aus dem Dollar-Raum, stark zugriffen. Für institutionelle Anleger und Kurzfristanleger bedeutet das, dass sichere CHF-Kurzpapiere wieder gefragt sind, selbst wenn sie negative Renditen bieten.
Die Wirkung ist nicht auf Privatanleger beschränkt. Banken und Marktteilnehmer, die kurzfristige Liquidität managen, müssen diese Angebotsverknappung berücksichtigen. Wenn GMBF als sicherer Parkraum knapp und trotzdem sehr nachgefragt sind, verschiebt das die Liquiditätssteuerung. Das kann bedeuten, dass Banken andere kurzfristige Instrumente stärker nutzen müssen, oder dass Margen in Geldmarktgeschäften unter Druck geraten.
Emissionskalender und Finanzierungsbedarf 2026
Die Eidgenossenschaft hat den Emissionskalender für 2026 gemeinsam von der Finanzverwaltung und der Schweizerischen Nationalbank kommuniziert. Die EFV rechnet für 2026 mit einem Finanzierungsbedarf von knapp 7,5 Mrd. Franken. Dieser Bedarf resultiert hauptsächlich aus der Fälligkeit einer Anleihe über 3,5 Mrd. Franken im Mai 2026 und aus dem erwarteten Finanzierungsdefizit des Bundes. Weiter nennt die EFV höhere Tresoreriedarlehen und einen Abbau der Guthaben der Arbeitslosenversicherung als zusätzliche Faktoren, die den Bedarf erhöhen.
Im Rahmen des Kalenders sollen 2026 Anleihen mit einem Nominalvolumen von rund 4,5 Mrd. Franken auktioniert werden, nach 4,0 Mrd. Franken im Jahr 2025. Unter Berücksichtigung der Fälligkeit im Mai erhöht sich das ausstehende nominelle Anleihevolumen der Eidgenossenschaft damit um 1,0 Mrd. Franken. Für die Geldmarkt-Buchforderungen gibt die EFV eine Bandbreite des ausstehenden Volumens für 2026 von 6 bis 14 Mrd. Franken an. Zum Ende 2025 lag der Bestand bei rund 8 Mrd.
Franken.
GMBF werden wöchentlich, jeweils dienstags, ausgegeben und zwei Tage später mit Valuta liberiert. Die gemeinsame Kommunikation von EFV und SNB dient dazu, Marktteilnehmer frühzeitig über Volumen, Termine und den veränderten Ablauf zu informieren. Die Emissionsdaten im Kalender nennen unter anderem den 13.05.2026 und den 10.06.2026; die monatlichen Termine setzen sich bis Dezember 2026 fort, wobei Oktober und Dezember als optional ausgewiesen sind.
Wesentliche technische Änderungen treten 2026 in Kraft. Die EFV verkürzt die Dauer des Auktionsfensters für Bundesanleihen und GMBF von bisher 1,5 Stunden auf 30 Minuten. Neu laufen die Zeichnungszeiten von 10.30 Uhr bis 11.00 Uhr, zuvor fanden sie von 09.30 Uhr bis 11.00 Uhr statt. Anleihezeichnungen sollen künftig grundsätzlich am zweiten Mittwoch des Monats erfolgen; im August wird keine Auktion stattfinden. Die EFV kündigt an, die konkret zu emittierenden Laufzeiten und das Liberierungsdatum jeweils am Vortag der Auktion bekannt zu geben. Zwischen den regulären Auktionsterminen können bei der Bundestresorerie Anleihen aus dem Eigenbestand erworben werden.
Die Kombination aus knapperem Auktionsfenster und höherem Finanzierungsbedarf ist ein Signal, das Marktteilnehmer lesen müssen. Kürzere Zeichnungszeiten könnten die Konzentration der Nachfrage verstärken, jedenfalls in Zeiten mit hoher Nachfrage von internationalen Investoren. Die EFV reduziert so potenziell die Zeit für Preisanpassungen während der Auktion, während die SNB als Ko-Kommunikator für Stabilität sorgt.
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Nächster konkreter Marktkalendertermin ist die reguläre Bundesanleihe-Auktion am 10. Juni 2026. Die wöchentlichen GMBF-Emissionen laufen parallel weiter und bleiben ein Gradmesser für kurzfristige CHF-Liquidität.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.