50 Prozent Renditeverlust drohen Anlegern in fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen, zeigt eine Kostenanalyse von fynup.at. Die Untersuchung dokumentiert, dass Zillmerung, hohe Abschlussprovisionen und laufende Produktkosten die theoretische Marktrendite stark drücken; in einem Beispiel bleibt der Vertragswert über 12 Jahre unter den Einzahlungen. Nach fünf Jahren entsteht in einem konkreten Szenario ein nominaler Verlust von 3 666 Euro, in dem Beispiel 41 Prozent der eingezahlten Beiträge. Anbieter wie ONESTY Finance werben derweil aktiv um Schulabgänger und Berufseinsteiger mit Ausbildungsangeboten zum Financial Trainer und kostenfreien Startup-Meetings, eine Zielgruppe, die fynup.at als besonders gefährdet beschreibt.
Die Folge ist, dass viele langfristige Verträge trotz positiver Marktrenditen jahrelang unter dem Einzahlungsniveau bleiben, weil Abschlusskosten und Vertriebspauschalen zu Beginn voll wirken, während die Fondsperformance erst später wirkt. Das ist das Kernargument der Analyse auf fynup.at, die die Kostenstruktur fondsgebundener Policen systematisch auseinanderlegt und konkrete Rechenbeispiele liefert.
Wie die Kosten Anlegern Rendite nehmen
Fynup.at identifiziert drei Mechanismen, die Anlegern Rendite entziehen. Erstens Zillmerung: Abschluss- und Vertriebskosten werden bei vielen Policen am Anfang in Abzug gebracht, so dass der Vertrag auch bei einer angenommenen Marktrendite von 6 Prozent über Jahre deutlich unter den eingezahlten Beiträgen liegen kann. Das Portal führt ein Beispiel des Marktführers an, bei dem genau dies über eine 12-jährige Periode passiert.
Zweitens zeigen die Beispielrechnungen, dass sich in fünf Jahren ein nominaler Verlust von 3 666 Euro ergeben kann. In diesem Rechenbeispiel entspricht das einem Verlust von 41 Prozent der eingezahlten Beiträge. Drittens reduziert sich die Bruttorendite aus dem Beispiel von angenommenen 6 Prozent auf eine Nettojahresrendite von nur noch etwa 3,37 Prozent für den Kunden. Rund 44 Prozent der ursprünglich errechneten Renditeanteile fliessen demnach in Kosten und Provisionen.
Die Untersuchung macht deutlich, dass die Verteilung der Kosten über die Vertragslaufzeit enorme Wirkung zeigt. Bei frühen Abgängen, zum Beispiel vor Ablauf der Bindungsfristen oder bei Kündigung in den ersten Jahren, bleibt für Anleger oft nur ein Bruchteil dessen übrig, was die Fondsperformance nominal erwirtschaftet hat.
Vertriebsanreize und Alternativen
Ein weiterer Punkt in der Analyse ist die Rolle der Vergütungssysteme. Fynup.at führt aus, dass viele Vertriebsmodelle hohe Abschlussprovisionen vorsehen. Diese Provisionen schaffen ein ökonomisches Incentive für Vermittler, Produkte mit höheren internen Margen zu empfehlen.
Die Autoren folgern, dass die Höhe der Vergütung den Produktmix im Vertrieb beeinflusst.
Als strukturelle Alternativen nennt fynup.at provisionsfreie Konstruktionen wie eine Doppel-Nettopolizze sowie Honorarmodelle, bei denen die Beratungsvergütung explizit vom Produkt getrennt ausgewiesen wird. Solche Modelle reduzieren nach der Analyse die Renditeeinbussen beim Kunden, weil die Kosten nicht mehr primär über das Versicherungsprodukt abgerechnet werden.
Die Studie weist auch auf institutionelle Kooperationen im Untersuchungsumfeld hin. In dem Bericht wird eine Kooperation beziehungsweise Einbindung mit der Arbeiterkammer Wien erwähnt, ohne dass dies die Hauptanalyse ersetzt; die Nennung unterstreicht aber, dass Interessenvertretungen in die Diskussion eingebunden sind.
Parallel zu dieser Kostenkritik richtet sich die Vertriebsseite gezielt an junge Zielgruppen. ONESTY Finance hat in mehreren im Mai 2026 publizierten Mitteilungen eine Ausbildung zum sogenannten Financial Trainer beworben. Das Unternehmen beschreibt sich als unabhängiges Familienunternehmen mit über 500 000 Kunden und bietet kostenfreie Startup-Meetings für Interessierte an. CEO Martin Ruske hebt in diesen Mitteilungen hervor, dass Finanzbildung eine starke Grundlage für die Zukunft lege und dass die Rolle der Financial Trainer darin bestehe, verständliche, alltagsnahe Finanzinformationen zu vermitteln.
Diese Kommunikationsstrategie trifft damit genau auf die Käufergruppen, die fynup.at in seiner Analyse als besonders verletzlich identifiziert: Schulabgänger und Berufseinsteiger, die zum ersten Mal eigene Finanzentscheidungen treffen. Die Kombination aus starkem Vertriebsfokus und komplexen Kostenstrukturen erhöht das Risiko, dass junge Sparer Policen wählen, deren Nettowert deutlich unter den Erwartungen bleibt.
Die Verantwortung liegt demnach auf zwei Ebenen. Erstens auf Produktseite: Transparenz über die Verteilung der Kosten in den Vertragsunterlagen, wie fynup.at festhält, würde Verbrauchern erlauben, die wirtschaftlichen Konsequenzen vor dem Abschluss zu sehen. Zweitens auf Beratungsseite: Honorarbasiertes Consulting oder provisionsfreie Policen verschieben die Anreizstruktur weg vom Produktverkauf hin zur unabhängigen Empfehlung.
Für potenzielle Einsteiger bieten Anbieter wie ONESTY Finance Informationsformate an, die einerseits Finanzbildung versprechen, andererseits aber auch als Rekrutierungsweg in villige Vertriebsnetzwerke fungieren können. Die Kostenanalyse rät, Beratungsvergütungen transparent zu halten und provisionsfreie Alternativen ernsthaft zu prüfen, bevor langfristige Verträge abgeschlossen werden.
Related Articles
- Aktienanleihe Deutsche Börse: 11,5% Kupon für Privatanleger
- Abo-Apps: 95 Prozent der gekündigten Jahreskunden kehren nicht zurück
- 642,5 Mio. US-Dollar Abfluss drückt Bitcoin-Kurs
Die Analyse zeigt, dass besonders bei frühen Vertragsabgängen oder kurzen Haltedauern die Kosten einen grossen Teil der nominalen Fondsperformance auffressen können. Anleger sollten die Kostenstruktur und die Vergütungsmechanik vor Vertragsabschluss genau prüfen.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.