"Die Produktion in Neustadt ist nicht mehr zu retten", sagte Rolly-Toys-Geschäftsführer Franz Schneider gegenüber dem Fränkischen Tag. Mit dieser Aussage kündigte die Unternehmensführung an, die Fertigung am Stammsitz in Neustadt bei Coburg zum 31. Dezember 2026 einzustellen. Betroffen sind mehr als 110 Beschäftigte, das Werk hatte zuletzt rund 113 Mitarbeitende. Die Geschäftsleitung bezeichnet die Massnahme als Folge gescheiterter Rettungsversuche nach einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.
"Die Produktion in Neustadt ist nicht mehr zu retten", sagte Rolly-Toys-Geschäftsführer Franz Schneider gegenüber dem Fränkischen Tag.
Schliessung und direkte Folgen
Die Schliessung beendet die Serienfertigung auf dem rund 36 000 Quadratmeter grossen Werksgelände, auf dem Trettraktoren, Gokarts und Anhänger produziert werden. Aber die Entscheidung trifft vor allem die lokale Belegschaft; viele Beschäftigte sind zwischen 50 und 62 Jahre alt. Die Geschäftsführung kündigte an, dass die bis zum Werksschluss verbleibenden Mitarbeitenden weiterbeschäftigt werden sollen und dass zusätzliche Prämien sowie Abfindungsregelungen geprüft werden.
Für die regionale Lieferkette bedeutet das Werkende erhebliche Einbussen. Regionalmedien berichten, dass nach mehr als 80 Jahren am Stammsitz die Fertigung am bisherigen Standort ausläuft. Und die Marke selbst könnte jedoch erhalten bleiben, wenn ein Käufer die Produktlinien übernimmt und die Produktion an einen anderen Standort bündelt.
Ursachen der Insolvenz und gescheiterte Rettungsversuche
Das Unternehmen, offiziell Franz Schneider GmbH & Co. KG und im Markt unter dem Markennamen Rolly Toys bekannt, hatte im Februar 2026 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Verfahren wurde formell zum 1. Mai 2026 eröffnet mit dem Ziel, den Betrieb zu sanieren oder einen Käufer zu finden. Bis Ende Juli 2026 blieben die Rettungsbemühungen erfolglos.
Die Geschäftsführung macht ein Bündel von Belastungen verantwortlich. Entscheidend war der Wegfall eines wichtigen Grosskunden im Jahr 2025, der einen erheblichen Umsatzverlust nach sich zog. Gleichzeitig lasteten stark gestiegene Energie- und Materialkosten auf der Liquidität, zusätzlich herrschte hoher Preisdruck durch Konkurrenz aus China.
Auch rückläufige Exporte, unter anderem in die USA, schwächten die wirtschaftliche Lage.
Trotz konkreter Übernahmeangebote, darunter nach regionalen Berichten ein niederländisches und ein deutsches Angebot, zogen potenzielle Investoren ihre Offerten zurück. Noch die Unternehmensleitung erklärte, es habe sich kein Investor gefunden, der die Produktion am Standort Neustadt fortführt. Deshalb sei die Schliessung zum 31. Dezember 2026 die Folge der gescheiterten Verhandlungen.
Rolly Toys fertigt unter Lizenz Trettraktoren in Designs wie John Deere und Fendt und produzierte in den Jahren vor der Krise zeitweise verstärkt. Zuletzt stellte das Unternehmen wieder rund 250 000 Kinderfahrzeuge pro Jahr her. Mindestens zwei Interessenten aus der EU prüfen laut Berichten eine Übernahme der Marke oder einzelner Produktlinien, planen aber offenbar, die Fertigung an einem anderen Standort zu bündeln.
Für die Marke bliebe damit eine Überlebenschance bestehen, die Arbeitsplätze in Neustadt wären dennoch verloren. Die Geschäftsführung betont, dass die Insolvenz in Eigenverwaltung ursprünglich die Möglichkeit offenliess, den Betrieb zu halten oder Teile zu veräussern. In der Praxis verhinderte die Kombination aus Kundenverlust, Kostensteigerungen und internationalem Wettbewerbsdruck jedoch eine Sanierung am alten Standort.
Die Produktion am Standort Neustadt endet planmässig am 31. Dezember 2026. Ob eines der Angebote die Marke erhält oder die Fertigung an einen anderen Standort verlagert wird, hängt von den weiteren Verhandlungen der benannten Interessenten ab.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.