„Wir haben daher entschieden, den SNB-Leitzins unverändert zu belassen“, sagte SNB-Präsident Martin Schlegel. Die Nationalbank bestätigte an der geldpolitischen Lagebeurteilung vom 18. Juni 2026, dass der Leitzins bei 0,0 Prozent bleibt und die bedingte Inflationsprognose gegenüber März praktisch unverändert ist. Schlegel betonte zugleich: „Bei Bedarf ist unsere Bereitschaft am Devisenmarkt zu intervenieren erhöht.“ Die SNB nennt ein Wachstum von rund 1,0 Prozent für 2026 und etwa 1,5 Prozent für 2027 als Basisszenario; der nächste formelle Zinsentscheid ist auf den 24. September 2026 terminiert.

„Bei Bedarf ist unsere Bereitschaft am Devisenmarkt zu intervenieren erhöht“, sagte Schlegel. Diese doppelte Botschaft, Nullzinspolitik fortsetzen und zugleich die Interventionsbereitschaft erhöhen, ist das zentrale Steuerzeichen der Nationalbank nach der Sitzung vom 18. Juni 2026.

Warum die SNB den Kurs beibehält

Die SNB begründet den Verbleib bei 0,0 Prozent mit einem nur wenig veränderten mittelfristigen Inflationsdruck und einer praktisch unveränderten bedingten Inflationsprognose gegenüber dem Märzbericht. Zugleich bewertet die Bank die Gesamtlage als komfortabel: Die Teuerung in der Schweiz sei niedrig geblieben, und die Wirtschaft laufe stabil. In der Lagebeurteilung nennt die Nationalbank ein Wachstum von rund 1,0 Prozent für 2026 und von etwa 1,5 Prozent für 2027.

Aus Unternehmensbesuchen, so Schlegel, habe die SNB Rückmeldungen erhalten, wonach Firmen von solidem Umsatzwachstum berichteten. Dies stützt die Einschätzung, dass keine unmittelbare Notwendigkeit für eine Zinsanhebung bestehe. Die SNB verwarf das Szenario negativer Zinssätze als aktuell nicht relevant, obwohl der Leitzins weiterhin bei null liegt.

Haushalte und Unternehmen spüren die Nullzinspolitik direkt: Nach Einschätzung von Bankfachleuten bleiben Hypothekarzinsen auf tiefem Niveau, Festhypotheken und Saron-Finanzierungen dürften weiterhin günstig bleiben. Gleichzeitig liefern Sparguthaben nur geringe Erträge, was Anleger dazu treibt, nach Renditealternativen zu suchen, etwa in Aktien, Anleihen oder Immobilien. Die Experten Philipp Burckhardt und Erik Schafhauser teilen diese Bewertung und erwarten keine rasche Trendwende bei den Kreditkosten.

Marktteilnehmer haben die Entscheidung weitgehend als erwartbar eingestuft. Kurzfristig dürfte die Fortsetzung der Nullzinspolitik wenige scharfe Effekte für Konsumenten bringen. Doch Fachleute warnen, dass sich das Bild mittelfristig ändern kann, sollte externer Preis- oder Zinsdruck zunehmen.

In diesem Fall könnten Hypothekenkonditionen oder die Währungsentwicklung stärker reagieren.

Die SNB stellt damit ein klares Signal an die Märkte: Die geldpolitische Grundausrichtung bleibt defensiv, aber flexibel. Das bedeutet für Anleger und Banken, dass Entscheidungen über Portfolios und Zinsstrukturen weiterhin in einem Nullzinsumfeld getroffen werden müssen, mit der Option, dass äussere Schocks rasch eine Neujustierung erfordern könnten.

Währungsseite und Interventionsbereitschaft

Die Nationalbank beobachtet die Frankenentwicklung genau. Die SNB betonte jedoch, dass sie bereit bleibt, intervenierend einzugreifen, falls eine übermässige Aufwertung die Preisstabilität in der Schweiz gefährden sollte. Diese Haltung wirkt kurzfristig beruhigend für exportorientierte Unternehmen, weil eine sehr starke Frankenstärke die Wettbewerbsfähigkeit belasten würde.

Die Kombination aus Nullzins und signalisiertem Interventionsspielraum ist eine Reaktion auf das globale Umfeld: Während andere Notenbanken wie die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan zuletzt Zinsanhebungen vornahmen, sieht die SNB in der inländischen Lage keinen vergleichbaren Handlungsbedarf. Das heisst aber nicht, dass die Nationalbank passiv bleibt. Ihre Bereitschaft zur Devisenintervention ist ein klares Instrument im Arsenal, um auf externe Schocks zu reagieren.

Die SNB bezeichnet ihre geldpolitische Lage als komfortabel, warnt aber vor anhaltenden handels- und geopolitischen Unsicherheiten, die das Bild rasch ändern könnten. Für Unternehmen bedeutet das, dass die kurzfristigen Rahmenbedingungen stabil erscheinen, zugleich aber ein erhöhtes Monitoring von Wechselkurs- und Zinsrisiken angezeigt bleibt.

Für Finanzinstitute ist die Kombination aus Nullzins und Interventionsbereitschaft ein Hinweis, dass die SNB weiterhin aktiv das Umfeld für Preisstabilität und Wettbewerbsfähigkeit gestalten will. Für Privathaushalte heisst das: günstige Finanzierungsbedingungen bleiben wahrscheinlich, Spareinlagen hingegen bringen nur geringe Erträge.

Related Articles

Die Nationalbank hat ihren nächsten formellen Zinsentscheid auf den 24. September 2026 terminiert. Ursprünglich berichtet von 20min.ch.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.