Chinesische Autohersteller holen auf: Im ersten Quartal 2026 entfielen 3,1 Prozent aller Neuzulassungen in Deutschland auf Marken aus China, meldet das Kraftfahrtbundesamt. Der Bestand bleibt mit rund 131'000 Fahrzeugen (0,26 %) jedoch noch klein.
Marktanteile und Zahlen
Zum Vergleich: 2025 lag der Anteil bei 2,4 Prozent, 2024 bei 1,7 Prozent. Der Bestand auf deutschen Strassen bleibt allerdings klein: Am 1. Januar 2026 waren von insgesamt 49,5 Millionen zugelassenen Fahrzeugen lediglich rund 131'000 Fahrzeuge chinesischer Marken registriert – das entspricht etwa 0,26 Prozent.
Im EU-weiten Blick zeigen die Zahlen des Verbands der europäischen Automobilhersteller (ACEA) für Januar und Februar 2026, dass einzelne chinesische Hersteller bereits spürbare Anteile gewinnen; BYD kam demnach auf 1,8 Prozent, die SAIC-Gruppe – zu der Marken wie MG gehören – auf 1,9 Prozent.
Händlernetz und Vertriebsstrategie
Das Wachstum in Deutschland ist eng mit dem Ausbau von Vertriebs- und Servicestellen verbunden. Sichtbarkeit und erreichbare Beratung vor Ort sind für die Etablierung einer Marke zentral. Ein dichtes Händlernetz erhöht die Kaufbereitschaft – besonders bei teureren Elektrofahrzeugen, die Beratung und Service verlangen.
- MG Roewe: rund 180 Standorte (Stand: einige Wochen zuvor).
- BYD: etwa 155 Standorte.
- Leapmotor: durch Kooperation mit Stellantis etwa 120 Verkaufsstellen.
Gleichzeitig nutzen einige Hersteller eine Mischung aus Eigenzulassungen durch den Handel, Verkäufen an Autovermieter und aggressiven Rabatten, um schnell Absatzzahlen aufzubauen. Das verschafft kurzfristig Volumen, kostet aber Marge.
Wettbewerbsdruck und Auswirkungen auf Preise
Der Auftritt chinesischer Marken erhöht den Preis- und Wettbewerbsdruck im Bereich Elektromobilität. Viele europäische Hersteller stehen bereits im harten Wettbewerb um Marktanteile bei BEV-Modellen.
Reindl weist darauf hin, dass nicht alle chinesischen Marken dauerhaft Erfolg haben werden. Er erwartet, dass sich eher fünf bis sechs Marken mit einem kombinierten Marktanteil von eventuell acht bis zehn Prozent etablieren könnten.
- Auswirkungen auf etablierte Hersteller: Überdenken von Preis- und Produktstrategien; mögliche Reaktion durch gesteigerte Rabatte, erweiterte Service- und Garantieangebote.
- Auswirkungen auf Händler/Leasing: Margen- und Absatzwege müssen neu austariert werden; zusätzliche Dienstleistungen und Wiederverkaufsstrategien können Ertragsquellen werden.
Treiber der Expansion aus China
Hinter dem Vorstoss ins Ausland steht Druck aus dem Heimatmarkt. In China ist der Automarkt weiterhin hart umkämpft; Preisdruck und Margenschwund treiben Hersteller dazu, Absatzmärkte im Ausland zu suchen.
- Investitionen in Vertriebsstrukturen und lokale Partnerschaften (z. B. Leapmotor–Stellantis) statt rein eigenständigem Netzaufbau.
- Technologische Fortschritte bei Batterien und Serienfertigung von BEV-Modellen erhöhen Wettbewerbsfähigkeit.
- Exportsteigerungen kombiniert mit gezieltem Aufbau von Service- und Vertriebsangeboten zur langfristigen Etablierung in Europa.
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Stefan Reindl erwartet, dass sich eher fünf bis sechs chinesische Marken mit einem kombinierten Marktanteil von vielleicht acht bis zehn Prozent in Deutschland etablieren könnten.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.