1'376 Personen. So viele Menschen begnadigte König Mohammed VI. Anlässlich von Eid al-Adha, während im Gazastreifen viele Familien kaum etwas zum Fest haben. In Rabat fand die königliche Gebetszeremonie am 27. Mai planmäßig statt, und der Hof kündigte eine Live-Übertragung an, berichtete Maghreb Post. Zugleich melden Al Jazeera, Euronews und Middle East Eye aus Gaza Zerstörung, hohe Preise, fehlende Tiere zur Opferung und anhaltende Gefechte; wer in der Schweiz feiert oder helfen will, sollte die offiziellen Übertragungen und geprüfte Appelle humanitärer Organisationen beachten.
Wenn Sie in dieser Woche Eid al-Adha begehen oder berichten wollen, stehen Sie vor zwei sehr unterschiedlichen Bildern. Auf der einen Seite laufen in einigen Staaten staatlich begleitete Rituale und öffentliche Feiern wie gewohnt. Auf der anderen Seite prägen Zerstörung, Vertreibung und Versorgungsengpässe das Fest bei Millionen Menschen. Diese Gegenüberstellung lässt sich nicht glätten: die Fakten bleiben widersprüchlich und deutlich.
Gaza: Vertreibung, leere Stände, explodierende Preise
Im Gazastreifen fehlt vielen Familien in diesem Jahr das, was Eid al-Adha traditionell ausmacht. Al Jazeera berichtet, dass israelische Beschränkungen an den Ausgängen aus dem Gazastreifen in diesem Jahr weder Pilger aus Gaza nach Mekka zugelassen noch nennenswerte Viehtransporte ermöglicht hätten. Zahlreiche Menschen sind dauerhaft vertrieben und leben in Notunterkünften; viele können Häuser nicht wieder beziehen und haben keinen Zugang zu festlicher Dekoration oder ausreichender Nahrung.
Die persönlichen Berichte sind eindrücklich. I'tidal Hamdan, 68, sagte Al Jazeera, sie bereite sich in einem Zelt auf ihr drittes Eid seit Kriegsbeginn vor und habe keine Chance mehr, die lange erträumte Hajj mit ihrem verstorbenen Ehemann nachzuholen. Emad Suhweil, 43, ein Vertriebener aus Beit Lahiya, erklärte, das Fehlen von Vieh habe Eid al-Adha für viele entleert: Früher hätten Familien geschlachtet, gegessen und Fleisch an Bedürftige verteilt; heute stünden das Überleben und der Erwerb von zwei Kilo Gemüse im Vordergrund, so Al Jazeera.
Marktberichte zeichnen ein weiteres Bild. Euronews dokumentierte Berichte aus Deir al-Balah und Khan Younis, wonach sich Menschen am 25. Mai zwar an Schaf- und Ziegenständen drängten, aber nur wenige Tiere bezahlen konnten. Ein Händler nannte einen Preis von bis zu 8'000 US-Dollar für ein 40-Kilogramm-Schaf. Vertriebenenbefragungen nennen Zahlen, nach denen ein Schaf vor dem Krieg rund 100 US-Dollar kostete und nun laut Angaben in einigen Berichten bis zu 10'000 US-Dollar erreichen könne. In manchen Gebieten sei zudem Tierfutter knapp, so dass Schafe Müll fressen müssten.
Euronews zitiert Hilfsorganisationen, die vor einer sich verschärfenden Ernährungsunsicherheit warnen.
Die Sicherheitslage bleibt angespannt. Middle East Eye veröffentlichte Fotoreportagen und Lageberichte, die anhaltende Bombardements und Artilleriefeuer in mehreren Teilen des Gazastreifens zeigen. Lokale Medien zitierten medizinische Quellen, denen zufolge mehr als ein Dutzend Menschen binnen 24 Stunden getötet worden seien. In einem Fall teilten israelische Stellen mit, sie hätten einen Führer der militärischen Flügelorganisationen getötet; die betreffende palästinensische Organisation hatte zu dem Zeitpunkt keine Stellungnahme abgegeben.
Gänzlich anders präsentierte sich Eid al-Adha in Marokko. Maghreb Post meldete, König Mohammed VI. Verrichtete das Eid-Gebet am 27. Mai 2026 in der Ahl-Fès-Moschee im Regierungsviertel von Rabat. Der königliche Haushalt kündigte an, die Zeremonie werde ab 10:30 Uhr Ortszeit live im staatlichen Fernsehen übertragen. Die öffentliche Bedeutung des Tages zeigte sich damit klar: das Gebet war ein staatlich begleiteter Höhepunkt des Feiertagsprogramms.
Parallel zur religiösen Zeremonie erließ der König eine traditionelle Begnadigung anlässlich des Feiertags. Nach Angaben des Justizministeriums wurden insgesamt 1'376 Personen begnadigt. Von diesen befanden sich 1'195 Personen in Haft; 13 Häftlingen wurde der Rest ihrer Strafe vollständig erlassen, sodass sie sofort freikamen. Weitere 1'180 Personen erhielten eine Reduzierung ihrer laufenden Freiheits- oder Haftstrafen. 161 Begnadigte waren zum Zeitpunkt des Dekrets bereits auf freiem Fuss.
Unter den Begnadigten befand sich laut Justizministerium eine Gruppe von 20 Verurteilten, die wegen Extremismus- oder Terrordelikten verurteilt worden waren. Das Ministerium erklärte, diese Personen hätten sich offiziell von radikalem Gedankengut distanziert; bei ihnen seien im Einzelfall Reststrafen erlassen oder Haftstrafen in weniger strenge Formen umgewandelt worden, so der Bericht von Maghreb Post.
Das ist die andere Seite der Medaille: Eid al-Adha als staatlich begleiteter religiöser Höhepunkt mit symbolischen Gesten wie Begnadigungen und öffentlichen Gebeten. Für viele Menschen in Marokko war der Feiertag damit ein Moment nationaler Ritualpflege und Demonstration staatlicher Grosszügigkeit.
Beide Narrative sind zugleich wahr und unvereinbar in praktischem Sinn: Während in Rabat öffentlich gefeiert und begnadigt wird, fehlen in Gaza grundlegende Mittel zur Feier. Die Berichte zeigen persönliche Verluste, Hungerängste und ein unmittelbares Fehlen von Tieren zur traditionellen Opferung; staatliche Rituale und politische Gesten laufen hingegen an anderen Orten planmässig ab.
Wenn Sie in der Schweiz Eid al-Adha feiern oder darüber berichten, sind zwei konkrete Schritte sinnvoll. Erstens, wer die königliche Gebetszeremonie in Marokko verfolgen möchte, konnte die staatliche Live-Übertragung am Morgen des 27. Mai nutzen, wie das Hofministerium ankündigte. Zweitens, wer in Erwägung zieht zu helfen, sollte aktuelle Appelle und Lageeinschätzungen von anerkannten humanitären Organisationen prüfen, bevor er spendet oder Unterstützung koordiniert. Die Berichte aus Gaza heben Versorgungslücken, knappe Tierfutterbestände und schnelle Preiseffekte hervor; ungezielte Spenden könnten ineffektiv sein, wenn logistische Hürden und lokale Preisverzerrungen nicht berücksichtigt werden.
Für Medien und Organisationen bedeutet das: genau prüfen, mit wem man zusammenarbeitet und welche Bedarfe vor Ort wirklich bestehen. Für Feiernde in der Schweiz heisst das: Sensibilität zeigen, aber auch informiert handeln. Ein Fest feiern und gleichzeitig den Blick für Notlagen offenhalten ist möglich, wenn Informationen und Hilfsangebote sorgfältig ausgewählt werden.
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Die prägnanteste Zahl bleibt die des königlichen Dekrets: 1'376 begnadigte Personen. Sie steht neben den Bildern aus Gaza von Zelten, leeren Ständen und Familien, die ohne Vieh und mit knapper Nahrung feiern, und erinnert daran, beim Feiern informiert zu handeln, etwa über geprüfte Appelle humanitärer Organisationen.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.