In Fano legten Archäologen mehrere Marmorsockel frei. Die Maße stimmen mit Vitruvs Beschreibungen überein. Der Fund wurde von der staatlichen Soprintendenza anerkannt.
Fund und Umstände
In der Altstadt von Fano, nur wenige Meter von der Adriaküste entfernt, stießen Ausgräber in diesem Frühjahr auf Reste eines grösseren antiken Bauwerks. Ein Bereich, der ursprünglich für einen Parkplatz vorgesehen war, war vorsorglich archäologisch untersucht worden, weil Fano einst eine römische Siedlung war. Anna Giordano, ARD-Korrespondentin in Rom, berichtete vor Ort über die Grabungen und die Entdeckung.
Der Fund war kein Zufallsfund; Archäologen hatten den Boden routinemässig untersucht, weil dort gebaut werden sollte. Die Untersuchung des Baugrunds war Teil routinemässiger Voruntersuchungen vor einer Baumaßnahme. So wurde Schritt für Schritt sichtbar, dass unter der jüngeren Bebauung mächtige Fundamentreste lagen.
Warum die Säulen auffielen
Mehrere freigelegte Sockel entpuppten sich als Basis für Marmorsäulen. Die Dimensionen der Säulenkerne sind auffällig: ihr Durchmesser entspricht genau fünf römischen Fuss, also rund 1,50 Meter. Das ist kein beiläufiges Detail. Vitruv — der römische Architekt und Verfasser des Handbuchs "De Architectura" — hatte genau diese Maße genannt, als er jene Basilika beschrieb, die er als Bauleiter errichtet haben soll.
Archäologin Chiara Cesaretti, die an den Grabungen beteiligt ist, erklärte, dass die Forscher mithilfe von Vitruvs Text immer wieder punktgenau auf die nächste Säule stiessen. "Vitruv hatte den genauen Abstand zwischen den Säulen genannt", sagte Cesaretti. Als Maße und Abstände mit Vitruvs Text übereinstimmten, wurden die Archäologen zunehmend sicher, dass es sich um die von ihm beschriebene Basilika handeln könnte.
Anerkennung durch die Behörden
Das Entscheidende: Die Soprintendenza, die zuständige Archäologiebehörde, hat den Fund offiziell anerkannt.
Maurizio Bilò, der die Ausgrabungen seitens der Behörde begleitete, bewertete den Fund als "von herausragender Natur" und betonte, die Basilika sei für römische Verhältnisse sehr innovativ gestaltet gewesen.
Mit der Anerkennung wird die Behörde die Funde dokumentieren und rechtlich sichern. Zugleich erlaubt sie eine wissenschaftliche Einordnung: Archäologen konnten Vergleiche zwischen den materiellen Resten und den schriftlichen Angaben Vitruvs anstellen — ein seltener Fall, in dem Theorie und Befund so eng zusammenpassen.
Bedeutung für Kunstgeschichte und Architektur
Vitruvs Werk "De Architectura" diente über Jahrhunderte als grundlegendes Lehrbuch für Baukunst. Die Entdeckung an der adriatischen Küste hat deshalb nicht nur lokalen Wert: Sie liefert konkrete physische Belege für eine Beschreibung, die bislang primär textlich überliefert war. Das hilft, bestimmte Interpretationen seiner Maße und Entwürfe zu prüfen.
Bilò wies auf Vitruvs weitreichenden Einfluss hin: Zahlreiche Künstler und Architekten hätten sich von seinen Beschreibungen inspirieren lassen, und sein Einfluss reiche bis in die Renaissance und die Moderne. Ein bekanntes Beispiel ist Leonardo da Vincis "vitruvianischer Mensch", der Vitruvs Proportionslehre veranschaulicht — eine Skizze, die in Italien sogar auf einer Euromünze zu sehen ist.
Was die Entdeckung praktisch bedeutet
Der Fund erfolgte mitten in einem urbanen Kontext.
Weil die Funde beim Ausheben des Bodens zutage traten, sind städtische Bauvorhaben betroffen worden — zunächst durch die notwendigen Grabungen und die Dokumentation der Befunde. Die Soprintendenza begleitet die Maßnahmen, und die Fundstelle wird nun systematisch untersucht.
Das macht die Ausgrabungen für lokale Behörden und Planer bedeutsam. Einerseits geht es um Schutz und wissenschaftliche Auswertung. Andererseits stehen Entscheidungen über zukünftige Nutzung, Präsentation und mögliche touristische Erschliessung an. Genauere Pläne dazu nannte die Soprintendenza bislang nicht öffentlich.
Fachsicht und Forschungsfragen
Für die Archäologie ist der Fall selten: Ein detailliert beschriebenes Bauwerk aus der Antike, das sich durch Messungen bestätigen lässt. Cesaretti betonte, wie ungewöhnlich die Übereinstimmung sei und wie sie den Grabungsfortschritt leitete. "Wir sind bei den Grabungen mithilfe der Beschreibungen immer punktgenau auf die nächste Säule gestossen", sagte die Archäologin.
Als nächstes messen die Forscher die Befunde genau aus, untersuchen Materialproben und versuchen, Bauweise und Nutzung des Gebäudes zu rekonstruieren. Solche Analysen können nicht nur Fragen zur Bauweise beantworten, sondern auch zur Chronologie: wann das Gebäude entstand, wie lange es genutzt wurde und ob es später umgebaut wurde.
Regionale und internationale Resonanz
Durch die Anerkennung rückt der Fund auch international in den Blick der Fachwelt. Fachkolleginnen und -kollegen in Europa dürften die Ergebnisse verfolgen; Untersuchungsergebnisse werden in Fachpublikationen erwartet. Die Entdeckung verbindet literarische Quellen mit archäologischen Befunden — ein Befund, der in Lehrbüchern und Forschungsdebatten Eingang finden kann.
Zu konkreten Kooperationen oder Ausstellungsplänen äusserte sich Anna Giordano nicht; ihre Berichterstattung konzentrierte sich auf die Umstände der Entdeckung und die Reaktionen der beteiligten Fachleute. Stand jetzt gibt es keine in den vorliegenden Quellen dokumentierte direkte Verbindung zur Schweiz.
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Maurizio Bilò, Vertreter der Soprintendenza, sagte: "Die Basilika war für römische Verhältnisse sehr innovativ gestaltet."
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.