Etwa 50 Holocaust-Überlebende führten den Marsch in Auschwitz an. Tausende Menschen begleiteten sie.

Gedenken auf dem Weg nach Birkenau

Der alljährliche "Marsch der Lebenden" führte am Dienstag vom Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz zum früheren Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Etwa 50 Überlebende gingen an der Spitze der Gruppe, berichtete Meike Glass, Korrespondentin in Warschau. Rund 6'000 Personen aus verschiedenen Ländern waren dem Aufruf gefolgt; die Mehrheit davon waren junge Jüdinnen und Juden.

Der Marsch deckte die Distanz von ungefährt drei Kilometern ab, die entlang der Wege führt, auf denen vor acht Jahrzehnten Deportierte und Häftlinge gescheucht worden waren. Die Organisatoren betonten, das Ereignis diene nicht nur dem Gedenken an die Opfer, sondern wolle zugleich ein Zeichen für jüdisches Leben und jüdische Kultur heute setzen.

Der Marsch hat eine doppelte Bedeutung: Er erinnert an die Vergangenheit und zeigt, dass jüdisches Leben heute noch lebendig ist. Für viele Teilnehmende ist das Gehen deshalb beides – Gedenken und Gegenwart zugleich.

Weniger Teilnehmende aus Israel

Die Zahl der Teilnehmenden aus Israel fiel in diesem Jahr deutlich geringer aus als geplant. Von dort wurden nur noch zehn Holocaust-Überlebende erwartet. Die Veranstalter sagten, etwa 1'500 Personen aus Israel – darunter rund 50 Überlebende – hätten ihre Teilnahme abgesagt.

Als Gründe nannten sie Sicherheitsbedenken und Luftraumbeschränkungen, die mit dem Krieg in der Region zusammenhingen.

Die abgesagten Anreisen veränderten die Zusammensetzung der Gruppe sichtbar: Wo sonst viele Delegationen aus Israel präsent sind, dominierten diesmal stärker Vertreterinnen und Vertreter aus den USA, den Niederlanden und Tschechien. Das machte die internationale Dimension des Gedenkens trotzdem deutlich, wenn auch mit einer anderen Begegnungsdynamik.

Warum der Marsch relevant bleibt

Der Ort Auschwitz-Birkenau trägt eine klar fassbare historische Last: Alleine in Birkenau wurden nach Schätzungen mehr als eine Million Menschen getötet. Das macht das Gelände zu einem zentralen Ort des internationalen Holocaust-Gedenkens. Der Marsch erinnert an diese Gräueltaten, richtet den Blick aber auch auf das Weiterleben jüdischer Gemeinschaften.

Viele junge Teilnehmer erleben den Marsch als politische Erfahrung, nicht nur als Geschichtsstunde. Sie kommen mit Fragen über Erinnerungskultur, Antisemitismus und die Rolle von Staat und Gesellschaft beim Schutz von Minderheiten.

Vertreter der Veranstalter sagten gegenüber der Berichterstattung, die öffentliche Präsenz von Überlebenden habe eine besondere Wirkung: Wer unmittelbar von Tätern und Opfern erzählen kann, bringt dem Gedenken eine persönliche Ebene bei, die reine Zahlen nicht leisten.

Organisation und Sicherheitslage

Die Organisatoren wiesen darauf hin, dass der Marsch am frühen Nachmittag stattfand und dass vor dem Hintergrund der angespannten Sicherheitslage zusätzliche Vorkehrungen nötig waren. Flugbeschränkungen und die Sorge um die Sicherheit internationaler Delegationen hatten den Ablauf beeinflusst, so die Angaben der Veranstalter.

Praktisch bedeutete das, dass Reisepläne angepasst werden mussten und manche Delegationen ihre Teilnahme kurzfristig stornierten. Die Sicherheitslage veränderte damit auch die internationale Zusammensetzung der Besucherinnen und Besucher auf dem Gelände.

Internationale Dimension und Erinnerungspolitik

Der Marsch ist Teil eines Netzwerks von Erinnerungsveranstaltungen, die weltweit stattfinden, um an den Holocaust zu erinnern. Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen oft aus jüdischen Gemeinden, Schulen und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Sie sehen im Marsch eine Gelegenheit, Wissen weiterzugeben und Aufmerksamkeit zu schaffen – gerade an junge Menschen.

Wichtig ist: Erinnerungspolitik betrifft nicht nur das eigene Land. Gedenkveranstaltungen wie dieser tragen dazu bei, wie Länder und Gesellschaften mit ihrer Vergangenheit umgehen. Sie wirken auf Bildungsprogramme, die öffentliche Debatte und auf diplomatische Beziehungen, wenn Staaten offizielle Delegationen entsenden oder aus Sicherheitsgründen fernbleiben.

Bildung und Generationenwechsel

Der Generationenwechsel stellt Veranstalter vor konkrete Aufgaben. Viele Überlebende sind inzwischen hochbetagt; ihre Zahl nimmt ab. Das macht die direkte Begegnung immer seltener. Zugleich nimmt das Interesse junger Jüdinnen und Juden an solchen Veranstaltungen zu – sie kommen, um zuzuhören, Fragen zu stellen und die Erinnerung weiterzutragen.

Deshalb investieren viele Organisationen in Bildungsformate rund um den Marsch: Workshops, Zeitzeugenprojekte und digitale Archive, die Erzählungen aufnehmen. Die Herausforderung besteht darin, das Erzählte nicht zu vereinfachen und gleichzeitig für junge Menschen zugänglich zu machen.

Symbolische Wirkung in einer angespannten Region

Der Marsch fand in einem Jahr statt, in dem die geopolitische Lage in Teilen der Welt Spannungen erzeugte, die sich bis zur Teilnahme an internationalen Gedenkveranstaltungen auswirkten. Die Veranstalter nannten explizit Sicherheitsbedenken und Luftraumbeschränkungen als Gründe für abgesagte Reisen aus Israel. So wurde deutlich, wie Konflikte in der Welt die Erinnerungsarbeit beeinflussen.

Das führte zu praktischen Folgen: weniger Delegationen aus bestimmten Ländern, abgesagte Begegnungen zwischen Überlebenden und lokalen Schulen und weniger offizielle Repräsentation. Gleichzeitig blieb die Botschaft des Marsches klar: Erinnern heisst auch, die Gegenwart ernst zu nehmen.

Wie es weitergeht

Der Marsch wurde wie geplant durchgeführt und zog viel Aufmerksamkeit auf sich. Veranstalter und Teilnehmende betonten, dass das Gedenken an den Holocaust weiter gepflegt werden müsse – nicht nur als Rückblick, sondern als Grundlage für Bildung und Prävention gegen Antisemitismus und Rassismus.

Viele Teilnehmende kündigten an, die Erfahrungen und Gespräche mit in ihre Gemeinden und Schulen zurückzutragen. Damit bleibt der Marsch mehr als ein einmaliges Ereignis: Er ist ein Impuls für längerfristige Bildungsarbeit.

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Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.