Vincent Mortier, Anlagechef von Amundi, warnt, dass künstliche Intelligenz der Wirtschaft unter dem Strich schaden könnte. Mortier steuert die Anlagestrategie für rund 2,4 Billionen Euro und sieht zugleich, wie der Iran-Krieg Öl- und Gaspreise nach oben treibt. Er nennt konkrete Lieferkettenprobleme bei Rohstoffen wie Helium, Sulfite und Düngemitteln, die die Industrieproduktion drosseln könnten. Anleger aber setzen weiter auf steigende Aktienkurse und ignorieren laut Mortier diese Risiken.

Erklärung des Warnsignals

Vincent Mortier ist bei Amundi für die Veranlagung grosser Vermögen zuständig. Sein Mandat umfasst nach seinen Angaben rund 2,4 Billionen Euro. Er sagt, dass mehrere Faktoren gleichzeitig Druck auf Wachstum und Preise ausüben. Der seit zwei Monaten andauernde Iran-Krieg habe den Ölpreis steigen lassen. Das drückt auf die Stimmung an den Märkten. Mortier betont aber, dass nicht nur Energie wichtig sei. Auch andere Rohstoffe würden Engpässe verursachen.

Die Reihenfolge der Sorgen ist klar. Erst kommt die Versorgung. Dann der Preis. Wenn ein Rohstoff knapp wird, hilft auch ein hoher Preis nicht sofort weiter. Mortier nennt Helium, Sulfite und Düngemittel als Beispiele. Fehlen diese, könne etwa die Halbleiterproduktion leiden. Und wenn die Industrieproduktion im Sommer einbricht, dann beeinflusst das das Wachstum in Asien, Europa und den USA.

Knappheit statt Preis

Mortier weist auf die Kette hin, die von Rohstoffknappheit zu Produktionsausfällen führt. Kurzfristig steigen Preise. Mittel- bis langfristig kann die Verfügbarkeit das grössere Problem sein. Wenn bestimmte Komponenten fehlen, stehen Fabriken still. Das senkt die Produktion. Das wiederum bremst das Wachstum. Mortier sagt: "Es gibt bereits Anzeichen, dass sich das Wachstum verlangsamt."

Der Effekt zeigt sich auch an den Anleihenmärkten. Die Renditen zehnjähriger deutscher Bundesanleihen sind nach Mortiers Darstellung seit Kriegsbeginn von etwa 2,6 auf über 3 Prozent gestiegen. Höhere Renditen drücken Anleihekurse und signalisieren, dass Investoren das Risiko höher einschätzen.

Warum Anleger weitermachen

Trotz dieser Warnungen haben sich Aktienmärkte stabilisiert. US-Indizes wie der S&P 500 oder der Nasdaq liegen laut Mortier wieder nahe ihren Höchstständen. Anleger setzten auf die Hoffnung, dass Firmen und Märkte sich anpassen. Sie erwarteten, dass Staat und Zentralbanken im Notfall eingreifen würden. Mortier sagt, Anleger fürchteten vor allem, etwas zu verpassen.

Diese Angst habe grössere Wirkung als rationale Abwägung von Risiken.

Aus Sicht des Amundi-CIO sind Aktieninvestoren oft kurzsichtig. Sie ziehen Schlüsse aus früheren Krisen. Während Covid, der Ukraine-Krieg und Handelssanktionen sich bewältigen liessen, gebe es keine Garantie, dass das bei neuen Problemen ebenso glimpflich ausgeht. Mortier mahnt zur Vorsicht. Er argumentiert nicht für einen abrupten Ausstieg aus Aktien. Er warnt, dass die Risiken unterschätzt werden.

Die KI-Komponente

Mortier bringt künstliche Intelligenz in diesen Kontext. Und er sagt, Anleger setzten grosse Hoffnungen in die Produktivitätsgewinne durch KI. Solche Erwartungen trieben Bewertungen. Zugleich könnten die versprochenen Vorteile eine Kehrseite haben. Mortier spricht von unliebsamen Folgen, die Anleger verkennen.

Welche Folgen genau gemeint sind, fasst er als strukturelle Veränderungen zusammen, die nicht automatisch zu höheren Gewinnen führen. Er sieht einen Wettbewerbsvorteil für Anbieter, die KI-Anwendungen besonders günstig anbieten. China nenne er als Beispiel. Billigere KI-Lösungen aus China könnten den Westen herausfordern und Margen drücken. Mortier betont, dass ein reines Preis- oder Effizienzwettrennen nicht automatisch zu wirtschaftlichem Mehrwert für alle führt.

Mortier rechnet damit, dass Staat und Zentralbanken bei ernsten Einbrüchen reagieren würden. Er sagt, Anleger hofften oft reflexartig auf Hilfen. Zentralbanken könnten wieder auf geldpolitische Instrumente zurückgreifen. Regierungen könnten fiskal reagieren, wenn Arbeitsplätze und Wachstum in Gefahr gerieten. Solche Interventionen können die kurzfristige Marktstabilität erhöhen. Zugleich würden sie aber nicht alle strukturellen Probleme lösen.

Die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, knapperen Vorleistungen und technologischen Umwälzungen wirft Fragen auf. Unternehmen stünden vor der Aufgabe, ihre Lieferketten widerstandsfähiger zu machen. Investoren müssten die potenziellen Kosten dieser Umstellungen berücksichtigen. Mortier sieht bereits Signale für weniger Wachstum. Höhere Anleiherenditen sind ein solcher Indikator.

Industrien mit langen und komplexen Zulieferketten sind laut Mortier anfällig. Halbleiter, Chemie und die Landwirtschaft nennt er indirekt durch die Beispiele Helium, Sulfite und Düngemittel.

Engpässe in diesen Sektoren können Produktion und Preise verzerren. Anleger sollten das in ihren Risiko- und Anlageüberlegungen berücksichtigen.

Bei Technologieunternehmen wiederum stellt sich die Frage, ob KI-Einsparungen die Kosten der Umstellung aufwiegen. Kostendruck durch internationale Konkurrenz könnte Margen schmälern. Mortier warnt, dass hohe Erwartungen an KI bereits Teil der Bewertungsbasis sind. Fallen die Gewinne geringer aus als gedacht, würden Bewertungen korrigiert.

Die Märkte haben bislang zwei widersprüchliche Signale gesendet. Auf der einen Seite sind Aktienindizes nahe ihren Hochs. Auf der anderen Seite ziehen steigende Anleiherenditen die Risikoprämien nach oben. Mortier interpretiert das als Zeichen, dass Anleger kurzfristig optimistisch, langfristig aber vorsichtiger sind. Solche Gemengelagen können zu erhöhter Volatilität führen.

Für Portfoliomanager ergibt sich daraus eine doppelte Herausforderung. Sie müssen Chancen in Bewertungen finden. Zugleich müssen sie Szenarien für Lieferengpässe und technologischen Wettbewerb einpreisen. Mortier plädiert für eine differenzierte Sicht. Er schlägt keine einfache Asset-Allokation vor. Vielmehr fordert er, die strukturellen Kosten in die Planung aufzunehmen.

Mortier empfiehlt eine Analyse der Verwundbarkeit von Lieferketten. Er sagt, Anleger sollten auf Sektoren achten, die stark von speziellen Rohstoffen abhängen. Diversifikation helfe, ist aber kein Allheilmittel. Auch aktive Steuerung von Liquidität und Duration erscheine sinnvoll, um auf steigende Anleiherenditen zu reagieren.

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Mortier steuert die Anlagestrategie von Amundi und verwaltet rund 2,4 Billionen Euro. Er warnt, dass Rohstoffengpässe und die strukturellen Effekte von KI das Wachstum belasten und Anleger diese Risiken bislang unterschätzen.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.