In der Deutschschweiz haben bereits rund ein Drittel der Zehn- bis 18-Jährigen Nikotinprodukte ausprobiert. Trotz eines Verkaufsverbots bleibt der Konsum unter Minderjährigen hoch. Ein neues Pilotprojekt der Lungenliga Zentralschweiz will nun gezielt helfen, die Abhängigkeit bei Kindern und Jugendlichen zu bekämpfen.
Verbreitung von Nikotinprodukten bei Jugendlichen
Nikotin ist längst nicht mehr nur ein Thema für Erwachsene. In der Deutschschweiz zeigt eine Umfrage der Lungenliga Zentralschweiz aus dem Herbst 2025, dass etwa ein Drittel der Kinder und Jugendlichen im Alter von zehn bis 18 Jahren bereits Nikotinprodukte konsumiert hat. Fast die Hälfte davon nimmt diese Produkte regelmässig zu sich – vor allem Vapes und Zigaretten, aber auch Snus und Schnupf gehören zum Konsumalltag.
Die bunte Vielfalt an Nikotinprodukten hat es jungen Menschen leichter gemacht, unbemerkt zu konsumieren. Vapes etwa werden häufig unterschätzt, weil sie keinen sichtbaren Rauch erzeugen und dadurch meist ohne Aufsehen genutzt werden können. Die Folge: Eltern und Bezugspersonen bemerken die Abhängigkeit oft zu spät oder gar nicht.
Psychische und körperliche Abhängigkeit schon bei Kindern
Die Umfrage offenbart, dass rund 40 Prozent der konsumierenden Minderjährigen bereits eine psychische Abhängigkeit entwickelt haben. Die körperlichen Auswirkungen sind ebenfalls deutlich: Herzrasen und Atembeschwerden sind keine Seltenheit. Viele Betroffene bringen diese Symptome jedoch nicht mit ihrem Nikotinkonsum in Verbindung. Das erschwert die Situation zusätzlich, weil die Kinder und Jugendlichen so kaum den Zusammenhang erkennen, der sie in die Abhängigkeit führt.
Die Suchtdruck-Symptome sind für die jungen Menschen belastend. Die Lungenliga Zentralschweiz berichtet, dass viele Jugendliche Mühe haben, allein mit dem Drang nach Nikotin umzugehen. Gleichzeitig wünscht sich die Hälfte der Konsumierenden eine Unterstützung beim Aufhören.
Gesetzliche Einschränkungen genügen nicht
Der Bund hat im Oktober 2024 den Verkauf von Nikotinprodukten an Minderjährige verboten. Trotzdem ist der Zugang zu Nikotin nicht vollständig unterbunden. Das Problem liegt oft im sozialen Umfeld der Kinder: Mitschüler, Freunde oder ältere Geschwister bringen die Produkte mit, und so gelangen diese weiterhin an Minderjährige.
Der Verkauf über den Handel ist nur ein Teil der Geschichte.
Die politischen Massnahmen wirken zwar, aber Verbote allein reichen nicht aus. Der Konsum wird dadurch verschoben, bleibt aber bestehen. Das macht deutlich, dass mehr als nur gesetzliche Regulierungen nötig sind, um die Nikotinabhängigkeit bei Minderjährigen in den Griff zu bekommen.
Neues Pilotprojekt der Lungenliga Zentralschweiz
Die Lungenliga Zentralschweiz hat nun ein Pilotprojekt lanciert, das sich gezielt an Kinder und Jugendliche richtet, die Nikotin konsumieren. Das Angebot mit dem Namen «Nikotinstopp für Minderjährige» startet im Winter 2026 und will die Betroffenen beim Ausstieg begleiten und motivieren.
Das Projekt orientiert sich an den Bedürfnissen der jungen Konsumierenden. Die Jugendlichen berichten, dass sie nicht nur Hilfe beim Aufhören wollen, sondern auch Unterstützung bei der Bewältigung von Stress benötigen. Bisher fehlte ein Angebot, das diese Aspekte kombiniert. Die Lungenliga reagiert darauf und bietet eine Begleitung, die auf die Lebensrealität von Kindern und Jugendlichen zugeschnitten ist.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den neueren Nikotinprodukten wie E-Zigaretten, Snus und Tabakerhitzern. Die Lungenliga weist darauf hin, dass diese Produkte oft mehr Nikotin enthalten als klassische Zigaretten und leichter konsumiert werden können, ohne entdeckt zu werden.
Auswirkungen auf Gesellschaft und Gesundheitssystem
Frühe Nikotinabhängigkeit schadet nicht nur der Gesundheit der Betroffenen, sondern belastet auch langfristig das Gesundheitssystem.
Wer früh abhängig wird, riskiert chronische Krankheiten und eine deutlich schlechtere Lebensqualität. Die Kosten für medizinische Behandlungen und Präventionsprogramme steigen mit der Zahl der Betroffenen.
Nikotinabhängigkeit bei Minderjährigen bringt Probleme für Schulen und Familien mit sich. Lehrpersonen und Eltern stehen vor schwierigen Fragen, wie sie mit dem Thema umgehen sollen. Gleichzeitig wächst der Druck, geeignete Unterstützungsangebote zu schaffen.
Die Lungenliga-Initiative könnte bald in der ganzen Schweiz umgesetzt werden. Die Pilotphase soll Erkenntnisse liefern, die für eine Ausweitung genutzt werden. Damit könnte die Schweiz einen Schritt vorwärts machen, um die Nikotinabhängigkeit bei jungen Menschen nachhaltig zu reduzieren.
Politische und wirtschaftliche Konsequenzen
Das Engagement für präventive Massnahmen und Hilfsangebote steht auch in einem wirtschaftlichen Kontext. Die Belastung durch Nikotinkonsum kostet die Gesellschaft jährlich Millionen, sei es durch Gesundheitsausgaben oder Produktivitätsverluste. Frühe Interventionen könnten diese Kosten senken und die Ressourcen besser einsetzen.
Das Projekt zeigt, dass Gesundheitsorganisationen und Behörden gut zusammenarbeiten können, um aktuelle Probleme zu lösen. Man muss sehen, wie schnell andere Kantone nachziehen und ob der Bund die Gesetze weiter verschärft, um Minderjährige besser zu schützen.
Es bleibt offen, wie man künftig Prävention, Regulierung und persönliche Freiheit ausbalanciert. Nikotin bei Kindern und Jugendlichen bleibt ein Thema, das Gesellschaft und Politik beschäftigt.
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Das Pilotprojekt der Lungenliga Zentralschweiz markiert einen neuen Ansatz im Kampf gegen Nikotinabhängigkeit bei Minderjährigen. Ob die Massnahme langfristig Erfolge zeigt und auf die ganze Schweiz ausgeweitet wird, hängt von den Erkenntnissen der kommenden Monate ab.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.