Rund 35'000 Arbeitskräfte aus der EU halten die Schweizer Landwirtschaft am Laufen — genau deshalb rief der Schweizerische Bauernverband (SBV) zur Stimmfreigabe bei der Volksinitiative «10‑Mio‑Schweiz» auf. Markus Ritter, SBV‑Präsident, nannte die Abhängigkeit von ausländischem Personal als zentrales Gegenargument; gleichzeitig haben mehrere grosse kantonale Bauernverbände klare Ja‑Parolen beschlossen. Die unterschiedlichen Empfehlungen zwischen West‑ und Deutschschweiz erzeugen politischen Druck in Bern und auf dem Land.

Wie der nationale Verband entschied

Der Schweizerische Bauernverband rief zur Stimmfreigabe auf, statt eine einheitliche Ja‑ oder Nein‑Parole auszusprechen. Markus Ritter, Präsident des SBV und Mitglied der Mitte, sagte, die Entscheidung sei in einem Spannungsfeld gefallen: Wirtschaftsverbände hätten früh an den SBV appelliert, gegen die Initiative Stellung zu beziehen, während die SVP auf eine Ja‑Parole gedrängt habe.

Ritter hob die Abhängigkeit der Landwirtschaft von ausländischen Arbeitskräften hervor: Nach Verbandsangaben sind rund 35'000 Beschäftigte aus der EU in der Branche tätig. Ohne diese Arbeitskräfte, so die Verbandsführung, stünden Ernten und Tierhaltung unter Druck. Die Stimmfreigabe solle zudem verhindern, dass der nationale Verband intern zerfällt.

Kantonale Parolen: Ja, Nein und Stimmfreigabe

Auf kantonaler Ebene ist die Lage heterogen. Die Entscheidungen im Überblick:

  • Ja‑Parole: Bern, Schaffhausen, St. Gallen, Zürich
  • Stimmfreigabe: Solothurn, Aargau (weitere Kantone mit ähnlicher Haltung)
  • Nein (Westschweiz): Ein überregionaler Verband, der sämtliche Westschweizer Kantone vertritt, hat eine Nein‑Parole beschlossen; weitere Romandie‑Verbände werden voraussichtlich ähnlich entscheiden.

Martin Haab, SVP‑Nationalrat und Präsident des Zürcher Bauernverbandes, warnte vor steigendem Siedlungsdruck auf fruchtbare Ackerflächen: "Die guten Ackerflächen, die sogenannten Fruchtfolgeflächen, das ist die Basis unserer Produktion, und die wollen wir nicht hergeben", sagte Haab.

Warum die Initiative Teile der Landwirtschaft alarmiert

Die Initiative zielt darauf ab, das Bevölkerungswachstum stärker zu begrenzen. Für die Landwirtschaft stehen zwei Themen im Vordergrund: der Arbeitskräftebedarf und der Erhalt von Kulturland. Mehr Einwohner könnten nach Auffassung zahlreicher bäuerlicher Vertreter den Druck auf Bauland und Verkehrsflächen erhöhen und damit Anbauflächen reduzieren.

Der SBV betont die komplexe Balance: Maßnahmen zur Begrenzung des Wachstums haben zugleich Effekte auf Nachfrage, Infrastruktur und Arbeitsmigration. Forderungen nach weniger Wachstum treffen auf einen Sektor, der auf Saison‑ und Fachkräfte aus der EU angewiesen ist; politische Entscheidungen in Bern hätten deshalb direkte Folgen für Erntezyklen, Produktionskosten und Betriebsstrategien.

Ritter verwies in diesem Zusammenhang auf die politische Erfahrung mit der Masseneinwanderungs‑Initiative von 2013.

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«Die Enttäuschung, dass die Masseneinwanderungs‑Initiative nicht umgesetzt wurde, sitzt nach wie vor tief», sagte Markus Ritter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbands.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.