Nur vier Schiffe haben am ersten Tag der Waffenruhe die Straße von Hormus passiert – ein Bruchteil der üblichen 140 täglich. Die Durchfahrt durch die strategisch wichtige Meerenge bleibt unsicher, und die beteiligten Parteien verhandeln weiterhin über Bedingungen, unter denen der Schiffsverkehr wieder regulär stattfinden kann.

Wenig Schiffe auf der Durchfahrt trotz Waffenruhe

Am Tag des Beginns der Waffenruhe im Nahostkonflikt passierten lediglich vier Schiffe mit aktivem AIS-System die Straße von Hormus. Das automatische Ortungs- und Informationssystem ist für die Überwachung des Schiffverkehrs entscheidend. Zum Vergleich: Vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten nutzten meist rund 140 Schiffe täglich diese wichtige Passage. Die Zahl der Schiffe, die mit abgeschaltetem AIS fahren – oft Teil einer sogenannten "Schattenflotte", die sanktioniertes iranisches Rohöl transportiert – ist unbekannt und wird von internationalen Beobachtern nicht erfasst.

Die geringe Anzahl an Schiffen zeigt klar, dass die Waffenruhe allein nicht ausreicht, um den Verkehr durch die Meerenge wieder zu normalisieren. Reedereien sind nach wie vor skeptisch, ob die Durchfahrt sicher ist.

Unsicherheit und Sicherheitsbedenken prägen die Lage

Die iranische Marine hat vor der Gefahr von Seeminen in der Straße von Hormus gewarnt. Sie veröffentlichte Karten, die Gefahrenzonen in den üblichen Schifffahrtswegen markieren. Diese Warnungen verstärken die Zurückhaltung der Reedereien, die erst konkrete Sicherheitsgarantien fordern, bevor sie ihre Schiffe wieder regelmäßig durch die Meerenge schicken.

Der Verband Deutscher Reeder (VDR) hat sich klar positioniert: Ohne verlässliche Zusicherungen zur Sicherheit der Frachtschiffe werde es keine Rückkehr zum Normalbetrieb geben. Die wirtschaftlichen Risiken seien zu gross, und die Unsicherheit über mögliche Zwischenfälle zu hoch.

Iran beansprucht Kontrolle und fordert Maut

Die Kontrolle über die Straße von Hormus liegt nun fest in den Händen Irans.

Experten sehen darin eine Verschiebung gegenüber der Lage vor dem Krieg. Damals hatte Teheran keine direkte Kontrolle über diese internationale Schifffahrtsroute.

Laut Richard Fontaine, Geschäftsführer der Denkfabrik Center for a New American Security, verschafft dies Iran heute eine stärkere Position in den Verhandlungen.

Ein kontroverses Thema sind die iranischen Forderungen nach einer Maut für die Durchfahrt. Teheran schlägt vor, dass Schiffe – insbesondere Öltanker – für eine sichere Passage eine Gebühr zahlen, die bis zu zwei Millionen US-Dollar betragen könnte. Überraschenderweise soll die Zahlung in Kryptowährungen erfolgen, womit Iran Sanktionen umgehen könnte.

Diese Pläne stossen international auf Kritik. Frankreichs Aussenminister Catherine Colonna und der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis bezeichneten die Maut als unakzeptabel. Mitsotakis warnte zudem vor einem gefährlichen Präzedenzfall, der die Freiheit der Schifffahrt weltweit bedrohen könnte.

Wirtschaftliche Folgen für die globale und Schweizer Wirtschaft

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Wasserstrassen für den globalen Ölhandel. Ein grosser Anteil der weltweiten Öltransporte passiert diese Meerenge, was auch für die Schweiz von Bedeutung ist – insbesondere für die Industrie und den Energiesektor. Engpässe oder Unsicherheiten bei der Durchfahrt können zu höheren Rohölpreisen führen, was wiederum die Produktionskosten steigert und die Inflation antreibt.

Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen erwartet, dass es mindestens sechs bis acht Wochen dauern wird, bis sich der Schiffsverkehr wieder normalisiert. Das liegt daran, dass sich Lieferketten erst neu sortieren müssen. Gerade Schweizer Unternehmen, die auf verlässliche und pünktliche Rohstofflieferungen angewiesen sind, könnten mit Verzögerungen rechnen.

Die Schweizer Exportwirtschaft, die stark auf den globalen Handel angewiesen ist, sieht sich durch die Unsicherheiten in der Straße von Hormus vor Herausforderungen gestellt. Logistische Umstellungen, steigende Transportkosten und mögliche Engpässe könnten sich negativ auswirken.

Politische Dimensionen und internationale Reaktionen

Die anhaltenden Spannungen und Irans Kontrolle über die Meerenge haben auch politische Folgen. Die USA und ihre Verbündeten beobachten die Situation genau. Während Teheran versucht, seine Position zu festigen und wirtschaftliche Vorteile durch die Maut zu erzielen, warnen westliche Staaten vor einer Eskalation.

Die Forderung nach einer Maut für die Durchfahrt hat das Potenzial, die Beziehungen zwischen Iran und weiteren internationalen Akteuren weiter zu belasten. Die Sorge besteht, dass dadurch wirtschaftlicher Druck auf die freie Schifffahrt ausgeübt wird. Für die Schweiz, die sich traditionell für offene Handelswege einsetzt, ist die Entwicklung kritisch.

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Auch nach der Waffenruhe bleibt die Straße von Hormus ein Brennpunkt mit unklarer Zukunft. Wann der Schiffsverkehr wieder normal läuft, hängt von Sicherheitsgarantien, politischen Verhandlungen und wirtschaftlichen Interessen ab. Die Auswirkungen auf die globale Ölversorgung und die Schweizer Wirtschaft werden noch länger zu spüren sein.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.