Vor drei Jahren begannen die Kämpfe im Sudan. Die Gewalt hat Zehntausende getroffen. Die humanitäre Lage bleibt katastrophal.
Flucht, Verlust, Alltag im Exil
Mahasen Fadl kommt aus Al-Faschir in Darfur. Sie hat ihre Stadt im Herbst 2025 zu Fuss verlassen und ist mit sieben Kindern auf der Flucht. "Ich habe gesehen, wie Menschen bestohlen und misshandelt wurden", sagte Mahasen gegenüber Moritz Behrendt, ARD-Kairo. Ihre Erzählung steht stellvertretend für tausende Familien, die seit Ausbruch der Kämpfe alles verloren haben.
Die Fluchtrouten sind lang und gefährlich. Viele suchen Schutz in provisorischen Lagern, andere versuchen es in Städten weit entfernt vom Herkunftsort. Hilfsorganisationen finden kaum Zugang zu den Bedürftigen; Versorgung, Schutz und medizinische Hilfe reichen nirgends hin.
Die Vereinten Nationen sprechen mittlerweile von der grössten humanitären Katastrophe in der Region. Zehntausende Menschen wurden getötet, Millionen sind auf der Flucht. Wasser, Nahrung und Gesundheitsversorgung sind knapp. Die Statistik ist eindrücklich — hinter ihr stehen aber individuelle Tragödien, wie die von Mahasen.
Wer kämpft – und warum bleibt der Krieg festgefahren?
Der Konflikt begann vor drei Jahren mit Gefechten zwischen der regulären sudanesischen Armee und der paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF). Die Fronten sind nicht nur militärisch; sie haben auch politische und wirtschaftliche Ursachen.
Ressourcen, Landrechte und Machtfragen spielen zusammen.
Beide Seiten kontrollieren heute verschiedene Gebiete, und stabile Verhandlungsräume sind kaum vorhanden. Lokale Machtzentren nutzen die Instabilität, um Einfluss zu vergrössern. Gleichzeitig leidet die Zivilbevölkerung — ohne funktionierende Verwaltung oder Schutzmechanismen.
Friedensverhandlungen scheiterten wiederholt an Misstrauen und an taktischen Interessen der Konfliktparteien. Internationale Vermittlungsbemühungen haben bisher keine dauerhafte Waffenruhe durchgesetzt. Die Folge: Kämpfe, Vertreibungen und zerstörte Infrastruktur setzen sich fort.
Internationale Reaktion: Konferenzen und Appelle
Anlässlich des Jahrestags des Kriegsbeginns findet in Berlin eine internationale Sudan-Konferenz statt. Die Bundesregierung organisiert das Treffen gemeinsam mit Grossbritannien, Frankreich, den USA sowie der Europäischen und der Afrikanischen Union. Ziel ist es, mehr Aufmerksamkeit und Hilfe zu mobilisieren sowie Wege aus dem Krieg zu finden.
Schon im Vorjahr gab es ähnliche Treffen in London und 2024 in Paris. Die Serie von Konferenzen zeigt: Die internationale Gemeinschaft sucht nach Antworten. Aber Treffen allein bringen nicht automatisch mehr Hilfe an die Frontlinien.
Die Herausforderungen sind praktisch: humanitäre Korridore funktionieren selten zuverlässig, Geldmittel erreichen die lokalen Partner oft mit Verzögerung, und Sicherheitsbedingungen verhindern Einsätze vor Ort. Moritz Behrendt, ARD-Kairo, berichtete, dass die Konferenz in Berlin sowohl ein Aussenministertreffen als auch eine humanitäre Konferenz und eine Versammlung zivilgesellschaftlicher Akteure umfasst — eine breit angelegte Antwort also, aber mit offenen Fragen zur Umsetzung.
Humanitäre und wirtschaftliche Folgen
Die unmittelbaren humanitären Bedürfnisse sind enorm: Schutz, medizinische Versorgung, Nahrung und sauberes Wasser. Viele Gebäude, Felder und Verkehrsverbindungen sind beschädigt oder zerstört; Landwirtschaft und lokale Wirtschaft liegen brach. Das treibt Preise hoch, verknappt Arbeitsplätze und zerstört Einnahmequellen.
Das wirkt sich auch auf die Nachbarländer aus. Flüchtlingsströme belasten Aufnahmegemeinden in benachbarten Staaten; regionale Märkte spüren die Störungen. Und internationale Hilfsorganisationen melden steigende Kosten für Logistik und Versorgung — Geld ist wichtig, aber Zugang ist ebenso entscheidend.
Für die sudanesische Wirtschaft bedeutet der andauernde Konflikt einen Zusammenbruch wesentlicher Sektoren. Steuer- und Öleinnahmen sind eingebrochen, Investitionen gingen zurück, und die staatliche Verwaltung hat nur eingeschränkte Kapazität. Das wiederum macht Wiederaufbau und Stabilisierung deutlich schwieriger.
Was bedeutet das für die Schweiz?
Die Schweiz steht traditionell für humanitäres Engagement und diplomatische Kontakte in fragilen Konflikten. So gesehen hat Bern verschiedene Hebel: humanitäre Hilfe, Unterstützung zivilgesellschaftlicher Initiativen und diplomatische Kontakte. Konkrete Massnahmen sind Sache der Bundesregierung und entsprechender Behörden, doch die andauernde Krise erzeugt mehrere Herausforderungen für die Schweiz.
Zum einen steigt der Bedarf an humanitärer Hilfe, und Schweizer Hilfsorganisationen könnten intensiver gefordert sein — logistischer Support, medizinische Einsätze und Schutzprogramme sind Beispiele. Zum anderen dürften anhaltende Flüchtlingsbewegungen und Asylgesuche aus der Region auch Schweizer Behörden beschäftigen, sowohl administrativ als auch politisch.
Derzeit sind Schweizer Wirtschaftsinteressen eher indirekt betroffen, etwa durch Unterbrechungen regionaler Handelsbeziehungen oder Preisveränderungen bei landwirtschaftlichen Produkten auf den Weltmärkten. Schweizer Finanzinstitute haben nach wie vor eine Vorsichtspflicht gegenüber politischen Risiken in Staaten mit instabiler Lage; das wirkt sich auf Investitionsentscheidungen aus.
Diplomatie, Recht und Verantwortlichkeit
Die Frage der Verantwortlichkeit für Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen wird immer lauter. Internationale Institutionen und NGOs fordern Untersuchungen und Rechenschaft. Ohne klare Mechanismen für Aufarbeitung und Rechtssicherheit bleibt ein Wiederaufbauprozess fragil.
Völkerrechtliche Schritte dauern oft lange. Doch sie spielen eine Rolle, wenn internationale Akteure langfristig Vertrauen in eine politische Lösung setzen wollen. Parallel dazu sind lokale Versöhnungsprozesse nötig, um Rückkehrern eine Perspektive zu geben.
Wege aus der Krise — realistische Optionen
Die Optionen reichen von lokalen Waffenruhen und humanitären Korridoren bis zu international überwachten Friedensgesprächen. Jede Option braucht Vorbereitungszeit und Druck auf die Konfliktparteien, reale Zugeständnisse zu machen.
Thing is, Geld allein löst keinen Konflikt. Hilfe muss kombiniert werden mit Schutz, politischem Druck und Angeboten für lokale Machthaber, ihre Interessen anders zu verfolgen als durch Gewalt. Die Konferenz in Berlin will genau solche Kombinationen diskutieren — aber Wirkung hängt vom Willen aller Beteiligten ab.
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Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.