Bis zu 5.200 Euro im Monat: Die Sovereign Tech Agency fördert in einem Pilotprogramm zehn Maintainer, die an offenen Standards wie IETF, W3C oder ISO mitarbeiten. Teilnehmende erhalten zwischen 4.800 und 5.200 Euro monatlich sowie Weiterbildung, Mentoring, Reisekostenerstattung und die Rückzahlung von Teilnahmegebühren. Das Pilotprojekt läuft bis 2027; Bewerbungen werden bis zum 19. Mai entgegengenommen.
Das Programm
Die Bundesregierung fördert künftig direkt Fachleute, die an offenen Standards mitarbeiten. Die Sovereign Tech Agency hat dafür zehn Plätze ausgeschrieben. Jede Person soll rund zehn Stunden pro Woche für Normungsarbeit einplanen. Erwartet werden Besuche von Gremientreffen bei IETF, W3C oder ISO.
Die Agentur nennt das Projekt ein Pilotprogramm bis 2027.
Wer kann sich bewerben?
Bewerben können sich Maintainer von Open-Source-Infrastrukturprojekten, deren Arbeit für die genannten Standards relevant ist oder die planen, wesentliche Beiträge zu leisten. Es zählt vor allem praktische Implementierungserfahrung. Vorerfahrungen in den Standardisierungsprozessen sind laut Ausschreibung nicht zwingend erforderlich. Die Agentur wertet die Relevanz der eingereichten Arbeit für die jeweiligen Normen als zentralen Auswahlfaktor.
Finanzielle Ausstattung und Leistungen
Die Teilnehmenden erhalten eine monatliche Vergütung zwischen 4.800 und 5.200 Euro. Die Zahlungen sollen den Zeitaufwand für die Normungsarbeit und die Teilnahme an Gremiensitzungen abdecken. Zusätzlich zum Honorar bietet das Programm strukturierte Einarbeitung. Dazu gehört ein Online-Kurs zur Arbeitsweise von Standardisierungsgremien.
Es gibt persönliche Treffen bei einer der Organisationen und eine mentorenbasierte Betreuung durch erfahrene Normungsmitwirkende. Die Agentur stellt ein Netzwerk zum Austausch mit anderen Geförderten bereit. Präsenztreffen werden durch Reisekostenzuschüsse unterstützt. Teilnahmegebühren bei den Gremien können erstattet werden.
Hintergrund und Motivation
Die Gestaltung des Programms basiert auf Ergebnissen einer Befragung unter Open-Source-Maintainern. Demnach gaben drei Viertel der Befragten an, aktiv auf offene Standards angewiesen zu sein, aber nicht dauerhaft an deren Entwicklung teilnehmen zu können.
Die Sovereign Tech Agency argumentiert, dass eine gezielte Unterstützung für diejenigen, die offene Standards mitgestalten, überfällig sei.
Die Agentur ist eine Tochtergesellschaft der Bundesagentur für Sprunginnovationen. Sie ging 2024 aus dem Sovereign Tech Fund hervor. In der Vergangenheit förderte sie unter anderem Projekte im Bereich dezentraler Online-Dienste. Zuletzt unterstützte die Agentur die Verbesserung des Kurznachrichtendienstes Mastodon mit 614.000 Euro.
Für die Auswahl zählen die technische Relevanz des Projekts und die praktische Erfahrung in der Implementierung. Die Bewerbung soll darlegen, wie die Arbeit mit den Standards verknüpft ist und welche Beiträge angestrebt werden. Die Agentur verlangt keine formale Standardisierungserfahrung, setzt aber voraus, dass Bewerberinnen und Bewerber sich aktiv in Normungsprozesse einbringen wollen.
Die vorgesehenen zehn Plätze deuten auf eine gezielte, eher kleine Förderung hin. Durch das begrenzte Kontingent erwartet die Agentur offenbar eine Selektionsprüfung anhand technischer Kriterien und Relevanz.
Für Unternehmen, die auf Interoperabilität bauen, kann die Maßnahme indirekte Auswirkungen haben. Mehr aktive Maintainer in Normungsgremien bedeuten, dass Implementierungsfragen früher adressiert werden können. Das kann helfen, Reibungsverluste bei produktseitigen Integrationen zu verringern. Firmen, die Open-Source-Infrastruktur betreiben, profitieren von besser abgestimmten Standards.
Die staatliche Förderung richtet sich nicht direkt an Firmen. Sie zielt auf Individuen mit Projektverantwortung. Die Wirkung auf die Breite des Marktes hängt vom Erfolg des Piloten ab. Ist die Zusammenarbeit zwischen Maintainer-Teams und Normungsorganisationen intensiver, könnte das langfristig zu stabileren Implementierungen führen.
Für einzelne Maintainer reduziert die Zulage die finanzielle Barriere, Zeit für Normungsarbeit freizuschaufeln. Wer bisher Standards nutzte, aber keine Kapazitäten für Beteiligung hatte, bekommt nun einen Anreiz, aktiver zu werden. Die Kombination aus Bezahlung, Weiterbildung und Mentoring soll den Einstieg erleichtern.
Die Erstattung von Reisekosten und Teilnahmegebühren senkt weitere Hürden für Präsenzarbeit in den Gremien. Damit können auch Kandidatinnen und Kandidaten mit geringeren finanziellen Reserven teilnehmen. Das Programm zielt somit auf eine breitere Repräsentation in den Normungsprozessen.
Die Sovereign Tech Agency veröffentlicht Detailfragen und FAQs zur Bewerbung. Die Agentur organisiert Schulungen und Mentorings über das Programm. Solche begleitenden Angebote sollen sicherstellen, dass finanzielle Unterstützung mit fachlicher Vorbereitung einhergeht. Die rechtlichen und verwaltungsseitigen Rahmenbedingungen bleiben Aufgabe der Agentur und ihrer Trägerorganisation.
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Bewerbungen für die zehn Plätze nimmt die Sovereign Tech Agency bis zum 19. Mai entgegen.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.