14 Jahre nach der letzten eigenständigen Ausgabe hat die Schweizerische Nationalbank den Finanzstabilitätsbericht 2026 wieder als eigene Publikation vorgelegt. Der Bericht, der am 18. Juni in Bern vorgestellt wurde, fasst zusammen, wie steigende Kredite, hohe Hypothekarschulden und die Entwicklung der Bankenprofitabilität die Stabilität des Schweizer Finanzsystems beeinflussen. Die SNB warnt zugleich vor neuen Risiken durch Stablecoins und betont die Bedeutung von Liquiditätsinstrumenten und Kapitalanforderungen für systemrelevante Institute. Die parlamentarische Beratung der vorgeschlagenen Eigenmittelregeln ist die nächste institutionelle Etappe.

Die SNB stellte am 18. Juni in Bern den neuen Finanzstabilitätsbericht 2026 vor, erstmals seit 14 Jahren wieder als eigenständige Publikation. Die Nationalbank fasst darin die aktuelle Lage am Kredit- und Immobilienmarkt, die Lage der Banken sowie neuere Risiken durch digitale Stablecoins zusammen.

Hauptbefunde zu Haushaltsschulden und Banken

Die SNB konstatiert anhaltend hohe Hypothekarschulden, während die ausstehenden Kredite insgesamt weiter anstiegen. Für Haushalte erhöht dies die Verwundbarkeit gegenüber Zins- oder Einkommensschocks, die SNB betont aber, dass Vermögens- und Einkommenspositionen vieler Haushalte die unmittelbaren Tragfähigkeitsrisiken dämpfen. Das Bild ist damit zweigeteilt: strukturelle Belastung durch hohe Schulden, aber keine flächendeckende Zahlungskräfteschwäche derzeit.

Beim Bankensektor sieht die SNB eine grundsätzlich gute Aufstellung, gleichzeitig bestehen grosse Unterschiede zwischen Instituten. Die Grossbank UBS wird mehrfach thematisiert, da ihre Systemrelevanz nach der Übernahme der Credit Suisse zugenommen hat. Die SNB führt Stresstests für inlandorientierte Banken und gesondert für die UBS durch. Diese Tests zeigen, dass die meisten Banken Verluste in relevanten Negativszenarien auffangen könnten, weil Kapital- und Liquiditätspuffer vorhanden sind.

Die SNB stellt fest, dass sich die Profitabilität des Schweizer Bankensektors 2025 insgesamt verbesserte. UBS profitierte 2025 von stärkeren Ergebnissen im Wealth Management und im Investment Banking. Im Gegensatz dazu verringerte sich die Profitabilität der inlandorientierten Banken leicht im Jahr 2025, was die Nationalbank auf gesunkene Zinssätze in der Schweiz zurückführt.

Der Bericht bekräftigt die Unterstützung der SNB für das Massnahmenpaket des Bundesrats zur Krisenprävention und -bewältigung, das insbesondere Liquiditäts- und Kapitalmassnahmen stärkt. Der Bundesrat verabschiedete am 22. April 2026 die Vorlage zur vollständigen Eigenmittelunterlegung ausländischer Beteiligungen und überwies sie dem Parlament. Die SNB hält die vollständige Unterlegung mit hartem Kernkapital (CET1) für zielgerichtet und verhältnismässig.

Pro-forma-Berechnungen der Behörden zeigten, dass die UBS bereits heute über genügend Eigenmittel verfüge, um die vorgeschlagenen Anforderungen zu erfüllen.

Zu Liquiditätsinstrumenten hebt die SNB die Vorbereitung zentralbankfähiger Sicherheiten für eine erweiterte Liquiditätsfazilität hervor. Ebenfalls genannt wird das Instrument Public Liquidity Backstop, eine Ausfallgarantie des Bundes für Liquiditätshilfen der SNB. Diese Elemente stehen im Zentrum der Krisenvorsorge, weil sie darauf zielen, die Wirksamkeit schneller Liquiditätshilfen zu sichern.

Erstmals in jüngerer Zeit widmet sich die Nationalbank im Bericht ausführlich den Stablecoins. Die SNB identifiziert zwei Kernelemente des Risikos: das Versprechen, auch bei volatiler Deckung jederzeit zum Nennwert ausgezahlt zu werden, und die Verflechtung von Stablecoin-Herausgebern mit dem traditionellen Finanzsystem. Letztere könne, insbesondere bei unzureichender Unterlegung, Runs auslösen und Rückkopplungen in Banken und Finanzmärkte bringen. Die SNB schreibt, dass gut unterlegte Stablecoins für Herausgeber niedrigere Erträge bedeuten und dass Stablecoins in Krisenzeiten als Konkurrenz zu Bankguthaben auftreten könnten. Angemessene Regulierung könne diese Risiken mindern, ihre Ausgestaltung sei jedoch komplex und erfordere internationale Koordination.

Die Nationalbank zeigt auch auf dem Feld der Nichtbanken-Finanzintermediäre Aktivität. Sie analysiert systemweite Risiken und priorisiert weitere Arbeiten nach Bedeutung der NBFI-Typen und der Datenlage. Die SNB fasst ihre Rolle als Lender of Last Resort und ihre gesetzliche Verpflichtung zur Mitwirkung an der Finanzstabilität als Trägerin dieser Analysen zusammen.

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Als nächster konkreter Schritt steht die parlamentarische Beratung der vom Bundesrat verabschiedeten Massnahmen zur vollständigen Eigenmittelunterlegung ausländischer Bankbeteiligungen an.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.