Erstmals seit 2012 präsentierte die SNB den Finanzstabilitätsbericht 2026 öffentlich, doch das Lob für die Widerstandskraft des Bankensektors steht neben deutlichen Warnsignalen zu Hypothekarschulden und neuen Risiken durch Stablecoins. Die Nationalbank schreibt, der Schweizer Bankensektor sei insgesamt gut aufgestellt, sieht zugleich aber anhaltend hohe ausstehende Hypotheken und wachsende Gefahren aus Nichtbanken-Finanzintermediären. Die SNB unterstützt das vom Bundesrat vorgeschlagene Paket zu Krisenprävention und -bewältigung, betont die Bedeutung schärferer Kapital- und Liquiditätsregeln und hält harte Kernkapitalinstrumente (CET1) für AT1 vorzuziehen. Der Bericht liegt bis September nur in englischer Fassung vor, und die Nationalbank führt weitere Arbeiten zur Systemrelevanz von NBFI und zur Ausgestaltung der Liquiditätsinstrumente durch.
Die Nationalbank stellt den Kontrast der Lage klar: Solide Widerstandskraft trifft auf bedeutende Verwundbarkeiten. In ihren Stresstests kommen die meisten Institute dem Bericht zufolge mit relevanten Negativszenarien zurecht, doch zeigen die Tests auch grosse Unterschiede zwischen einzelnen Banken. Die SNB sieht deshalb zwar ausreichende pro forma Kapital- und Liquiditätspuffer in weiten Teilen des Sektors, warnt aber davor, einzelne Institute könnten deutlich anfälliger sein.
Für Haushalte ist die Situation ambivalent. Die SNB dokumentiert weiterhin hohe ausstehende Hypothekarschulden, was die Verwundbarkeit des Wohnimmobilienmarkts erhöht. Zugleich schreibt die Nationalbank, dass die finanziellen Mittel der Haushalte die akuten Tragbarkeitsrisiken dämpften. Auf Sektorebene sind die ausstehenden Kredite weiter gewachsen, und die Inlandbanken verfügen laut Bericht über Kapazitäten zur Kreditvergabe dank vorhandener Kapital- und Liquiditätspuffer, wobei die Verteilung dieser Puffer heterogen bleibt.
Die Nationalbank verweist ausserdem auf einen Anstieg der Profitabilität im Bankensektor 2025 insgesamt. Innerhalb dieses Bildes zeigten sich Unterschiede: Inlandorientierte Banken meldeten leichte Rückgänge, die mit tieferen Zinserträgen verbunden sind, während das Schweizer Geschäft einzelner Grossbanken durch das schwächere Zinsengeschäft belastet wurde.
Gleichzeitig rückt die SNB Nichtbanken-Finanzintermediäre in den Blick. NBFI spielten auch in der Schweiz eine wichtige Rolle und könnten systemweite Wirkungen entfalten, schreibt die Nationalbank. Sie analysiert derzeit, welche Risiken von inländischen NBFI-Typen ausgehen, und ordnet die Arbeiten nach Bedeutung der jeweiligen Segmente.
Ein eigenes Kapitel des Berichts widmet sich Stablecoins. Die SNB warnt, ungenügend unterlegte Stablecoins könnten einem Run ausgesetzt sein, weil ihre Einlösung zum Nennwert trotz volatiler Deckung versprochen werde. In Krisenzeiten könnten Stablecoins mit Bankguthaben konkurrieren und traditionelle Banken zusätzlich belasten.
Ihre grenzüberschreitende Natur erhöhe die Notwendigkeit internationaler Koordination in der Regulierung.
Auf der regulatorischen Ebene unterstützt die SNB das vom Bundesrat vorgeschlagene Paket zu Krisenprävention und -bewältigung. Der Bundesrat hat die vollständige Eigenmittelunterlegung ausländischer Beteiligungen von Banken am 22. April 2026 dem Parlament überwiesen. Die Nationalbank betont, dass harte Kernkapitalinstrumente, also CET1, gegenüber AT1-Instrumenten vorzuziehen sind.
In Pro-forma-Berechnungen und unter Einbezug von Reserven kommt die SNB zum Schluss, dass die UBS bereits heute genug Eigenmittel habe, um die vorgeschlagenen Anforderungen zu erfüllen. Neben Kapitalfragen stellt die Nationalbank die Liquiditätsvorbereitung in den Mittelpunkt ihrer Rolle als Lender of last resort. Namentlich nennt sie die Erweiterte Liquiditätsfazilität, ELF, und den Public Liquidity Backstop, PLB, also eine Ausfallgarantie des Bundes für Liquiditätshilfen der SNB an Banken, als zentrale Elemente für die Krisenbewältigung.
Die SNB macht deutlich, dass Marktstörungen durch geopolitische Spannungen wie der Konflikt im Nahen Osten und Unterbrechungen im internationalen Handel die Lage an den Finanzmärkten zusätzlich erschweren. Diese externen Faktoren verschärfen die Verwundbarkeiten, die aus dem hohen Hypothekarschuldenstand und der Ausweitung von Kreditvolumen entstehen.
Die Nationalbank fordert weitergehende internationale Abstimmung bei der Regulierung von Stablecoins und eine sorgfältige Priorisierung der inländischen NBFI-Arbeiten. Ihre laufenden Analysen sollen die Grundlage für mögliche weitere Empfehlungen und für die konkrete Ausgestaltung von Liquiditätsinstrumenten bilden.
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Der Bericht liegt bis September nur in englischer Fassung vor. Die SNB arbeitet weiter an Analysen zur Systemrelevanz von NBFI und an der konkreten Ausgestaltung von Liquiditätsinstrumenten; diese Arbeiten werden massgeblich beeinflussen, wie schärfere Kapital- und Liquiditätsanforderungen umgesetzt werden.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.