Wenn Sie regionale Proteinquellen suchen, lohnt sich ein Blick auf die Ackerbohne. In der Bäckerei Gilgen's in Hennef hat Bäckerin Betina Louis die Sojabohne aus dem Brot verbannt und mahlt stattdessen fein geschrotete Ackerbohnen. Die Hülsenfrucht liefert viel Eiweiss, kommt ohne Stickstoffdünger aus und verbessert durch Wurzel- und Ernterückstände den Boden. Forschende und Züchterinnen arbeiten daran, Sorten mit besserer Winterhärte und planbareren Erträgen zu entwickeln, damit der Anbau ausgeweitet wird und die regionale Eiweissversorgung gestärkt werden kann.

Von der Backstube aufs Feld

Betina Louis backt in Hennef. Ihr Betrieb, die Bäckerei Gilgen’s, mahlt fein geschrotete Ackerbohnen ins Brot. "Bei uns in der Bäckerei haben wir die Sojabohne rausgeholt, weil sie nicht regional ist. Zu Weizen, Roggen, die wir regional bekommen, passt hervorragend eine Hülsenfrucht wie die Ackerbohne, die viel Eiweiß mitbringt, wenig Fett, also ein gesundes Nahrungsmittel ist," sagt Louis.

Die Ackerbohne ist in vielen Küchen noch ein Nischenprodukt. Auf Feldern aber spielt sie seit langem eine Rolle. Bauern nennen sie Fababohne, Puffbohne, Dicke Bohne oder Saubohne. Die Pflanzen sind bekannt dafür, Stickstoff im Boden zu binden und so Folgefrüchte zu unterstützen.

Boden, Klima und Ertrag

Auf dem Acker bringt die Ackerbohne mehrere Vorteile. Sie wächst ohne Zusatz von Stickstoffdünger. Die Wurzeln lockern den Boden. Ernterückstände lassen sich gut einarbeiten und helfen beim Humusaufbau.

Karl-Adolf-Krämer, Ackerbohnen-Landwirt im Rheinland, beschreibt die Wirkung so: "Das ist ein Kraftwerk im Boden, weil das, was von der Wurzel im Boden übrig bleibt, der Folgefrucht, wenn wir jetzt hier Weizen oder Dinkel anbauen, auch wieder zur Verfügung steht."

Von der Stickstoffbindung profitieren auch Nachfrüchte. Deshalb sprechen Praktiker von einer positiven Fruchtfolge. Auf manchen Feldern bilden Ackerbohnen zusammen mit Getreide ein kleines Ökosystem, in dem wechselnde Kulturen Unkraut und Schädlinge bremsen.

Futter-, Lebensmittel- und Forschungswert

Ackerbohnen dienen sowohl als Viehfutter wie auch als Lebensmittel. Im Vergleich zu importierter Soja sind sie regional verfügbar. Sie liefern viel Eiweiß, enthalten wenig Fett und lassen sich vielfältig verarbeiten. Bäcker, Köche und Lebensmittelhersteller experimentieren inzwischen mit Aufstrichen, Mehlen und Proteinkonzentraten.

Gleichzeitig forschen Genetikerinnen und Pflanzenwissenschaftler am Erbgut der Ackerbohne. Martin Mascher, Biologe am Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben, arbeitet mit dem Saatgut und dessen Genom. "Ich habe schon Brotaufstrich mit Ackerbohnenprotein gegessen. Das hat sehr gut geschmeckt", sagt Mascher und verweist damit auf die kulinarische Seite der Forschung.

Ein Hemmnis für den breiteren Anbau war bisher die mangelnde Winterhärte vieler Sorten. Bis jetzt blieben einige Anbauländer deshalb beim Frühjahrssaatgut. Forschende und Züchterinnen arbeiten daran, die Sorten zu verbessern, damit die Kulturen stabiler wachsen und Erträge planbarer werden.

Wer profitiert?

Mehrere Gruppen stehen im Vorteil, wenn der Anbau ausgeweitet wird. Produzentinnen und Bäckerinnen erhalten eine regionale Eiweißquelle. Landwirtinnen profitieren von geringeren Düngemittelkosten und verbessertem Bodenzustand. Ökosysteme gewinnen durch mehr organische Substanz im Boden.

Verbraucherinnen bekommen eine lokale Alternative zu importierten Proteinprodukten. Lebensmittelhersteller finden neue Rohstoffe für Brot, Aufstriche und proteinreiche Produkte.

Auf Betriebsflächen wie denen von Karl-Adolf-Krämer sind Ackerbohnen bereits ein fester Bestandteil der Fruchtfolge. Die Pflanzen passen zu Weizen und Dinkel. Auf diesen Feldern nutzt man die Reststoffe für den Humusaufbau.

In Forschungseinrichtungen analysieren Teams das Erbgut, um Merkmale wie Ertrag, Geschmack und Klimataufnahme zu verbessern.

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Probieren Sie diese Woche Ackerbohnenprodukte, etwa Ackerbohnenbrot oder Aufstriche, bei Ihrer Bäckerei oder am Wochenmarkt. Die Landwirtschaftsberatung oder lokale Landwirtinnen und Landwirte geben Auskunft zu Saatgut und Anbau.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.