Mehr als 700 Produkte hat Aldi Suisse seit Jahresbeginn im Preis gesenkt. In einer Medienmitteilung kündigt das Unternehmen eine strategische Kehrtwende an: Rückbesinnung auf die Discounterwurzeln, Vereinfachung von Sortiment und Ladenbau sowie ein strikter Verzicht auf Kundenbindungsprogramme. Die Einsparungen aus Standortverzicht, weniger Nischenartikeln und reduziertem Datensammeln sollen direkt in dauerhaft tiefere Preise fliessen. Für Kundinnen und Kunden heisst das weniger Auswahl bei Markenartikeln, mehr Eigenmarken und ein übersichtlicheres Einkaufserlebnis.
Aber Aldi Suisse verzichtet auf Kundenbindungsprogramme, doch gleichzeitig hat das Unternehmen seit Jahresbeginn mehr als 700 Produkte im Preis gesenkt.
Die Mitteilung stellt die Massnahme als strategischen Kurswechsel vor: Weg von teuren Standortprofilen, zurück zum reinen Discountprinzip. Aldi spricht selbst von einer "Rückbesinnung zum einzig wahren Discounter" und zitiert Country Managing Director Jérôme Meyer mit den Worten: "Bei uns finden Kundinnen und Kunden jederzeit den günstigsten Preis, ohne Aktionen vergleichen oder Punkte sammeln zu müssen."
Strategie und konkrete Massnahmen
Aldi beschreibt die geplanten Schritte als umfassenden Rückbau aller Kosten, die das Preisniveau treiben. Konkret will das Unternehmen teure Ladenstandorte aufgeben. Als Beispiel nennt Aldi die Vorzeigefiliale an der Zürcher Bahnhofstrasse, die bereits geschlossen wurde. Sortiment und Ladenbau sollen vereinfacht werden, damit Kundinnen und Kunden Produkte schneller finden und "mehr Klarheit am Regal" herrscht. Nischenartikel werden gestrichen, der Schwerpunkt liegt auf Eigenmarken.
Die Medienstelle von Aldi betont, dass das Unternehmen bewusst auf aufwendige Kundenbindungsprogramme und auf intensive Datensammlung verzichtet. Stattdessen sollen die eingesparten Mittel unmittelbar in Preissenkungen fliessen. Nach Angaben aus der Medienstelle bestehen rund 90 Prozent des Sortiments bereits aus Eigenmarken, was Aldi zufolge mehr Verhandlungsspielraum innerhalb des Konzerns bei der Beschaffung ermögliche.
Die Rhetorik ist bewusst kämpferisch: Mit der Rückkehr zum klassischen Discountmodell positioniert sich Aldi als direkter Herausforderer der übrigen Billigketten. Das Unternehmen nennt namentlich die Wettbewerber im Discountsegment Lidl und Denner als Ziel der Wettbewerbsspitze. Branchenkenner weisen darauf hin, dass Lidl derzeit in der Schweiz zweistellig wachse und parallel sein Kundenbindungsprogramm ausbaue, eine Entwicklung, die Aldi ausdrücklich nicht nachahmen will.
Operativ bedeutet die Neuausrichtung konkret weniger Markenartikel und Nischenprodukte im Regal, stärker sichtbare Eigenmarken und vereinfachte Ladenlayouts. Aldi kündigt an, alle Filialen für ein übersichtlicheres Einkaufserlebnis umzubauen, um die durchschnittliche Einkaufszeit zu verkürzen. Die Einsparungen aus Standortaufgaben, reduziertem Sortiment und niedrigerem Marketingaufwand sollen in dauerhafte Preissenkungen umgewandelt werden, statt in Aktionen, Treuepunkte oder personalisierte Rabatte zu fliessen.
Die Kommunikation der Neuausrichtung erfolgt parallel über veränderte Imageführung. Die klassische Leitidee der "Aldi-Kinder", die das Unternehmen vor rund zehn Jahren mit der Agentur Scholz & Friends entwickelte, wird intern weitergeführt und aktualisiert. Als Gesichter der Marke verpflichtete Aldi Suisse zwei bekannte Schweizer Persönlichkeiten: Linda Fäh, Ex-Miss-Schweiz und Sängerin, sowie Renzo Blumenthal, Ex-Mister-Schweiz und Landwirt. Fäh wird als Repräsentantin der Bio-Eigenmarke "retour aux sources" genannt und hebt hervor, dass Bio-Produkte für jedermann erschwinglich sein sollen. Blumenthal wirbt für die Regio-Eigenmarke "Saveurs Suisses" und stellt den Bezug zu regionalen Produzenten sowie zu seiner Tätigkeit als Landwirt heraus. Beide veröffentlichten die Zusammenarbeit gemeinsam auf Instagram, wie Aldi mitteilt.
Für Konsumentinnen und Konsumenten, die kurzfristig reagieren wollen, nennt Aldi zwei einfache Schritte: Erstens Preise und Aktionen in der nächstgelegenen Filiale aufmerksam beobachten, denn weitere Preissenkungen sind laut Mitteilung angekündigt. Zweitens die Markenkommunikation über die sozialen Kanäle verfolgen; wer schnell informiert sein will, kann dem offiziellen Instagram-Kanal von Aldi Suisse folgen, wo die Markenbotschafter bereits über die Kampagne informiert haben.
Die Entscheidung gegen Bindungsprogramme bedeutet auch einen Verzicht auf personalisierte Rabatte, die andere Anbieter zunehmend verknüpfen. Aldi stellt das als bewusste Wahl dar: Statt Daten zu sammeln, um individuelle Angebote zu generieren, rechnet das Unternehmen vor, dass direkte Preissenkungen für alle Käuferinnen und Käufer unmittelbarer und transparenter seien.
Die Umstellung ist nicht nur kommunikativ. Schon in den ersten Monaten des Jahres seien über 700 Produkte preislich gesenkt worden, betont Aldi. Weitere, nicht datierte Preisabschläge sind angekündigt. Die Umbaumassnahmen in den Filialen sollen gleichzeitig zu einem schnelleren Einkauf führen, was insbesondere Kunden mit wenig Zeit zugutekommen soll.
Branchenbeobachter sehen in der Strategie sowohl Chancen als auch Risiken. Einerseits kann eine klare, preisorientierte Positionierung Kunden zurückgewinnen, die Discountpreis als einziges Kriterium sehen. Andererseits besteht die Gefahr, dass Kundinnen und Kunden, die Wert auf Treueboni oder digital vernetzte Angebote legen, zu Wettbewerbern wechseln, die solche Programme ausbauen. Aldi setzt hier auf die Rechnung, dass dauerhaft tiefere Preise und ein schnelles Einkaufserlebnis ausreichende Anreize bieten.
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Mehr als 700 gesenkte Preise sind das messbare Versprechen dieser Strategie. Ursprünglich berichtet von blick.ch.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.