Mehr als 130 Häuser wurden am 28. Mai 2025 im Lötschental verschüttet, die Zerstörung betraf rund 300 Einwohnerinnen und Einwohner und forderte ein Menschenleben. Ein abrutschender Teil des Birchgletschers löste die Lawine aus Eis, Geröll und Schlamm, nachdem das Dorf bereits am 19. Mai 2025 vorsorglich evakuiert worden war. Staatliche Stellen, Hilfswerke und Spender mobilisierten nach Angaben des Schweizerischen Radios und Fernsehens mehr als CHF 40 Millionen, Versicherer schätzen den versicherten Gesamtschaden auf rund CHF 255 Millionen. Warum das Wiederaufbauen Jahre dauern wird, liegt an geologischen Risiken, an der Zerbrechlichkeit sozialer Bindungen und an der Frage, wie ein neues, dauerhaft sicheres Blatten aussehen kann.
Die Hauptzufahrt ins Tal blieb lange gesperrt, weil die Stabilität der Hänge durch das Abtauen von Permafrost nachhaltig infrage gestellt ist.
Am 19. Mai 2025 hatten Geologen einen drohenden Felssturz über dem Birchgletscher beobachtet und die Behörden veranlassten die vollständige Evakuation des Ortes. Wenige Tage später, am 28. Mai 2025, rutschte ein grosser Teil des Gletschers talwärts. Eine Lawine aus Eis, Geröll und Schlamm begrub weite Teile des Dorfs. Drohnenaufnahmen zeigten weite Schuttflächen, auf denen noch Hausgiebel aus dem türkis schimmernden Wasser herausragten. Behörden bezeichneten das Ausmass der Zerstörung als beispiellos in den Alpen der Gegenwart.
Ursachen und erste fachliche Einordnung
Experten machten rasch deutlich, dass die Klimaveränderung eine Rolle spielte. Christian Huggel, Professor für Umwelt und Klima an der Universität Zürich, wies darauf hin, dass das Abtauen von Permafrost und andere durch die Erwärmung bedingte Prozesse die Stabilität des Berges verringert haben und damit wahrscheinlich zur Katastrophe beitrugen. Diese Befunde erklären, warum Behörden nach wie vor Teile des Tals als gefährlich einstufen und die Hauptzufahrt sperrten.
Die unmittelbare Folge dieser geologischen Lage ist, dass Wiederaufbau und Rückkehr gestaffelt geplant werden müssen. Bereiche mit anhaltendem Risiko bleiben gesperrt, weil die Sicherheit langfristig gewährleistet sein muss, bevor Wohngebiete neu zugelassen werden.
Schnelle Nothilfe und zugesagte Spenden ermöglichten den Betroffenen einen Start in die Wiederaufbauphase. Nach Angaben des Schweizerischen Radios und Fernsehens mobilisierten Bund, Kanton und Hilfsorganisationen mehr als CHF 40 Millionen. Der Schweizerische Versicherungsverband schätzt den versicherten Gesamtschaden auf rund CHF 255 Millionen.
Aus dem Jahresabschluss des Elementarschadenpools geht hervor, dass etwa CHF 240 Millionen über den Pool abgewickelt wurden. Die detaillierte Aufschlüsselung nennt rund CHF 210 Millionen für Gebäudeschäden, CHF 30 Millionen für Hausrat und Fahrhabe sowie rund CHF 15 Millionen für versicherte Schäden ausserhalb des Pools, etwa Betriebsunterbruch und Motorfahrzeugkaskoschäden. Eine eigens eingesetzte Spendenkommission bearbeitete 111 Gesuche und zahlte bislang fast CHF 8 Millionen für Ersatzanschaffungen, Einkommensausfälle und ähnliche Notlagen.
Versicherungsgesellschaften leisteten nach Angaben des Schweizerischen Versicherungsverbands rasch: Bereits vier Monate nach dem Ereignis waren bei Totalschäden mehr als 80 Prozent der Versicherungssummen ausbezahlt worden. Diese schnellen Zahlungen halfen Familien und Betrieben, erste finanzielle Löcher zu stopfen und temporäre Unterkünfte zu organisieren.
Gleichzeitig bleiben finanzielle Fragen offen. Der versicherte Schaden ist hoch, doch Kosten für Sicherungsmassnahmen, Langzeitmonitoring und die Umgestaltung von Infrastrukturen fallen zusätzlich an. Das macht die Dimension des Projekts deutlich: Es geht nicht nur um einzelne Häuser, sondern um die Sicherung eines ganzen Tals.
Ein sichtbares Zeichen des Wiederbeginns ist das Hotel Momentum, das nahe Wiler in nur 105 Tagen errichtet wurde. Als provisorische Unterkunft für Menschen aus Blatten ist das Gebäude als Fünf-Jahres-Lösung geplant und so konstruiert, dass es später wieder abgebaut und anderswo eingesetzt werden kann.
Hotelbetreiber Lukas Kalbermatten, der zuvor das traditionsreiche Hotel Edelweiss und sein eigenes Zuhause verloren hatte, beschrieb den Neubeginn als Teil eines Trauerprozesses. Er nannte Wendepunkte wie den ersten Gottesdienst und das erste Weihnachtsfest fern der Heimat und sagte, dass das Wiederöffnen eines Hauses für Gäste gemischte Gefühle wecke. Im Momentum sind kleine Erinnerungen an das alte Dorf sichtbar, etwa neu gewebte Decken, die an die verlorene Einrichtung erinnern.
Diese temporären Räume leisten mehr als reine Unterbringung. Sie schaffen Treffen, Austausch und erste Formen kollektiver Trauerverarbeitung.
Sie sind aber keine dauerhafte Lösung. Die Frage bleibt, wie viel von der alten Dorfstruktur und den vertrauten Orten wiederhergestellt werden kann.
Die Planer setzen deshalb auf einen gestaffelten Wiederaufbau. Manfred Ebener, Koordinator der Gruppe Blatten 2030, nennt als Priorität, dass ein neues Dorf dauerhaft sicher sein müsse. Die Verkehrserschliessung und die Sicherung der Hänge stehen am Anfang jeder Planungsphase.
Der Wiederaufbau der Zufahrtsstrasse begann im April 2026. Wenn alles nach Plan läuft, könnten Bewohnerinnen und Bewohner, deren Häuser nicht zerstört wurden, bereits 2026 wieder zurückkehren. Wichtige Meilensteine für eine breitere Rücksiedlung sind bis 2029 vorgesehen, und der vollständige Neuaufbau wird unter dem Rahmen Blatten 2030 geplant.
Bis dahin bleiben einige Bereiche gesperrt und als gefährlich eingestuft; nach dem Ereignis hatte die Regierung die Hauptzufahrt ins Tal sperren lassen und wiederholte Warnungen ausgegeben, sich nicht eigenmächtig dem Gebiet zu nähern.
Soziale Folgen und die Frage nach Heimat
Die sozialen Folgen der Katastrophe sind tiefgreifend. Menschen, die ihre ganze materielle Basis verloren haben, berichten von kleinen Rettungen aus dem Schlamm und von Familienerinnerungen, die gerettet wurden. Zugleich wächst die Sorge, dass ein neu aufgebautes Blatten zwar schön, aber nicht mehr unbedingt als Heimat empfunden wird.
Vereinsleben, Kirchenchor und lokale Netzwerke spielen eine grosse Rolle im Alltag des Neuaufbaus. Lokale Stimmen berichten von wachsendem Zusammenhalt, aber auch von Ungewissheit über Perspektiven. Für viele ist die Frage zentral, ob die vertrauten Plätze und Beziehungen in der neuen Siedlung wieder Platz finden werden.
Wer jetzt einen Besuch plant, sollte sich an die regionalen Hinweise des Kantons Wallis und an die Gemeindebehörden halten. Strassensperren, Sicherheitsanweisungen und Zugangsbeschränkungen werden weiterhin gelten.
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Nächster offizieller Schritt ist die schrittweise Rückkehr der Bewohnerinnen und Bewohner mit unbeschädigten Häusern, geplant ab 2026.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.