Der deutsche Onlinehandel erreichte 2025 nach Angaben des Handelsverbands HDE rund 92 Milliarden Euro, ein Markt, der Agentic Commerce wirtschaftlich anschlussfähig macht. In einer Folge des Podcasts c't uplink diskutieren Host Jan Schüßler und Gast Markus Montz, wie agentische Systeme, grosse Sprachmodelle und automatisierte Schnittstellen Einkäufe autonom auswählen, auslösen und bezahlen können. Die Sendung macht klar: technisch greifbar und ökonomisch relevant, zugleich rechtlich und datenschutzrechtlich unsicher. Die Folge ist auf heise.de verfügbar, der Podcast wird über Podigee verbreitet.

„Und was ist mit dem Datenschutz, Stichwort gläserner Kunde?“, fragt der Podcast-Text und bringt damit die Kernprobleme auf den Punkt, die in der Folge diskutiert werden. Die Frage trifft den zentralen Konflikt: Agentic Commerce verspricht Komfort, aber er fordert die Zusammenführung sensibler Daten, von Einkaufspräferenzen bis zu Zahlungszugängen. Solche Profile könnten personalisierte Angebote ermöglichen, sie könnten aber auch für unerwünschte Werbung oder kommerzielle Ausbeutung genutzt werden.

Was Agentic Commerce praktisch bedeutet

Agentic Commerce bezeichnet kein theoretisches Zukunftsmodell, sondern eine Technologie-Kombination, die heute schon existiert. In der c’t uplink-Folge erklären Schüßler und Montz, dass agentische Systeme erst Einkaufspräferenzen interpretieren, dann Produktinformationen vergleichen und schliesslich, entsprechend vordefinierten Regeln, Angebote annehmen oder ablehnen würden. Technisch gesehen fügen sich dabei drei Elemente zusammen: agentische Steuerungslogik, grosse Sprachmodelle zur Interpretation und Automatisierungs-Schnittstellen zu Shops und Zahlungsdiensten. Das Zusammenspiel erlaubt, Bestellungen ohne andauernde Menscheneingriffe abzuwickeln.

Die Folge nennt konkrete Gefährdungen. Fehlinterpretationen von Präferenzen können zu ungeplanten Kaufserien führen. Automatisierte Aktionen treffen auf die Fragilität von Zahlungszugängen, etwa wenn eine kompromittierte Zugangsinformation missbräuchlich verwendet wird. Und die Frage, wie Widerrufsrechte und Zahlungslimits technisch durchgesetzt werden, bleibt offen. Solche Alltagsszenarien zeigen: Komfort liefert neue Fehlerquellen und rechtliche Unsicherheiten zugleich.

Rechtliche Unsicherheit und Trainingsdaten

Die Diskussion im Podcast geht über Bedienbarkeit hinaus und thematisiert zwei systemische Unsicherheiten. Erstens ist die Herkunft und Zusammensetzung der Trainingsdaten vieler Sprachmodelle weiterhin intransparent. Unternehmensanalysen, wie sie it-daily zusammenfassen, betonen, dass etablierte Anbieter ihre Trainingsdatensätze nicht vollständig offenlegen und dass gegen mehrere Anbieter derzeit rechtliche Verfahren laufen. Daraus resultiert eine doppelte Unsicherheit für Firmen, die Agentic-Services integrieren wollen: juristische Risiken, falls Gerichtsentscheidungen Teile der Trainingsdaten für illegal erklären, und operative Risiken, weil rechtliche Nachwirkungen die Nutzbarkeit der Dienste beeinträchtigen können.

Zweitens verschärft die technische Automatisierung datenschutzrechtliche und kommerzielle Risiken. Wenn Einkaufspräferenzen, Zahlungsdaten und Nutzungsprofile in einem Agenten zusammenlaufen, entsteht ein detailreiches Kundenbild. Die c’t uplink-Folge bezeichnet diese Gefahr als den «gläsernen Kunden».

Ein solcher Profilmix ist nicht nur ein Datenschutznachteil, er verändert auch die Marktmechanik: Anbieter könnten aggressive, hochgradig personalisierte Angebote ausspielen, die das Verhalten der Nutzer stärker steuern als klassische Empfehlungen.

Weitere praktische Fragen, die die Produktion anspricht, betreffen Haftung und Kontrolle. Wer haftet, wenn ein Agent wiederholt falsche Produkte bestellt? Wie lassen sich Rückgaben und Widerrufe durchsetzen, wenn die Bestellung autonom erfolgte? Und welche technischen Grenzen lassen sich implementieren, etwa feste Obergrenzen für Ausgaben oder verpflichtende Bestätigungsstufen? Die Folge stellt diese Fragen, ohne neue regulatorische Entscheidungen oder Produkt-Rollouts anzukündigen.

Ökonomisch rückt Agentic Commerce nicht aus dem luftleeren Raum. Der Handelsverband Deutschland HDE beobachtet anhaltendes Wachstum im Onlinehandel und eine stärkere Nutzung digitaler Assistenzfunktionen zum Preisvergleich und zur Kaufentscheidung.

Nach HDE-Angaben lagen die Online-Umsätze in Deutschland 2025 bei gut 92 Milliarden Euro. Der Verband prognostizierte ein nominales Wachstum von 4,3 Prozent für 2026. Brancheninterviews in der Berichterstattung heben hervor, dass Verbraucher zunehmend KI-unterstützte Tools einsetzen, was die Nachfrage nach automatisierten Einkaufslösungen antreibt und Agentic-Commerce-Szenarien wirtschaftlich plausibler macht.

Die Folge macht deutlich, dass technische Machbarkeit und ökonomische Plausibilität allein keine ausreichende Grundlage bilden. Es braucht klare Regeln zur Nachvollziehbarkeit von Trainingsdaten, praktikable Mechanismen zur Kontrolle von Zahlungszugängen und rechtliche Klarheit zur Haftung bei Fehlfunktionen. Bis solche Antworten vorliegen, bleibt Agentic Commerce ein pragmatisches Risiko für Unternehmen und Verbraucher zugleich.

Die Produktion nennt Markus Montz als Gast und Jan Schüßler als Host und verweist auf ergänzende Recherchen sowie einen heise+ Schwerpunkt mit vertiefenden Texten. Die Episode selbst ist auf heise.de verfügbar und wird als Podcast über Podigee bereitgestellt. Aber Die Zusammenführung von technischer Analyse, rechtlichen Fragen und ökonomischer Einordnung macht die Folge zu einem pragmatischen Leitfaden für Entscheider, die mit dem Thema experimentieren wollen.

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Die konkretste Zahl ist 92 Milliarden Euro Online-Umsatz in Deutschland 2025, nach HDE-Angaben, ein Rahmen, der Agentic-Commerce-Szenarien wirtschaftlich anschlussfähig macht.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.