Der Besuch war weniger eine Rückkehr zur Normalität als eine vorsichtige Steuerungsübung. US-Präsident Donald Trump kehrte am Freitag von einem mehrtägigen Staatsbesuch in Peking in die USA zurück, ohne über den möglichen Verkauf von US-Waffen an Taiwan im Umfang von rund 14 Milliarden US-Dollar zu entscheiden. In Gesprächen mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping einigten sich beide Seiten auf Fortschritte in Wirtschaftsfragen, vor allem bei Flugzeugen und Agrarprodukten, schriftliche, detaillierte Abkommen wurden aber nicht vorgelegt. Xi warnte vor einer «äusserst gefährlichen Lage», sollten die USA Taiwan «falsch handhaben», und Trump sagte, China habe ein Hilfsangebot im Iran-Konflikt unterbreitet, während Peking eine dauerhafte Waffenruhe forderte.
Der kurze Charakter des Treffens täuscht. Ich würde sagen, der Besuch ist weniger eine Rückkehr zur Normalität als eine vorsichtige Steuerungsübung. Hinter den offiziellen Formulierungen steht ein klares Muster: wirtschaftliche Annäherung, Abrisslinien bei Taiwan, und ein Test der Einflussmöglichkeiten Pekings gegenüber Teheran.
Handel und Wirtschaftskooperation
Beide Seiten berichteten nach den Begegnungen von Fortschritten in Wirtschafts- und Handelsgesprächen. Insbesondere nannte man Bereiche wie Flugzeuge und Agrarprodukte. Trump sprach an Bord der Air Force One von «fantastischen Handelsdeals», gab aber keine Details preis. Aus Peking und Washington wurden keine schriftlichen, detaillierten Vereinbarungen vorgelegt. Die Zurückhaltung bei der Veröffentlichung lässt offen, ob es sich um Rahmenabsprachen, Absichtserklärungen oder bereits bindende Geschäfte handelt.
Die Beschreibungen belegen eine politische Absicht, wirtschaftliche Spannungen zu reduzieren. Doch ohne konkrete Zahlen, Lieferpläne oder Vertragswerke bleibt die Reichweite der Übereinkünfte unklar. Beobachter werden auf nachfolgende Implementierungsschritte achten. Bereits früher hatten Gespräche zwischen beiden Ländern zu Pausen in Handelskonflikten geführt, und vor dem jetzigen Besuch hatten Analysten vor allem wirtschaftliche Annäherungsergebnisse erwartet.
Taiwan und die Grenzen der Diplomatie
Taiwan war während des Besuchs ein zentrales Spannungsfeld. Auf dem Flugzeug sagte Trump, er habe noch keine Entscheidung über geplante US-Waffenlieferungen an Taiwan getroffen. «Ich werde in nächster Zeit eine Entscheidung treffen», erklärte Trump, und er ergänzte, er müsse zuvor mit «der Person» sprechen, die derzeit Taiwan leite. Damit spielte er auf Präsident Lai Ching-te an. Nach Angaben aus dem Parlament hat der mögliche Rüstungsverkauf ein Volumen von rund 14 Milliarden US-Dollar. Der US-Kongress hatte ihn bereits im Januar 2025 vorläufig genehmigt; über eine endgültige Genehmigung blieb nach dem Besuch vorerst unklar.
Xi Jinping warnte, ein schlechter Umgang mit der Taiwan-Frage könne die Beziehungen in eine «äusserst gefährliche Lage» bringen. In Taipeh forderte Präsident Lai Ching-te die USA zur Fortsetzung ihrer Sicherheitszusagen an Taiwan auf und stellte Waffenlieferungen als Abschreckung für die Region dar.
Die Aussagen illustrieren die grundsätzliche Differenz: Peking betrachtet Taiwan als Teil seines Staatsgebiets und reagiert empfindlich auf Waffenverkäufe und diplomatische Signale aus Washington; Taiwan betont seine demokratische Selbstverwaltung und sucht internationale Sicherheiten gegen eine mögliche Zwangseingliederung.
Die konzeptionelle Kluft bleibt. Die US-Seite hält sich Optionen offen. Aber die chinesische Führung signalisiert, dass Eskalation geostrategische Kosten nach sich ziehen würde. Ob Washington eine endgültige Zustimmung zum Rüstungsverkauf erteilt, dürfte von den nächsten Kontakten mit Taiwans Führung abhängen.
Vor dem Abflug am Hauptstadtflughafen in Peking gab es ein bemerkenswertes Bild. Beim Einsteigen in die Air Force One reckte Trump noch eine geballte Faust in die Luft. Die Geste wurde rasch als Symbolisiertung von Stärke gedeutet, sie unterstreicht die öffentlichkeitswirksame Seite der Reise.
Iran, Strasse von Hormus und Pekings Hebel
Im Gespräch über den Iran sagte Trump, China habe Peking ein Hilfsangebot im Iran-Konflikt unterbreitet, nannte aber keine Details. Peking erneuerte zugleich seinen Appell nach einer dauerhaften Waffenruhe. China ist für den Iran ein zentraler wirtschaftlicher Partner. Simona Grano, China-Expertin an der Universität Zürich, nannte China «den wichtigsten wirtschaftlichen Partner des Iran».
Reinhard Heinisch von der Universität Salzburg wies darauf hin, dass die iranische Führung auf chinesische Wirtschaftsbeziehungen angewiesen sei. Analysten erwarten daher vor allem wirtschaftliche Hebel Pekings, etwa Anpassungen bei Ölkäufen oder Handelsströmen. Eine offene sicherheitspolitische Kooperation zwischen Peking und Washington in der Region halten mehrere Analysten für unwahrscheinlich. Ariane Knüsel von der Universität Fribourg und Ralph Weber von der Universität Basel betonten, Chinas Einfluss auf Teheran laufe überwiegend über wirtschaftliche Hebel.
Damit bleibt Pekings Spielraum in der Iran-Frage begrenzt auf wirtschaftliche Instrumente. Ob Peking diese Instrumente in nennenswertem Umfang einsetzen wird, ist offen. Die Gespräche mit Trump legen nahe, dass China zumindest politische Vermittlungsbereitschaft signalisiert hat, ohne seine Beziehungen zu Teheran aufzugeben.
Der Besuch hinterlässt ein Bild von pragmatischem Management. Fortschritte in Handelsdossiers und Beratungen über Sicherheitsfragen sind abgesprochen worden.
Konkrete, transparente Vereinbarungen fehlen jedoch vielfach. Die grössten Entscheidungen, namentlich der mögliche Abschluss von Waffenverkäufen an Taiwan, wurden vertagt.
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Trump nannte als nächsten konkreten Anhaltspunkt ein Gespräch mit Taiwans Präsident Lai Ching-te; davon hänge die Zustimmung zu weiteren Waffenlieferungen an Taiwan ab. Dieses Gespräch wird praktisch testen, ob Washington die bilateralen Linien gegenüber Peking bestätigt oder neu justiert.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.