Ende 2027: Das Pentagon schätzt, dass China bis dahin fähig sein könnte, einen Krieg um Taiwan zu führen und zu gewinnen. Parallel dazu dokumentiert die Neue Zürcher Zeitung Fälle, in denen mutmassliche Agentinnen und Agenten in Parteien, Medien und Verwaltung Taiwans eingeschleust wurden, etwa die Anklage gegen Xu Chunying und die Aberkennung des Mandats von Li Zhenxiu. Taipei meldet gesicherte Chatprotokolle mit angeblichen Instruktionen aus Shanghai und verstärkt sowohl militärische als auch zivile Vorbereitungen. Die Kombination aus verdeckter Unterwanderung und wachsender militärischer Schlagkraft verschiebt in Washington und Taipeh die Prioritäten von Abschreckung und interner Resilienz.
Die NZZ legte am 25. Mai 2026 mehrere Einzelfälle dar, die nach taiwanischer Einschätzung Teil einer koordinierten Kampagne Pekings sind. Dem Bericht zufolge wurden Agentinnen und Agenten gezielt in die oppositionelle Kuomintang, in die regierende Demokratische Fortschrittspartei und in kleinere Gruppierungen wie die Taiwan People’s Party eingeschleust. Ein prominenter Fall ist die Politikerin Li Zhenxiu. Sie stand auf einem Listenplatz der TPP für die rund 400 000 in Taiwan lebenden Festlandchinesen, ihr Sitz wurde im April 2026 aber aberkannt. Die Staatsanwaltschaft in Taipeh erhob zudem Anklage gegen eine mutmassliche Agentin namens Xu Chunying.
Was die Unterwanderung bezweckt
Die grundlegende Absicht sei, so frühere Geheimdienstexperten, vor einer möglichen militärischen Aktion Chaos und Angst zu stiften. Liu Wen-ping, einst Leiter der Forschungsabteilung der taiwanischen Spionageabwehrbehörde MJIB, sagte gegenüber der NZZ: "Oberstes Ziel Pekings ist es, Chaos zu stiften und unsere Gesellschaft zu spalten." Die taiwanischen Behörden berichten, sie hätten Chatprotokolle sichergestellt, die angebliche Instruktionen aus Shanghai enthalten. Solche digitalen Spuren dienen der Strafverfolgung, zeigen aber auch die Bandbreite der Mittel: Social Engineering, gezielte Platzierung in politischen Strukturen und Einwirkung auf Medienberichterstattung.
Die NZZ schildert Fälle aus mehreren Parteien und verweist auf Ermittlungen, die zeigen sollen, wie eng die Operationen mit lokalen Akteuren verflochten sind. Das Ziel sei nicht allein Desinformation. Vielmehr ziele Peking darauf, politische Entscheidungsprozesse zu untergraben, Wahlen zu beeinflussen und gesellschaftliches Vertrauen in demokratische Institutionen zu schwächen. Damit verlagere sich ein Teil der Auseinandersetzung von der konventionellen militärischen Ebene in den politischen Alltag Taiwans.
Militärischer Druck und internationale Reaktionen
Die Unterwanderung läuft laut Bericht zeitgleich mit einer beschleunigten Aufrüstung der Volksbefreiungsarmee. Bereits im Oktober 2025 hatten chinesische Staatsmedien Videos veröffentlicht, die Angriffsübungen und simulierte Gefechte gegen Taiwan zeigen; in den Aufnahmen behauptete ein zitierter Pilot, die Küste Taiwans sei deutlich zu erkennen. Das taiwanische Verteidigungsministerium bewertete diese Veröffentlichungen als Propaganda mit dem Zweck der Einschüchterung.
International wächst die Sorge. Das US-Verteidigungsministerium schrieb in einem Entwurf, China erwarte, "bis Ende 2027 in der Lage zu sein, einen Krieg um Taiwan zu führen und zu gewinnen". Diese Einschätzung prägt Debatten in Washington über Rüstungs- und Abschreckungsstrategien. Zugleich sorgten jüngste Äusserungen der japanischen Ministerpräsidentin zu einem möglichen Eingreifen im Konflikt für Verstimmungen mit Peking, wie die NZZ berichtet.
Für Taiwan bedeutet das: weniger sicherheitspolitischen Spielraum und mehr Bedarf an internationalen Garantien und technologischer Unterstützung.
Taipeh reagiert auf beiden Ebenen. Militärisch werden Verteidigungsübungen intensiviert, die zentrale Frage ist, wie sich eine Invasion abwehren lässt. Auf ziviler Ebene melden Behörden und Medien einen starken Anstieg der Teilnahme an Zivilschutz- und Erste-Hilfe-Kursen. Private Unternehmen produzieren Notfall-Kits. Die Staatsanwaltschaft leitet Strafverfahren gegen mutmassliche Agenten ein und versucht, die öffentlichen Institutionen zu schützen.
Ehemalige Geheimdienstexperten warnen, dass die grösste Gefahr weniger in einem einzelnen Angriff liege als in einer schleichenden Aushöhlung demokratischer Prozesse. Wird die Gesellschaft polarisiert, verlieren demokratische Reflexe an Schlagkraft. Aus NZZ-Interviews ergibt sich zudem die Sorge, Peking könnte das Modell der Unterwanderung exportieren und so das Vorgehen in anderen Demokratien adaptieren.
Die Kombination aus verdeckter Einflussarbeit und militärischer Aufrüstung macht die Lage zu einem hybriden Prüfstand. Für Taiwan ist das nicht nur eine Frage der Rüstung. Es geht auch um Rechtsdurchsetzung, Medienresilienz und den Schutz politischer Parteien vor getarnten Einflussagenten. Für westliche Staaten ist die Lehre laut NZZ, dass Abwehr gegenüber solchen Methoden multinational koordiniert werden muss.
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Entscheidend bleibt die Pentagon-Einschätzung: Wenn China bis Ende 2027 die Fähigkeit erreicht, einen Krieg um Taiwan zu führen und zu gewinnen, dann verschiebt dies die Gewichtung von Abschreckung auf rasche, koordinierte Gegenmassnahmen in Geheimdiensten, Diplomatie und Verteidigung. Diese Frist bestimmt bereits jetzt politische und operative Entscheidungen in Washington und Taipeh.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.