Mindestens neun Menschen starben, fast 100 wurden verletzt. Am selben Tag verhängte Russland ein umfassendes Exportverbot für Kerosin. Die Regierung begründet den Schritt mit der Sicherung der heimischen Treibstoffversorgung; Beobachter sehen ihn zugleich als Reaktion auf Angriffe auf Raffinerien und als Risiko für regionale Lieferketten, vor allem in Zentralasien. Die nächtlichen Raketen- und Drohnenangriffe trafen Wohn- und Infrastrukturziele in Kiew, Dnipro und weiteren Städten.
Die Angriffe in der Nacht zum Dienstag forderten mindestens neun Tote und fast 100 Verletzte, sie trafen Wohn- und Geschäftsgebäude in Kiew und Dnipro sowie weitere Städte. Vitali Klitschko, Bürgermeister von Kiew, bezeichnete den Angriff als «massiven feindlichen Angriff» und warnte davor, dass nach dem Einsturz eines Wohnblocks noch Menschen unter den Trümmern eingeschlossen sein könnten. Mykola Kalaschnyk, Gouverneur der Region Kiew, erklärte, «die ganze Nacht hindurch hat der Feind massive Angriffe auf die Region Kiew mit Drohnen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen durchgeführt». Es wurde von Explosionen, Bränden und zeitweiligen Stromausfällen berichtet. Auch Charkiw und Saporischschja waren betroffen.
Nach Angaben der ukrainischen Behörden trafen die Angriffe gezielt zivile und zivile Infrastruktur, was die zivilen Opferzahlen trieb. CNN berichtete von fast 100 Verletzten; die genauen Opferzahlen könnten sich noch ändern, da Rettungskräfte weiter nach Überlebenden suchen. In Polen meldete das Militär eine erhöhte Alarmbereitschaft der Luftabwehr und das Aufsteigen von Kampfjets als Reaktion auf Angriffe, die offenbar über die Grenze hinweg stattfanden. Russische Staatsmedien hatten vorab angekündigt, «systematische Angriffe auf militärische Einrichtungen» durchzuführen, eine Formulierung, die Kyiv und westliche Beobachter als Rechtfertigung für breit angelegte Einsätze interpretieren.
Exportstopp als Versorgungsschutz und Reaktion
Russland erklärte das Exportverbot für Kerosin am Montag und setzte es bis zum 30. November 2026 befristet in Kraft. Offiziell diene die Massnahme der Sicherung der heimischen Treibstoffversorgung. Analysten sehen darin zugleich eine Reaktion auf eine Serie ukrainischer Angriffe auf russische Raffinerien und Öllager, die die Verarbeitung und Produktion spürbar belastet haben. Vasily Astrov vom Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche, wiiw, sagte, die Massnahme diene primär dazu, «die heimische Versorgung halbwegs in Ordnung zu bringen». Russland exportiere Kerosin vor allem in Staaten Zentralasiens, namentlich nach Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan.
Die Schadensbilanz an der russischen Ölinfrastruktur hatte sich in den vergangenen Wochen verschärft. Reuters berichtete, die Dieselproduktion in Russland sei im Mai um rund zehn Prozent gegenüber dem Vormonat reduziert worden, nachdem bereits im April ein Rückgang in ähnlicher Grössenordnung registriert worden war. Nach einem Drohnenangriff wurde laut Reuters die Verarbeitung in der Lukoil-Raffinerie in Wolgograd vorübergehend ausgesetzt. Weiterhin wurden schwere Feuer in einem Öllager nahe Taganrog am Asowschen Meer sowie in einer Raffinerie in Saratow an der Wolga gemeldet, nachdem diese Ziele von Drohnen getroffen worden waren.
Ökonomisch hat die Lage bereits Folgen: Astrov wies darauf hin, dass trotz westlicher Sanktionen ein grosser Teil russischer Ölprodukte weiterhin nach China, Indien und in die Türkei fliesst, und dass auch Ägypten hohe Importe erhalte, vielfach als Umschlagplatz für Weiterverladung. Zugleich schwäche sich die russische Wirtschaft deutlich ab; nach dem Boom der vergangenen zwei Jahre werde das Bruttoinlandsprodukt für das laufende Jahr voraussichtlich nur noch um 0,5 bis 1,0 Prozent wachsen, so Astrov.
Die Kombination aus militärischem Druck auf Infrastruktur und dem staatlichen Exportstopp erhöht die Unsicherheit entlang von Lieferketten, vor allem für Länder in Zentralasien, die traditionell Kerosin aus Russland beziehen. Die russische Regierung wird das Verbot bis zum genannten Datum durchsetzen; wie die spätere Freigabe oder verlängerte Beschränkungen organisiert werden, bleibt eine der zentralen Fragen für Handelspartner und Energiekonzerne.
Militärisch steht die ukrainische Regierung weiter unter Druck. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte in den Tagen vor den nächtlichen Angriffen vor der Möglichkeit eines massiven Angriffs mit neuen Raketensystemen gewarnt und auf Geheimdienstinformationen verwiesen, die auch Hinweise auf den Einsatz des Mittelstrecken-Raketensystems Oreschnik enthielten. Nach Angaben ukrainischer Stellen war das System bereits zuvor eingesetzt worden.
Russische Staatsmedien wiederum stellten die Angriffe als gezielten Schlag gegen militärische Infrastruktur dar.
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Zu beobachten ist, ob und wie die Regierung das Verbot später wieder aufhebt oder verlängert. Parallel werden Meldungen zur Schadensbilanz an Raffinerien und mögliche Effekte auf regionale Treibstoffpreise entscheidend für Handelspartner und Energieunternehmen sein.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.