In Islamabad verhandelt eine US‑Delegation unter Vizepräsident JD Vance mit Vertretern Teherans. Der Streit reicht aber viel weiter zurück.
Ein Wendepunkt 1953
Der erste grosse Einschnitt datiert in die frühen 1950er Jahre. 1951 verstaatlichte Ministerpräsident Mohammed Mossadegh die iranische Ölindustrie. Zwei Jahre später setzten die CIA und der britische MI6 einen Staatsstreich in Gang, der Mossadegh stürzte und den Schah Mohammad Reza Pahlavi wieder an die Macht brachte.
Ian Lesser, Vizepräsident des transatlantischen Thinktanks German Marshall Fund, sieht den Putsch von 1953 als historischen Bruchpunkt für die Beziehungen zwischen Washington und Teheran. Er argumentiert, dass die ausländische Intervention das Vertrauen vieler Iraner in westliche Staaten nachhaltig beschädigte. Kurze Erinnerung: die pro-westliche Herrschaft des Schahs war danach stark von westlicher Unterstützung abhängig. Die Erinnerung an Einmischung sitzt bis heute tief.
Die Folgen des Putsches waren nicht nur politisch. Viele Iraner begannen, die USA anders zu sehen. Eine ganze Generation wuchs mit dem Eindruck auf, das eigene Land sei von fremden Mächten manipuliert worden. Das Gefühl von Unrecht und Ohnmacht war eine Saat, aus der später Widerstand wuchs.
Die Revolution und die Geiselnahme 1979–1981
Die Unzufriedenheit mit dem Schah sammelte sich über Jahrzehnte. 1979 brach die islamische Revolution die Monarchie.
Proteste und breite Unruhen stürzten das pro-westliche Regime.
In diesem Klima wurden 52 US‑Diplomaten und -Mitarbeitende in der US‑Botschaft in Teheran als Geiseln genommen; die Krise zog sich von 1979 bis 1981 hin. Das Ereignis verfestigte auf amerikanischer Seite das Bild eines unberechenbaren Iran. In Teheran wiederum wuchs die Überzeugung, dass westliche Mächte die inneren Angelegenheiten Irans bedrohten.
"Die Generation meiner Eltern dachte, die Probleme des Landes wären durch die Einmischung der USA entstanden. Sie sahen den Schah als eine Marionette der USA", sagt Negin Shiraghaei, Gründerin von Azadi Network. Ihre Worte zeigen, wie persönlich und emotional die Erinnerung an 1953 und die Zeit des Schahs für viele Iraner geblieben ist.
Das Atomprogramm als anhaltender Streitpunkt
Seit den 2000er‑Jahren dominiert ein dritter Faktor die Spannungen: das iranische Atomprogramm. Internationale Verhandlungen, Sanktionen und Misstrauen wechselten einander ab. Der Streit um die nuklearen Ambitionen war und ist ein wiederkehrendes Thema in den Beziehungen zwischen Washington und Teheran.
Die Diskussion um das Atomprogramm hat die internationalen Beziehungen deutlich komplizierter gemacht. Diplomatische Versuche, Beschränkungen zu vereinbaren, wechseln sich mit Phasen harter Sanktionen ab. Und all das hinterlässt Spuren in der öffentlichen Meinung auf beiden Seiten: Misstrauen auf der einen, Sicherheitsbedenken auf der anderen.
Diese drei Elemente — der Putsch 1953, die Revolution und Geiselnahme 1979–1981, und der langwierige Streit um Atomfragen — sind laut Beobachtern Bausteine für das heutige Verhältnis. Sie erklären, warum alte Narrative wieder auftauchen, sobald die Beziehungen eskalieren.
Aktuelle Eskalation und diplomatische Bemühungen
Der jüngste offene Schlagabtausch spitzte sich mit einem Angriff der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar zu. Das war kein isoliertes Ereignis; es steht in einer Kette von Zwischenfällen, die seit Jahren andauern.
Auf jede Aktion folgte eine Gegenreaktion. Kurz danach reiste eine US‑Delegation nach Islamabad, um mit iranischen Vertretern über eine mögliche Friedenslösung zu sprechen. Die Delegation steht laut Quellen unter Führung von Vizepräsident JD Vance. Verhandlungen in neutralem Drittland zeigen, wie schwer sich beide Seiten tun, direkte Kanäle zu nutzen.
Diplomaten und Analysten sehen in solchen Treffen Chancen, aber auch Grenzen: Gespräche können Spannungen abbauen, sie können aber auch scheitern, wenn historische Misstrauen und innenpolitischer Druck zu gross sind. Internationale Vermittlung bleibt also ein fragiles Instrument.
Was das für die Schweiz bedeuten könnte
Die Schweiz ist keine Partei in diesem Konflikt, aber als offene Volkswirtschaft und wichtiger Finanzplatz ist sie nicht immun gegenüber geopolitischen Schocks. Schwankungen in den Rohstoffmärkten, Unsicherheit an den Finanzmärkten und neue Sanktionsrunden können indirekt auch die Schweiz treffen.
Zum Beispiel reagieren Rohölpreise und Versicherungsprämien für Schifffahrt schnell auf jede Eskalation im Nahen Osten. Schweizer Unternehmen mit globalen Lieferketten oder Kunden in betroffenen Regionen sehen höhere Kosten und mehr Risiko.
Banken und Finanzinstitute müssen Sorgfalt walten lassen, wenn Sanktionen neu verhängt oder verschärft werden. Das heisst: auch neutrale Staaten wie die Schweiz stehen vor praktischen Entscheidungen.
Politisch ist die Lage ebenfalls relevant: Die Schweiz legt Wert auf Neutralität und auf das Verhandeln in schwierigen Fällen. Mögliche Vermittlungsangebote stehen stets im Spannungsfeld zwischen neutraler Diplomatie und der Notwendigkeit, internationales Recht und Sanktionen zu respektieren. Kurz: Die Schweiz kann betroffen sein — aber nicht zwingend direkt involviert.
Langfristige Folgen und öffentliche Wahrnehmung
Die historischen Brüche beeinflussen, wie die Bevölkerung in beiden Ländern Politik einordnet. In Iran nützen starke Narrative über ausländische Einmischung nationalistische Zustimmung; in den USA prägen Sicherheitsdebatten und das Misstrauen gegenüber Teheran die Aussenpolitik.
Das Muster wiederholt sich: alte Vorurteile und Erinnerungen werden in neuen Krisen reaktiviert. Und das macht Lösungssuche schwerer. Wenn Verhandlungen beginnen, tragen sie immer die Last der Vergangenheit mit sich.
Die aktuelle Runde in Islamabad dürfte nicht die letzte sein. Denn solange die Grundkonflikte ungelöst bleiben — historische Verwundungen, Machtpolitik in der Region, und das Thema Atomwaffen — wird jede Phase des Dialogs anfällig bleiben und leicht wieder in Konfrontation umschlagen.
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Der Angriff der USA und Israels auf den Iran erfolgte am 28. Februar.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.