GameStop, mit einer Marktkapitalisierung von rund 12 Milliarden US-Dollar, hat überraschend ein Übernahmeangebot für eBay über 56 Milliarden US-Dollar vorgelegt. CEO Ryan Cohen sagte, das Angebot sei gemacht worden und sollte der Verwaltungsrat von eBay ablehnen, wolle man sich direkt an die Aktionäre wenden. Für den Deal nennt GameStop 9,4 Milliarden US-Dollar in Bar, eine Finanzierungszusage über 20 Milliarden US-Dollar von TD Securities und plant, den Rest durch eigene Aktien zu finanzieren. Das Angebot betont die grosse Bewertungslücke zwischen eBay und GameStop und könnte den Wettbewerb im Onlinehandel neu ordnen.
GameStop hat ein formelles Angebot zur Übernahme von eBay präsentiert. Der vorgeschlagene Kaufpreis beträgt 56 Milliarden US-Dollar. Ryan Cohen, CEO von GameStop, kündigte an, dass man notfalls die Aktionäre ansprechen werde, sollte der Verwaltungsrat von eBay ablehnen.
GameStop legt konkrete Finanzzahlen vor. Das Unternehmen nennt 9,4 Milliarden US-Dollar in Bar als verfügbare Mittel. Dazu kommt eine Finanzierungszusage von TD Securities über 20 Milliarden US-Dollar. Den übrigen Teil des Kaufpreises will GameStop mit eigenen Aktien decken. In der Mitteilung weist GameStop darauf hin, dass diese Aktienemission zu einer starken Verwässerung der vorhandenen GameStop-Anteile führen würde. Die Firma sagt zugleich, dass die Rechnung nur aufgehe, wenn das fusionierte Unternehmen langfristig deutlich wächst und die Verwässerung ausgleicht.
Bewertungssprung und Marktreaktion
Vor dem Angebot wurde eBay mit rund 46 Milliarden US-Dollar bewertet, GameStop mit etwa 12 Milliarden US-Dollar. Das ist eine grosse Lücke. Nach Berichten stieg der Kurs von eBay um etwa 12 Prozent. GameStop teilte ausserdem mit, dass man bereits rund fünf Prozent der eBay-Aktien hält.
Der Schritt kommt überraschend. EBay ist deutlich grösser als GameStop. Trotzdem begründet GameStop das Angebot mit der Idee, eBay aggressiv umzubauen und als Wettbewerber zu Amazon zu positionieren. Ryan Cohen strebt offenbar an, den Marktplatz strategisch neu auszurichten.
Kostensenkungen und Geschäftsstrategie
In der Offerte verspricht GameStop, die jährlichen Kosten bei eBay innerhalb von zwölf Monaten nach einer Übernahme um insgesamt zwei Milliarden US-Dollar zu senken. Die Einsparungen sollen hauptsächlich beim Marketing erzielt werden.
GameStop spricht von einer Marke mit "nahezu universeller Bekanntheit", bei der sich bestimmte Budgetposten kürzen lassen.
Das Angebot nennt keine detaillierte Umstrukturierung. Es stellt aber klar, dass Cohen eine schlankere Kostenbasis anstrebt. Einsparungen beim Marketing könnten kurzfristig die Ergebnisse verbessern. Sie würden zugleich die Allokation von Mitteln im operativen Geschäft verändern.
Wer ist Ryan Cohen und was steckt hinter GameStops Vorstoss?
Ryan Cohen übernahm 2023 den CEO-Posten bei GameStop. Zuvor hatte er das Management des Unternehmens als zu langsam kritisiert und seine Beteiligung schrittweise erhöht. Unter seiner Führung hat GameStop operative Schritte unternommen, etwa die Schliessung aller Filialen in Deutschland.
GameStop hatte Anfang 2021 weltweite Aufmerksamkeit erhalten. Damals trieb eine internetbasierte Anlegerbewegung den Aktienkurs in die Höhe. Cohen nutzt seit seinem Einstieg die Führung, um das Geschäftsprofil zu verändern. Heute konzentriert sich GameStop vor allem auf Sammelkarten und Retro-Spiele.
Im Übernahmeangebot steht ausserdem, dass Cohens Vergütung nach einer Fusion "ausschliesslich auf Basis der Leistung des fusionierten Unternehmens" erfolgen soll. Damit verknüpft er seine Kompensation direkt mit dem wirtschaftlichen Erfolg nach einem Zusammenschluss.
EBays aktuelle Position und Reaktion
EBay reagierte zunächst nicht auf die Offerte. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren versucht, sich auf ertragstärkere Kategorien zu fokussieren. Dazu zählen Sammelartikel, Autoteile und Secondhand-Mode. EBay setzt zudem verstärkt auf KI-Technik, um das Einkaufserlebnis zu verbessern.
Der Marktplatz hatte bereits strategische Initiativen gestartet, um profitablere Segmente auszubauen. GameStops Angebot zielt genau auf diese Bereiche ab. Die angekündigten Einsparungen beim Marketing adressieren unmittelbar die Kostenstruktur, die eBay in die Schusslinie bringt.
Die Finanzstruktur des Angebots bringt Herausforderungen mit sich. Cash und die zugesagte Finanzierung decken rund 29,4 Milliarden US-Dollar ab. Den Rest will GameStop mit eigenen Aktien finanzieren. Eine grosse Aktienausgabe verändert die Eigentümerstruktur massiv. Bestehende GameStop-Aktionäre würden ihre Anteile stark verwässert sehen.
Solche Verwässerungen lassen sich nur rechtfertigen, wenn Wachstum und Profitabilität der neuen Einheit tatsächlich steigen. GameStop selbst betont genau diesen Punkt. In der Praxis müssen Kaufpreis, Synergien und Umsetzungsrisiken gegenübergestellt werden. Das ist eine Aufgabe für Finanzberater, Aufsichtsgremien und Entscheidungsträger bei beiden Unternehmen.
Cohen kündigte an, dass GameStop bei einer Ablehnung seitens des Verwaltungsrats direkt die Aktionäre ansprechen werde. Ein solches Vorgehen ist in M&A-Fällen nicht neu.
Es kann aber zu einer öffentlich ausgetragenen Kampfsituation führen. Ein direkter Gang an die Aktionäre zielt darauf ab, Druck auf ein Management auszuüben.
Welche Schritte konkret folgen, bleibt offen. EBay könnte das Angebot prüfen und Gegenangebote oder Abwehrstrategien erarbeiten. Aktionäre beider Seiten werden eine wichtige Rolle spielen. Jede Entscheidung hängt von Bewertungen, rechtlichen Rahmenbedingungen und den Perspektiven für das kombinierte Geschäft ab.
Eine Übernahme in dieser Grössenordnung zieht regulatorische Aufmerksamkeit nach sich. Behörden prüfen bei grossen Zusammenschlüssen oft Wettbewerbseffekte. Besonders relevant ist, wie ein kombinierter Anbieter den Wettbewerb mit anderen Grossen im Onlinehandel beeinflussen würde. Behördliche Prüfungen können Zeit kosten und Auflagen bringen.
Die konkrete rechtliche Bewertung hängt von detaillierten Zahlen und Geschäftsplänen ab. Solche Unterlagen würden in einem formellen Übernahmeverfahren offengelegt werden müssen. Bis dahin bleibt vieles hypothetisch, auch wenn die Rahmendaten jetzt bekannt sind.
Für eBay-Aktionäre ist die Offerte ein klarer Preisanker. Der Markt reagiert bereits mit Kursbewegungen.
Für GameStop-Aktionäre ist die Situation komplexer. Sie müssen die potenzielle Verwässerung gegen die Aussicht auf ein grösseres, profitableres kombiniertes Unternehmen abwägen.
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Zuletzt gab eBay zunächst keine Stellungnahme zum Übernahmeangebot ab.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.