In einem Konferenzraum der Schweizerischen Nationalbank lagen am Donnerstag die gedruckten Exemplare des Finanzstabilitätsberichts 2026, während Mitarbeitende die Kernaussagen diskutierten: Die SNB setzt den sektorellen antizyklischen Kapitalpuffer auf die gesetzliche Maximalhöhe von 2,5 Prozent. Der Bericht zeichnet ein anspruchsvolles externes Umfeld, erwähnt den Konflikt im Nahen Osten und handelsbezogene Spannungen und warnt zugleich vor beschleunigtem Kreditwachstum in der Schweiz. Die Nationalbank betont, dass vorhandene Kapital- und Liquiditätspuffer die Widerstandsfähigkeit stützen, nennt aber deutliche Verwundbarkeiten im Wohnimmobilienmarkt und neue Risiken durch Nichtbanken-Finanzintermediäre und digitale Vermögenswerte.

Am Tisch im Konferenzraum wurde schnell klar, welche Schlussfolgerung die SNB zieht: Der antizyklische Puffer bleibt das zentrale Instrument gegen Inlandrisiken. Die Nationalbank begründet die Festlegung mit anhaltender Kreditdynamik und hohen ausstehenden Hypothekarschulden, die den Wohnimmobilienmarkt anfällig machen, auch wenn die finanziellen Mittel der Haushalte die unmittelbaren Tragfähigkeitsrisiken reduzieren.

Die SNB beschreibt das äussere Umfeld als anspruchsvoll. Sie nennt den Konflikt im Nahen Osten und Spannungen im internationalen Handel als Belastungsfaktoren. Gleichwohl dokumentiert der Bericht ein beschleunigtes Kreditwachstum im Schweizer Markt trotz struktureller und regulatorischer Änderungen. Die finale Einführung von Basel III im Januar 2025 habe die Anforderungen erhöht, so die Nationalbank, habe das Gesamtwachstum der Kredite aber nicht gedämpft.

Ein zentrales, belastbares Bild liefert die SNB zur Profitabilität und Widerstandsfähigkeit des Bankensektors. Für 2025 verzeichnete die Branche insgesamt eine steigende Profitabilität, getragen vor allem von Gewinnen in der Vermögensverwaltung und im Investment Banking.

Die Binnenbanken zeigten dagegen ein leichtes Profitabilitätsminus, verursacht durch ein schwächeres Zinsengeschäft und verengte Zinsmargen.

Die Notenbank legt spezifische Befunde zu einzelnen Instituten vor. Bei den drei inlandorientierten systemrelevanten Instituten entwickelten sich die Kennzahlen unterschiedlich: Postfinance und Zürcher Kantonalbank verbesserten ihre Profitabilität, die Raiffeisen-Gruppe verzeichnete einen Rückgang.

Ende 2025 lagen die risikogewichteten Kapitalquoten und die Leverage Ratios von Raiffeisen und ZKB deutlich über den regulatorischen Vorgaben. Postfinance wies eine hohe risikogewichtete Quote aus, ihre Leverage Ratio blieb jedoch nur knapp über der Mindestanforderung.

Die SNB führte Stresstests für inlandorientierte Institute und separat für die UBS durch. Aus diesen Rechnungen folgert die Nationalbank, dass die meisten Banken dank bestehender Kapital- und Liquiditätspuffer Verluste in relevanten Negativszenarien verkraften könnten. Zugleich macht die SNB deutlich, dass die erhöhte Systemrelevanz der UBS nach der Übernahme der Credit Suisse in den Kapitalanforderungen abgebildet werden müsse.

Vor diesem Hintergrund bekräftigt die SNB ihre Unterstützung für das vom Bundesrat vorgeschlagene Paket zur Krisenprävention und -bewältigung. Die Nationalbank hebt insbesondere Massnahmen im Bereich Liquidität und Kapital hervor.

Am 22. April 2026 hat der Bundesrat das Paket dem Parlament überwiesen; die SNB führt aus, dass Pro-forma-Berechnungen der Behörden und die Einbeziehung der Reserven zeigten, dass die UBS bereits heute genügend Eigenmittel aufweise, um die vorgeschlagenen Anforderungen zu erfüllen.

Die SNB richtet den Blick über Banken hinaus. Sie identifiziert Risiken aus Nichtbanken-Finanzintermediären und aus digitalen Vermögenswerten. Stablecoins gelten als besonderes Risiko, weil das Versprechen, sie jederzeit zum Nennwert rückzutauschen, bei ungenügender Unterlegung zu Runs führen könne. Die Nationalbank warnt vor der Verflechtung von Stablecoins mit dem traditionellen Finanzsystem und vor Problemen durch grenzüberschreitende Emission in weniger stark regulierten Jurisdiktionen.

Die SNB fordert eine angemessene Regulierung und internationale Koordination, betont aber, dass die Ausgestaltung des Rahmens sorgfältige Abwägungen erfordert, da Eingriffe in Stablecoin-spezifische Risiken Wirkungen auf andere Teile des Finanzsystems haben könnten. Parallel kündigt die Nationalbank an, die Analyse der Risiken von inländischen Nichtbanken-Finanzintermediären weiterzuführen. Die Arbeiten sollen systemweit erfolgen und nach Bedeutung der NBFI-Kategorien priorisiert werden.

In der Interpretation der SNB sind die vorhandenen Kapital- und Liquiditätspuffer das Fundament für fortgesetzte Kreditgewährung. Zugleich macht sie auf die heterogene Verteilung von Risiken und Erträgen innerhalb des Sektors aufmerksam und betont die besondere Anfälligkeit inlandorientierter Banken gegenüber einer Kombination aus signifikantem Zinsanstieg und Preisrückgängen auf dem Immobilienmarkt.

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Der nächste politische Meilenstein ist die parlamentarische Behandlung des vom Bundesrat überwiesenen Pakets zur Krisenprävention und -bewältigung; die SNB sieht darin die Umsetzung der Lehren aus der Credit-Suisse-Krise.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.