Zehntausende Vertriebene leben in Beiruts Straßenlagern. Die zehn­tägige Feuerpause gibt ihnen eine fragile Hoffnung.

Zelte in der Hauptstadt, Warnung aus dem Süden

In Beiruts Innenstadt reihen sich Zelte aneinander. Männer und Frauen, Kinder und Alte schlafen auf Feldbetten oder Plastikplanen. Viele flohen aus Dörfern im Südlibanon, nachdem die Kämpfe zwischen israelischen Streitkräften und der Hisbollah eskaliert hatten.

„Wir wollen zurück nach Hause“, sagte Ibrahim, ein Vertriebener aus dem Süden, und wies darauf hin, dass die Dauer von zehn Tagen kaum Aussicht auf Sicherheit biete. Er fügte hinzu, dass viele misstrauisch seien und befürchteten, der Konflikt kehre bald zurück.

Die libanesische Regierung sowie die Hisbollah warnen die Menschen ausdrücklich davor, jetzt in ihre Dörfer zurückzukehren. Beide Seiten betonen, dass die Gefahr weiterer Angriffe in den südlichen Gebieten weiterhin hoch sei.

Was die Waffenruhe regelt — und was nicht

Die vereinbarte Waffenruhe gilt zunächst für zehn Tage. Sie soll Kämpfe und Raketenangriffe verringern und humanitäre Hilfslieferungen ermöglichen. Kurz vor Inkrafttreten wurden jedoch noch Raketen auf Israel abgefeuert, was die Fragilität der Lage zeigte.

Israel kündigte an, seine Streitkräfte trotz der Feuerpause im Süden des Libanon präsent zu lassen. Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident Israels, sagte, das Land werde nicht sofort abziehen. Zugleich nannte er die Vereinbarung eine Chance: „Wir haben die Chance, ein historisches Friedensabkommen mit dem Libanon zu erzielen“, sagte Netanjahu.

Kritiker sehen die geplante Präsenz als Versuch, eine dauerhafte Pufferzone zu etablieren. Sie sprechen von Landnahme und einer Vertreibung von mehr als 800'000 Menschen. Die Zahl suggeriert das Ausmass der bereits jetzt Betroffenen und die Dimension der Herausforderung für Wiederaufbau und Rückkehr.

Internationale Vermittlung und US‑Engagement

US‑Präsident Donald J. Trump kündigte die zehn­tägige Feuerpause an und bezeichnete die Lage als Gelegenheit für ein größeres Abkommen zwischen Beirut und Jerusalem. Trump telefonierte nach Angaben offizieller Stellen sowohl mit Netanjahu als auch mit dem libanesischen Präsidenten Michel Aoun. Er sagte: „Die Situation mit dem Libanon ist sehr spannend. Ich denke, wir werden eine Einigung erzielen.“

Die vielfach erwähnte Einladung ins Weisse Haus soll die führenden Vertreter beider Seiten zusammenbringen. Ob ein solcher diplomatischer Schritt realistische Chancen auf einen dauerhaften Frieden bietet, ist offen. Die Gegenwart ist geprägt von Misstrauen, lokalem Schock und einem zerstörten Lebensraum.

Leben in der Unsicherheit: Stimmen aus den Lagern

Mohammed, 60 Jahre alt, sitzt auf einem einfachen Plastikstuhl vor seinem Zelt. Er gibt zu, dass er Zweifel hat, ob die Feuerpause Bestand haben wird: Wenn die israelischen Truppen nicht zurückziehen, frage er sich, was die zehn Tage gebracht hätten.

Viele Vertriebene sprechen von zerstörten Häusern, von Wasser‑ und Stromausfällen und von dem Gefühl, von offiziellen Stellen alleingelassen zu sein. Einige sagten, sie würden auch mit zerstörten Häusern in ihre Dörfer zurückkehren, weil das Bleiben in der Stadt keine Perspektive biete.

Humanitäre Folgen und wirtschaftliche Belastung

Die Kämpfe haben viele Menschen vertrieben, Häuser beschädigt und die öffentlichen Dienste in Städten wie Beirut stark belastet. Öffentliche Gesundheitszentren stoßen an Kapazitätsgrenzen, und die Versorgungslage ist angespannt.

Außerdem macht der Konflikt die wirtschaftliche Krise im Libanon noch schlimmer. Rekonstruktion kostet viel Geld; private Ersparnisse und Infrastruktur werden belastet. Für eine Volkswirtschaft, die bereits vor dem Ausbruch der Kämpfe Probleme hatte, bedeuten Massenvertreibungen und Kriegsschäden einen zusätzlichen Schock.

Regionale Risiken und die Frage der Rückkehr

Die geplante Präsenz israelischer Truppen im Süden würde die Sicherheitslage langfristig verändern. Bewohner, die jetzt zurückkehren, könnten erneut in Kampfhandlungen geraten. Die Entscheidung, ob und wann Rückkehr möglich ist, hängt daher nicht nur von der Dauer der Waffenruhe ab, sondern von politisch-militärischen Vereinbarungen, die über die zehn Tage hinausgehen.

Vor knapp einem Jahr wurde bereits eine Waffenruhe ausgehandelt, nach dem letzten offenen Krieg. Die Wiederholung solcher Abkommen schafft kurzfristig Ruhe, löst aber nicht die strukturellen Ursachen — Grenzkonflikte, Milizenpräsenz und die Frage nach Sicherheitsgarantien.

Welche Rolle könnte die Schweiz spielen?

Die Schweiz verfügt traditionell über Erfahrung in humanitärer Hilfe und in diplomatischen Vermittlungsbemühungen. In früheren Krisen hat sie etwa Unterstützung für Hilfsorganisationen bereitgestellt und Dialogplattformen angeboten. Angesichts der Lage im Libanon ist zu erwarten, dass Schweizer NGOs und internationale Partner verstärkt humanitäre Hilfe leisten müssen.

Für die Schweiz stellen sich jetzt konkrete Fragen: Soll sie Friedensgespräche fördern, mehr humanitäre Hilfe leisten oder die Logistik vor Ort besser koordinieren? Solche Entscheidungen bedürfen interdepartementaler Abwägungen im Bundesrat und einer Einschätzung der Sicherheitslage vor Ort.

Was jetzt zu beachten ist

Für die Vertriebenen bleibt die Lage ungewiss.

Zehn Tage können helfen, Nahrung und Medizin zu liefern. Sie können aber nicht allein die Grundlagen für eine sichere Rückkehr legen.

Was wirklich zählt, sind sichere Garantien, dass Hilfsorganisationen Zugang bekommen und klare Absprachen über den Abzug oder das Bleiben ausländischer Truppen. Ohne solche Elemente droht die Rückkehr vieler Menschen in unsichere Verhältnisse.

Die kommenden Tage werden deshalb darüber entscheiden, ob die Feuerpause als reiner Ruhepol fungiert — oder als Beginn eines ernsthaften politischen Prozesses, der die Voraussetzungen für dauerhaftes Wohnen und Wiederaufbau schafft.

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Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.