Die Industrieproduktion in Deutschland ist seit 2022 rückläufig — und der BDI hat deshalb seine Wachstumsprognose für 2026 zurückgezogen. Statt eines zuvor erwarteten Produktionszuwachses rechnet der Verband nun bestenfalls mit Stagnation, sagte BDI‑Präsident Peter Leibinger bei der Eröffnung der Hannover Messe.

BDI zieht Prognose zurück

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat seine Prognose für 2026 kassiert. Peter Leibinger, Präsident des BDI, sagte bei der Eröffnung der Hannover Messe, die Industrieproduktion sei seit 2022 rückläufig. Für 2026 rechne der Verband nicht mehr mit einer Erholung, sondern bestenfalls mit Stagnation.

Anfang Januar hatte der BDI noch ein Produktionsplus von rund einem Prozent in Aussicht gestellt; diese Erwartung ist nun aufgehoben. Leibinger nannte sowohl außenpolitische als auch innenwirtschaftliche Gründe für die Kehrtwende.

Warum die Wende?

Als unmittelbarer Auslöser nennt der BDI den Krieg im Nahen Osten. Der Verband sieht mehrere zusammenwirkende Effekte:

  • Gestiegene Energiepreise belasten die Produktionskosten.
  • Lieferketten geraten unter Druck, etwa weil Frachtschiffe nicht mehr wie gewohnt durch die Meerenge von Hormus fahren können.
  • Die verzögerte Zufuhr wichtiger Rohstoffe und Halbfabrikate erschwert Produktion und Planung.

Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), hob hervor, dass strategische Planung schwieriger werde und Unternehmen zunehmend auf Sicht handelten. Er warnte vor Unsicherheit bei Investitionsentscheidungen und längeren Lieferzeiten.

Parallel zu diesen außenpolitischen Risiken wies der BDI auf strukturelle Probleme am Standort Deutschland hin: hohe Kosten, steuerliche Belastungen und bürokratische Hürden erschweren Investitionen, auch wenn die Bundesregierung vermehrt in Verteidigung und Infrastruktur investiere.

Unterschiedliche Branchenperspektiven

Nicht alle Branchen teilen den pessimistischen Konsens. Erwartete Entwicklungen im Überblick:

  • Maschinen‑ und Anlagenbau: Vertreter rechnen mit moderatem Wachstum, falls sich die Lage stabilisiert.
  • Elektro‑ und Digitalindustrie: Technologische Dynamik und neue Anwendungen (etwa Robotik in der Produktion) könnten Produktivitätsgewinne bringen, falls geopolitische Risiken absinken.

Marktreaktion und gesamtwirtschaftlicher Kontext

Die Ankündigung des BDI fiel mit einem schwachen Start des deutschen Leitindex DAX zusammen; die Börsen reagierten mit Abgaben. Ökonomen hatten zuvor bereits ihre Konjunkturprognosen gesenkt: Viele Institute waren von einer Erholung 2026 ausgegangen, doch jüngste geopolitische Schocks haben diese Hoffnungen gedämpft. Die Bundesregierung versucht, durch hohe Ausgaben in Verteidigung und Infrastruktur gegenzusteuern.

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„Für 2026 rechnen wir nicht mehr mit einer Erholung, sondern mit Stagnation“, sagte BDI‑Präsident Peter Leibinger.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.