96,18 Dollar: so hoch notierte Brent-Rohöl am Morgen nach neuen US-Angriffen in der Strasse von Hormus. Die Schläge gegen Ziele im Süden Irans ließen den Optimismus über ein baldiges Friedensabkommen schwinden und trieben gleichzeitig die Ölpreise und Risikoaversion an den Aktienmärkten nach oben. Brent stieg auf 96,18 Dollar je Barrel, US-Öl WTI notierte bei 90,57 Dollar, der Nikkei fiel auf 64.928 Punkte und Broker IG taxierte den DAX vor Handelsbeginn mit minus 0,8 Prozent deutlich unter 25.000 Punkten. Für heute sind Verhandlungen in Katar angesetzt, die als Indikator dafür gelten, ob sich die Lage deeskaliert.
Die Eskalation dämpfte am Morgen den Optimismus auf ein baldiges Friedensabkommen, nachdem die USA neue Luftschläge gegen militärische Ziele im Süden Irans geflogen hatten. US-Behörden begründeten die Operationen mit Selbstverteidigung und dem Schutz von US-Truppen, zugleich berichteten iranische Kräfte von abweichenden Angriffen. Nach Angaben von Marktberichten kündigte US-Präsident Donald Trump eine mögliche Intensivierung der militärischen Operationen für die kommenden zwei bis drei Wochen an, während Senator Marco Rubio die für heute in Katar angesetzten Verhandlungen dennoch als möglich beschrieb und von "viel Hin und Her bezüglich bestimmter Formulierungen" sprach.
Marktreaktion und Preissignale
Die unmittelbaren Marktfolgen waren deutlich sichtbar. Einem Bericht zufolge stieg Brent-Rohöl auf 96,18 Dollar je Barrel, WTI notierte bei 90,57 Dollar. Anleger zogen sich zurück: Der japanische Leitindex Nikkei fiel im frühen Handel um 0,1 Prozent auf 64.928 Punkte, und Broker IG taxierte den DAX vor Handelsbeginn mit minus 0,8 Prozent, deutlich unter der Marke von 25.000 Punkten. Am Vortag hatte der Dow Jones Industrial noch Rekordstände gesehen, mit einem Schlusskurs von 50.644 Punkten, doch die neue Unsicherheit trübte die Stimmung.
Analysten machten die Unklarheit über den Fortgang der Verhandlungen zwischen Washington und Teheran zum treibenden Faktor. Art Hogan, Chefmarktstratege bei B Riley Wealth, sagte, der Markt habe nun weniger Klarheit darüber, wie ein Ausweg aus dem Krieg gefunden werden könne. In den Rohstoffmärkten sorgten die höheren Ölpreise für Unterstützung der Energiesektoren, zugleich aber für neue Fragezeichen bei den Erwartungen zur US-Inflation und damit indirekt für die Geldpolitik.
Politische Risiken und Versicherungsprobleme
Die Kämpfe betreffen nicht nur Kurse, sie haben handfeste ökonomische Folgen für Schifffahrt und Versicherungen. Madison Cartwright, leitender Geoökonomie-Analyst bei der Commonwealth Bank of Australia, erwartete "in den nächsten zwei Wochen entweder eine Einigung auf einen neuen Waffenstillstand oder den Zusammenbruch des derzeitigen Waffenstillstands mit einer Wiederaufnahme der aktiven Feindseligkeiten". Cartwright bezifferte die Wahrscheinlichkeit einer Einigung auf 70 Prozent, wies aber zugleich auf die anhaltende Unsicherheit über die Zukunft der Meerenge hin. Die Versicherungskosten für die Durchfahrt seien "unerschwinglich teuer" geworden, und es sei offen, ob der Iran künftig eine Mautgebühr erheben werde.
Diese Risikoprämien wirken auf mehrere Ebenen. Erstens verteuern steigende Fracht- und Versicherungskosten den Transport von Öl, was die Angebotskosten effektiver macht und Preise stützen kann. Zweitens erhöhen volatile Energiepreise die Unsicherheit für Zentralbanken, die ihre geldpolitischen Entscheidungen an Preis- und Wachstumsindikatoren messen.
Ryozo Himino, Vize-Gouverneur der Bank of Japan, erklärte, die Notenbank werde die Entscheidung über weitere Zinserhöhungen genau prüfen und dabei analysieren, wie sich die Lage auf die heimische Wirtschaft und die Preise auswirke.
Die Summe dieser Effekte ist eine erneute Prüfung von Annahmen, die in den vergangenen Tagen die Märkte getragen hatten. Seit Anfang April gilt nach Medienberichten eine fragile Waffenruhe, und jüngste Hoffnungen auf eine Öffnung der Strasse von Hormus hatten die Risikoaversion reduziert. Die neuen Angriffe öffnen diese Frage wieder.
Politisch bleiben die Verhandlungen in Katar der Dreh- und Angelpunkt. US-Seiten und iranische Kräfte berichten voneinander abweichend, und Marktteilnehmer sehen in den Gesprächen die Chance, ob die jüngste Eskalation in Deeskalation mündet oder die Feindseligkeiten wieder zunehmen. Senator Rubio betonte zwar, ein Abkommen bleibe möglich, wies aber darauf hin, dass noch Formulierungsfragen zu klären seien.
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Zu beobachten ist, ob die heute in Katar anstehenden Verhandlungen die noch offenen Formulierungsfragen, auf die Senator Rubio hinwies, klären können. Gelingt das nicht, droht die Region wieder in eine Phase aktiver Feindseligkeiten zurückzufallen.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.