400 Kilogramm hochangereichertes Uran stehen im Zentrum der Verhandlungen, während das US-Militär Ziele im Iran angriff. CENTCOM erklärte, die Operationen seien «zur Selbstverteidigung» erfolgt und richteten sich gegen Raketenstellungen im Süden des Landes sowie mehrere Boote in der Strasse von Hormus. Iranische Medien meldeten Tote in der Gegend der Insel Larak; das US-Militär machte zunächst keine Angaben zu Opfern. Die Angriffe fallen in eine Phase formeller Verhandlungen, an denen Vermittler beteiligt sind, und könnten Druck auf Teheran erhöhen ohne die geltende Waffenruhe offen aufzukündigen, so eine SRF-Korrespondentin.
Die US-Operationen trafen nach Angaben des Regionalkommandos der US-Streitkräfte für den Nahen Osten, CENTCOM, Raketenstellungen im Süden des Iran und mehrere Boote in der Strasse von Hormus. CENTCOM bezeichnete die Schläge als «Angriffe zur Selbstverteidigung» und begründete sie mit konkreten Bedrohungen für US-Streitkräfte in der Region. Als unmittelbare Reaktion nannte das Militär wiederholte Drohnen- oder Raketenangriffe, die nach US-Angaben überwiegend von Milizen ausgeführt worden seien, die vom Iran unterstützt werden.
Die Angriffe und ihre Motive
Nach CENTCOM-Angaben zielten die Schläge darauf ab, unmittelbare Gefahren zu neutralisieren. In der Strasse von Hormus seien Kräfte aktiv gewesen, die nach bisherigen Berichten Minen verlegten und die Schifffahrt behinderten, hiess es. Die Meerenge ist von strategischer Bedeutung, weil sie den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet und damit essenziell für den Export von Öl, Flüssiggas und Dünger aus der Region ist.
Iranische Medien berichteten von Toten nach einem der Angriffe im Bereich der Insel Larak. Das US-Militär äusserte sich zunächst nicht zu zivilen oder militärischen Opfern. Eine SRF-Korrespondentin wies darauf hin, dass die US-Formulierung «zur Selbstverteidigung» zugleich signalisieren solle, dass Washington die geltende Waffenruhe nicht grundlegend aufkündigen wolle, aber dennoch den Druck auf Teheran erhöhen will.
Verhandlungen und zentrale Streitpunkte
Die Angriffe fielen nicht zufällig in eine Phase formeller Verhandlungen zwischen Washington und Teheran, an denen Vermittler beteiligt sind. Nach iranischen Angaben erklärte Ismail Baghai, Sprecher des iranischen Aussenministeriums, USA und Iran befänden sich «in der abschliessenden Phase der Ausarbeitung eines Memorandums». Dieses Memorandum solle laut Baghai in einem 14-Punkte-Papier den Rahmen für eine Beilegung des Kriegs schaffen.
Laut Baghai würde das Memorandum die Beendigung des Kriegs, die Aufhebung der US-Blockade in der Strasse von Hormus und die grundsätzliche Freigabe blockierter iranischer Vermögenswerte in den Mittelpunkt stellen. Konkrete Details nannte der Sprecher nicht.
Er gab jedoch einen Zeitrahmen: Innerhalb der nächsten 30 bis 60 Tage sollten weitere Aspekte verhandelt werden.
Ein zentraler Streitpunkt ist der Umgang mit bereits angereichertem iranischem Uran. US-Präsident Donald Trump schlug parallel eine Kompromissoption vor und schrieb, das Material müsse «sofort» an die USA übergeben werden oder unter Aufsicht an einem anderen Ort vernichtet werden. Nach Angaben der Verhandlungsparteien handelt es sich bei der Menge um rund 400 Kilogramm hochangereichertes Uran, ein Faktor, der die Gespräche belastet.
Auch auf US-Seite äusserten sich Politiker zu den Verhandlungsfortschritten. Senator Marco Rubio sagte, die Festlegung der genauen Formulierungen im Abkommen werde «wohl noch ein paar Tage in Anspruch nehmen». Der Ton auf beiden Seiten bleibt angespannt: Der iranische Präsident Massud Peseschkian erklärte, Iran sei «weiterhin gesprächsbereit, aber mit äußerster Vorsicht» gegenüber den USA und warnte vor den globalen Folgen einer erneuten Eskalation.
Hintergrund ist, dass trotz einer seit Ende Februar formal geltenden Waffenruhe es immer wieder Zwischenfälle rund um die Strasse von Hormus gegeben hat. Anfang Mai hatten iranische Kräfte nach Berichten US-Militärschiffe in der Meerenge attackiert, worauf die USA mit Angriffen auf Ziele auf dem iranischen Festland reagierten. Diese Vorfälle führten teilweise zu erheblichen Störungen der Schifffahrt und trugen zu steigenden Weltmarktpreisen für Energie und Düngemittel bei.
Die aktuelle Kombination aus militärischem Druck und paralellen Verhandlungen zeigt die doppelte Strategie Washingtons: Erstens taktische Reaktionen auf unmittelbare Gefährdungen der eigenen Kräfte, zweitens internationales Feintuning an einem Rahmenabkommen, das strategische Fragen regeln soll. Die US-Formulierung zur Selbstverteidigung erscheint dabei als Mittel, Aktion und Dialog zu kombinieren.
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Senator Marco Rubio sagte, die endgültigen Formulierungen könnten «wohl noch ein paar Tage in Anspruch nehmen». Entscheidend wird sein, ob das Memorandum die Frage des rund 400 Kilogramm hochangereicherten Urans regelt.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.