60 Tage würden die unmittelbare Eskalation dämpfen, aber kaum die Konfliktlinien lösen. US-Präsident Donald Trump schrieb auf Truth Social, ein «weitgehend ausgehandeltes» Abkommen werde final abgestimmt; CNN nannte gestaffelte Sanktionslockerungen und die Teilfreigabe eingefrorener Vermögenswerte. Zentral bleiben Fragen zur Kontrolle vorhandener Uranbestände und zur Sicherheit in der Strasse von Hormuz. Israel sowie innenpolitische Gegner in den USA zeigen sich skeptisch und warnen vor Zugeständnissen.

Die Linie ist überraschend klar. Donald Trump erklärte auf Truth Social, ein Abkommen mit Iran sei «weitgehend ausgehandelt» und die letzten Details würden derzeit zwischen Washington, Teheran und weiteren beteiligten Staaten abgestimmt. Die Aussage folgte auf Tage erhöhter militärischer Bereitschaft in der Region, in denen die USA ihre Präsenz verstärkten und Israel sich auf mögliche Angriffe gegen iranische Ziele vorbereitete.

Was im möglichen Deal steht

CNN berichtet, das diskutierte Memorandum sehe drei kurzfristige Elemente vor: erstens eine Verlängerung der vorhandenen Waffenruhe um 60 Tage, zweitens zeitweilige Lockerungen einzelner Sanktionen und drittens die teilweise Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte, damit Iran wieder Öl exportieren kann. Damit wäre ein wirtschaftliches Entgegenkommen verbunden, das Teheran Spielraum geben würde, seine Exportströme wieder anzufahren.

Gleichzeitig bleiben tiefer liegende Fragen offen. Die New York Times schrieb, Iran habe grundsätzlich signalisiert, auf hoch angereichertes Uran verzichten zu wollen. Unklar bleibt jedoch, wie bestehende Bestände kontrolliert oder abgebaut werden sollen. Washington pocht dem Bericht zufolge auf verbindliche Zusagen für eine langfristige Begrenzung des Atomprogramms. Diese Differenz ist zentral, weil sie über die Zustimmung Israels und anderer Regionalmächte entscheiden dürfte.

Die Strasse von Hormuz spielt in den Verhandlungen eine Schlüsselrolle. Nach Angaben aus den Berichten wäre offenbar Teil des möglichen Deals eine schrittweise Wiederöffnung dieser Meerenge zwischen Iran und Oman, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels läuft. In den vergangenen Wochen hatte Teheran die Passage als Druckmittel genutzt; die Frage, welche Sicherheitsmechanismen dort künftig gelten, bleibt strittig.

Widerstand aus Israel und innenpolitische Reaktionen

Israel reagierte skeptisch und setzte seine militärische Bereitschaft fort. Premierminister Benjamin Netanjahu betonte nach Berichten, sein Land werde notfalls allein weiterkämpfen. Ungeachtet der US-Äusserungen setzten israelische Streitkräfte ihre Angriffe im Gazastreifen fort.

AFP-Journalisten berichteten aus Rafah über anhaltenden Artilleriebeschuss.

Die humanitäre Lage in Rafah sorgt zusätzlich für Druck. Georgios Petropoulos von der Uno-Koordinationsstelle für humanitäre Angelegenheiten sagte, binnen vier Tagen seien rund 110 000 Menschen aus Rafah geflohen. In der Stadt hielten sich demnach etwa 1,4 Millionen Menschen auf, und täglich flöhen etwa 30 000 Personen. Solche Zahlen prägen die politische Debatte über eine Feuerpause und humanitäre Zugänge.

Israelische Medien berichteten, das Land wolle eine Delegation nach Ägypten schicken, um über den US-Plan zur Freilassung von Geiseln und eine mögliche Feuerpause zu verhandeln. Channel 12 und der Sender Kan meldeten, US-Sondergesandter Steve Witkoff solle in die Region kommen, um an den Gesprächen teilzunehmen. Offizielle Bestätigungen dazu lagen zunächst nicht vor.

Nicht nur Israel äusserte Zweifel. In den USA blieb die Haltung geteilt. Trump selbst hatte noch am Freitag erklärt, die Chancen auf eine Einigung lägen bei «50 zu 50» und im Falle eines Scheiterns könne Washington erneut militärisch eingreifen. SRF wies darauf hin, dass ein US-Militäreinsatz gegen Iran die Zustimmung des Kongresses bräuchte, die wohl nicht erteilt würde. Diese innenpolitische Balance verknappt die Handlungsoptionen der Regierung in Washington.

Von iranischer Seite gab es widersprüchliche Signale. Die iranische Nachrichtenagentur Fars widersprach Teilen von Trumps Darstellung und betonte, die Strasse von Hormuz werde weiterhin unter iranischer Kontrolle bleiben. Solche Stellungnahmen zeigen, wie dünn der Grad an Übereinkunft bislang ist.

Die Gespräche verknüpfen also kurzfristige Deeskalationsschritte mit langwierigen, politisch heiklen Verhandlungen über das Nuklearprogramm. Die vorgeschlagenen Lockerungen würden wirtschaftliche Entlastung bringen. Zugleich ist unklar, wie sehr die beteiligten Seiten bereit sind, verbindliche, überprüfbare Zusagen zu akzeptieren.

Das diplomatische Momentum entsteht nach einer Phase, in der die Parteien Vorbereitungen auf militärisches Handeln trafen. In diesem Kontext wirken die Signale aus Washington und Teheran zugleich riskant und opportunistisch: riskant, weil ein Scheitern rasch zur Eskalation führen kann, opportunistisch, weil beide Seiten an einer Beruhigung interessiert sind, um kurzfristige Kosten zu minimieren.

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Kurzfristig ist geplant, dass Israel eine Delegation nach Ägypten schickt und dass Verhandlungen über Teile des US-Vorschlags sofort beginnen, parallel zu neuen Gesprächen über das iranische Atomprogramm. Ob daraus eine konkrete Umsetzung der geplanten 60-tägigen Waffenruheverlängerung wird, hängt vor allem von Verhandlungen über Kontrollmechanismen für das Atomprogramm, von Vereinbarungen zur Sicherheit in der Strasse von Hormuz und von den politischen Reaktionen in Washington und Tel Aviv ab. Zu beobachten sind die nächsten Verhandlungsrunden sowie die Haltung des US-Kongresses und Israels.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt.